SPD-Landrat Adam rechnet mit Parteiführung ab "Ja! Michael Adam ist super!"

Dieser Post von Adam findet sich nach wie vor auf seiner Facebookseite. Die anderen Kommentare sind inzwischen gelöscht. Sie waren offenbar nur wenige Stunden online und auch nicht auf Adams eigener Seite, sondern auf der einer Genossin veröffentlicht worden. Auf Adams Facebook-Seite haben bislang nur vereinzelt Sympathisanten Stellung bezogen. "Lieber Michael, Deine Meinung teile ich ausdrücklich", hat jemand gepostet. "Wenn auch vielleicht etwas drastisch formuliert, triffst du den Nagel auf den Kopf", kommentiert ein anderer.

Adam selbst tauchte erst einmal ab. Er sei nicht zu sprechen, hieß es im Regener Landratsamt am Montag. Am Nachmittag veröffentlichte er eine schriftliche Erklärung. In der nahm er seine Kritik nicht zurück, bedauerte aber, dass sie an die Öffentlichkeit gekommen ist - sie sei als "Beitrag zur parteiinternen Diskussion gedacht" gewesen. "Aus Solidarität mit meiner Partei möchte ich den bereits in den Medien zitierten Passagen ansonsten nichts mehr hinzufügen", heißt es weiter.

Adam bemüht sich zudem, seinen Ausbruch als Einzelmeinung darzustellen: "Ich selbst habe parteiintern bereits vor einigen Monaten darum gebeten, meine Parteiämter schnellstmöglich abgebeben zu dürfen. Grund hierfür ist, dass ich mich voll auf das Amt des Landrats im Landkreis Regen konzentrieren will", schreibt er. Folglich sei er "der Auffassung dass meine Meinung zum Zustand der BayernSPD lediglich eine Einzelmeinung ist".

Landeschef Pronold wollte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern. In einem Livechat mit dem Titel "Sagen Sie uns Ihre Meinung", der ausgerechnet an diesem Montagvormittag stattfand, wird er gefragt: "Findest Du auch, dass junge Mandatsträger, wie insbesondere der Regener Landrat Michael Adam der SPD guttun und ihr ein modernes Gesicht geben?" Pronold reagiert mit Lob: "Ja! Michael Adam ist super! Ich verstehe die Anspielung auf den Bericht vom BR heute. Und würde gerne deshalb erst mit Michael Adam reden, bevor ich was dazu öffentlich kommentiere."

Zu einer raschen Aussprache zwischen Pronold und Adam kam es zunächst nicht. Pronold sagte der SZ, er wolle mit Adam persönlich und nicht am Telefon reden. Er sei "über Art und Inhalt" von Adams Äußerungen überrascht. Gleichzeitig erklärte er: "Jeder darf mal übers Ziel hinausschießen. Das ist mir auch schon passiert."