Finanzminister Fahrenschon soll einen brisanten Prüfbericht zurückgehalten haben. Darin kritisiert die zuständige Prüferin den Kauf der Hypo Alpe Adria - und korrigiert ihre Aussagen später wieder.
In der Affäre um den Kauf der österreichischen Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) durch die bayerische Landesbank verstärkt die Opposition den Druck auf Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU).
Der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon soll laut SPD kritische Informationen über die Landesbank-Tochter HGAA unterdrückt haben. (© Foto: dpa)
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SPD und Grüne warfen ihm am Mittwoch vor, einen brisanten Prüfbericht unter der Decke zu halten. Darin zeige die Wirtschaftsprüferin Corinna Linner, die Fahrenschon selbst als Aufpasserin bei der BayernLB eingesetzt hatte, dass der Kauf der HGAA im Frühjahr 2007 übereilt und überteuert gewesen sei, berichtete der Grünen-Finanzexperte Eike Hallitzky. Ihm liege das Dokument, das vom Mai datiert, vor. Darin schreibe Linner, es sei fraglich, ob die seinerzeit an dem Kauf Beteiligten "ihrer Sorgfaltspflicht gerecht wurden", sagte Hallitzky.
"Anstatt zu handeln, wird der explosive Bericht seither vom Verwaltungsrat und dessen Vorsitzenden, Finanzminister Fahrenschon, unter Verschluss gehalten", kritisierte der Grünen-Abgeordnete. Er will das Dokument an diesem Donnerstag veröffentlichen. Allerdings hat Linner ihre Darstellung später offenbar korrigiert.
Der Süddeutschen Zeitung liegt eine zweiseitiges Schriftstück vor, in dem die Wirtschaftsprüferin am 21. Juli schreibt, ihre ursprüngliche Bewertung der Vorgänge sei inzwischen "obsolet". Am selben Tag hatte zuvor das Kontrollorgan der BayernLB, der Verwaltungsrat, ihren Bericht diskutiert - also genau jenes Gremium, dessen Rolle beim HGAA-Kauf Linner mit untersucht hatte.
Riskante Strategie
In dieser Sitzung stellte laut Linners zweitem Schreiben ein Vertreter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young seine Sicht des Kaufvorgangs dar. Auch Sparkassenpräsident Siegfried Naser, beim Kauf der HGAA neben Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) der wichtigste Mann im Verwaltungsrat, und Michael Kemmer, seinerzeit Finanzvorstand, heute Chef der BayernLB, hätten betont, die Risiken des Kaufs seien "sehr intensiv" diskutiert worden.
Dann habe man sich aber bewusst für den Milliarden-Deal entschieden - aus strategischen Gründen, weil die BayernLB in Osteuropa Fuß fassen wollte. Politische oder persönliche Aspekte hätten dabei keine Rolle gespielt.
All diese Informationen seien in den ihr vorgelegten Unterlagen nicht enthalten gewesen, auch da die seinerzeit entscheidenden Gespräche nicht dokumentiert worden seien, heißt es in Linners Stellungnahme. Sie ist mit "Abschließende Ergänzungen" überschrieben. "Auf Basis dieser neuen Erkenntnisse (...) ist meine Wertung, die ich in dem Bericht vom 27. Mai 2009 gezogen habe, nicht aufrecht zu halten." Es müssten "keine Konsequenzen" gezogen werden, schreibt Linner, denn Vorstand und Verwaltungsrat der Bank hätten sich durchaus mit den Risiken des Kaufs auseinandergesetzt.
Im Frühjahr 2007 hatte die BayernLB 67 Prozent der HGAA für 1,7 Milliarden Euro gekauft und der maroden Bank inzwischen insgesamt 700 Millionen Euro zuschießen müssen, um sie vor einer Pleite zu bewahren. Weitere 1,5 Milliarden Euro sind in den nächsten Tagen nötig - wer sie zahlt, darüber streitet Bayern mit Österreich. Wegen des HGAA-Kaufs ermittelt inzwischen die Münchner Staatsanwaltschaft gegen den früheren BayernLB-Chef Werner Schmidt. Sie geht davon aus, dass der Kaufpreis überhöht war.
Auch die Vize-Vorsitzende der BayernLB-Kontrollkommission im Landtag, Inge Aures (SPD), forderte Fahrenschon auf, Linners Prüfbericht in der Kommission vorzustellen, möglichst schon in der Sitzung am kommenden Mittwoch. Auch Linner selbst solle dabei sein. "Am besten wäre es, wenn Frau Linner den Prüfbericht gleich in der nächsten Sitzung persönlich einbringt", sagte Aures.
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(SZ vom 03.12.2009)
OB-Kandidatin Nallinger
Die neueste Antwort
Vor der Tagung des BayernLB-Verwaltungsrates am 21.07.09:
Im "Dokument, das vom Mai datiert, ... schreibe Linner, es sei fraglich, ob die seinerzeit an dem Kauf Beteiligten 'ihrer Sorgfaltspflicht gerecht wurden'."
Nach der Tagung des BayernLB-Verwaltungsrates am 21.07.09, und damit zu einem Zeitpunkt, zu dem sich Horst Seehofer noch auf Biegen und Brechen über eine gutes Bundestagswahlergebnis profilieren wollte:
"Es müssten 'keine Konsequenzen' gezogen werden, schreibt Linner, denn Vorstand und Verwaltungsrat der Bank hätten sich durchaus mit den Risiken des Kaufs auseinandergesetzt."
Nach der von Seehofer glorreich vergeigten Bundestagswahl:
"Wegen des HGAA-Kaufs ermittelt inzwischen die Münchner Staatsanwaltschaft gegen den früheren BayernLB-Chef Werner Schmidt. Sie geht davon aus, dass der Kaufpreis überhöht war."
Wann wird eigentlich gegen die damaligen Mitglieder des Verwaltungsrates ermittelt, die ihre Aufsichtspflichten nach den jetzt bekannt gewordenen Informationen offensichtlich vernachlässigt hatten.
Und wann tritt Fahrenschon zurück, der sich am 29.07.09 (= vor der Bundestagswahl) laut http://www.tvaktuell.com/default.aspx?ID=4745&showNews=487735 folgendermaßen echauffierte:
"Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) war regelrecht beleidigt. Er sei «enttäuscht»über das Verhalten der SPD-Fraktion beim Thema Bayerische Landesbank (BayernLB) und fühle sich «nicht fair behandelt», monierte Fahrenschon mit hochrotem Kopf am Mittwoch im Landtag. Die erste öffentliche Sitzung der BayernLB-Landtagskontrollkommission war geprägt von gegenseitigen Vorwürfen der Unwissenheit, der Geheimniskrämerei, der Rechenschwäche und der bewussten Schädigung des angeschlagenen staatlichen Instituts."
Und wann der Vorstandsvorsitzende der BayernLB Kemmer, der am 20.07.09 (=vor der Bundestagswahl) folgendermaßen zitiert wurde (s. http://www.sueddeutsche.de/finanzen/718/481191/text/ ) :
"Auf dem Weg der Besserung: Nach einem Milliardenverlust im vergangenen Jahr hat die BayernLB in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres schwarze Zahlen geschrieben. 'Wir werden das erste Halbjahr 2009 mit einem positiven Ergebnis abschließen', sagte BayernLB-Chef Michael Kemmer. Die genauen Zahlen will die BayernLB erst im August bekanntgeben. Kemmer deutete aber an, dass alle Gewinnkennziffern positiv ausfallen werden."
Nach der Bundestagswahl verkündete er dann den im Forum schon vor der Bundestagswahl vorausgesagten Milliardenverlust.
In Österreich haben einige "Spezis" kräftig bei diesen Deal mitgeschnitten,
in Bayern werden vermutlich auch einige "Amigos" ganz gut dabei
verdient haben!
Wenn Menschen "global player" spielen und keine sind, dann kommt das heraus was dabei herausgekommen Ist! Nur Frage:" Wer bezahlt denn die Rechnund?Das ist Otto-Normalverbraucher! Und nicht "die Herren" die ewig vorgeben "Verantwortung" zu übernehmen!
Die ganze Sache stinkt - wie der Fisch - vom Kopf (Stoiber)!!!
ist ein Sack Kartoffeln umgefallen.
Horst Seehofer der in der Nähe wohnt soll schuld sein.
@wrzkbrnf
Sie woarn wohl gestern zulang im Wirtshaus ! Blödsinn was Sie schreiben.
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