Neuer Spitzenkandidat der bayerischen SPD ist Franz Maget. Bei der nächsten Landtagswahl wird er als Herausforderer von Ministerpräsident Beckstein antreten.
Die bayerische SPD zieht mit Fraktionschef Franz Maget an der Spitze in den Landtagswahlkampf. Dreieinhalb Monate vor der Wahl am 28. September wurde Maget an diesem Sonntag auf einem außerordentlichen Parteitag in München offiziell zum Spitzenkandidaten und damit zum Herausforderer von Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) gewählt.
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Franz Maget wurde auf dem außerordentlichen Parteitag der Bayern-SPD zum neuen Spitzenkandidaten gewählt. (© Foto: AP)
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Der 54-Jährige erhielt 243 von 247 Delegiertenstimmen, das sind 98,4 Prozent. Maget bekräftigte sein Ziel, Beckstein nach der Wahl ablösen zu wollen. "Mein Anspruch und mein Ziel ist es, die politischen Verhältnisse in Bayern zu verbessern, die absolute Mehrheit der CSU zu brechen und selbst Ministerpräsident in Bayern zu werden", betonte er. Maget, der seit acht Jahren Fraktionschef im Landtag ist, führt die Bayern-SPD damit zum zweiten Mal nach 2003 in eine Landtagswahl.
Bayern als "Kinder- und Bildungsland"
Maget räumte ein, manchen erscheine sein Ziel zwar vermessen. Er betonte aber, es sei möglich, die Wahl im September spannender zu gestalten als alle Landtagswahlen der vergangenen 50 Jahre. "Bayern geht nicht unter, wenn die CSU die Wahl verliert, im Gegenteil", rief Maget. Schließlich sei der Freistaat kein "schwarzer Block", das Land gehöre nicht der CSU. Vielmehr brauche Bayern nach 50 Jahren CSU-Alleinregierung "eine neue Perspektive", mehr soziale Gerechtigkeit und "mehr Fairness". Die politischen Gewichte im Freistaat müssten sich verschieben. "Das ist unser gemeinsames Ziel." An die Adresse der CSU sagte der SPD-Politiker unter dem Applaus der Delegierten: "Die letzten 50 Jahre haben euch gehört, die nächsten gehören uns."
Maget betonte, Bayern stehe derzeit gut da. Dennoch sei von der CSU-geführten Staatsregierung in den vergangenen Jahren viel versäumt worden. "Der Hochmut und die Arroganz der Macht waren grenzenlos", kritisierte Maget und sprach von einer regelrechten Selbstverliebtheit der "Staatspartei" CSU. Er prangerte unter anderem die seiner Ansicht nach miserable Familienpolitik der CSU an und erklärte, er wolle Bayern zu einem Kinder- und Bildungsland machen. Zudem wolle er dafür sorgen, "dass alle mitgenommen werden und alle einen Anteil haben an der allgemeinen Wohlstandsentwicklung".
Seine Partei mahnte Maget, den "Oppositionsgeist" endgültig zu vertreiben und sich "den Kleinmut aus den Herzen" zu reißen. "Weg mit dem Pessimismus", rief er den versammelten SPD-Mitgliedern zu. SPD- Landeschef Ludwig Stiegler sagte: "Wir sind stolz darauf, dass unser Franz antritt." Mit Maget werde "eine neue Zeit für Bayern beginnen".
Bei der Wahl 2003 hatte die SPD in Bayern massiv Stimmen verloren und war bei 19,6 Prozent gelandet. Jüngste Umfragen sahen die Sozialdemokraten zuletzt ebenfalls bei Werten von rund 20 Prozent.
Maget hatte allerdings wiederholt seine Idee bekräftigt, dass er sich von einem Bündnis aus SPD, Grünen, Freien Wählern und FDP zum Regierungschef wählen lassen könnte. Die FDP widerspricht dem aber.
Ihr Wahlprogramm wollen die bayerischen Sozialdemokraten auf einem weiteren Landesparteitag Anfang Juli in Weiden verabschieden.
(dpa/dgr)
Entspannter Vierbeiner
Die neueste Antwort
Es ist ja nicht jeden Tag so, dass in der SPD einhellig zugestimmt wird, wenn sich ein Kandidat was traut. Deshalb ist das Ergebnis, mit dem Herr Maget als direkter Gegenspieler zur Kandidatur Becksteins auf Augenhöhe zur CSU bestätigt wird, ein deutliches und annehmbares Zeichen für die Aufbruchstimmung der heutigen BayernSPD.
Die letzte bayerische Landtagswahl in Bayern hatte andere Vorzeichen. Der starke Ministerpräsident Stoiber hatte die Haushaltskonsolidierung auf sein Panier geschrieben und wollte durchmarschieren nach Berlin, um dort seine CSU-Politik zu betreiben.
Herr Maget machte sich trotz dieser denkbar schlechten Umgebungsparameter auf, den Menschen in Bayern in einem wirklichen Marathon sozialdemokratische Alternativen aufzuzeigen und Vertrauen für sich und die BayernSPD zu gewinnen.
Allein deshalb schon wissen die bayerischen Sozialdemokraten, das sie mit Herrn Maget jemanden haben, der gewillt ist, hart für den Erfolg der Demokratie in Bayern zu arbeiten.
Und wenn man, die kommentare hier so liest, hat man den Eindruck, dass CSU-nahe Kreise genau davor Angst haben. Denn bei der CSU kämpft und wurstelt jeder für sich allein. Und das ist der Preis, den sie für das unsägliche Gewürge um die Person Stoiber zahlen müssen.
bayrischen Politik.
Die CSU bekämpft den SPD-Fraktionschef überhaupt nicht.
Den Konservativen in Bayern kann nix besseres passieren daß die SPD den Maget nominiert.
Nach der nächste Legislatur hatte der Maget soviele Pensionsansprüche zusammen daß er sich hobbymäßig seinem 2. Standbein dem TSV 1860 kümmern kann.
Da drauf ein Seidla Bier.
... aber ich will weder die SPD noch Herrn M. am 28.09. wählen. Denn wenn ich mir den Vorgang 'Ude und die Erhöhung der Managergehälter bei der SWM' so betrachte, dürfte nicht viel Unterschied zw. dem 'Beutesystem' in Schwarz oder Rot sein.
Ja ja, man muss nur laut genug pfeifen, dann wirds einem schon warm ums Herz ... So jedenfalls kommt es dem noch nicht ganz verblendeten Beobachter vor, wenn Herr Maget und der nimmermüde Grantler Ludwig Stiegler das Fanal der Niederlage für die CSU flugs zu einem eigenen Siegestraum unter Führung der SPD aufplustern. Dieser Traum hat nicht nur eine Unbekannte sondern gleich eine ganze Handvoll in seiner mathematischen Formel.
1) Wer wählt die SPD, nur weil in und mit der CSU im letzten Jahr nicht alles glatt gelaufen ist?
2) Warum sollten die eher noch konservativeren Wähler der FWG ausgerechnet denen an die Macht verhelfen, die einem Großteil ihrer Sympathisanten und Wähler (Mittelstand, Eltern, Leistungsträger, gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte, verantwortungsbereite Lokalpolitiker) schon "von Haus aus" suspekt sind?
3) Gleiches gilt für die FDP...
4) 19 Prozent (SPD), 7 Prozent (Grüne) und 5 Prozent Linke reichen halt nur für 31 Prozent, aber nicht für 51!!!
5) Die Linke ist noch lange nicht im Maximilianeum. 1919 ist 90 Jahre her ...
Daher wird eher ein Wolpertinger lebendig gefangen oder gewinnt 1860 die Champions League bevor Herr Maget in die Staatskanzlei einzieht. Wenn die Chancen auf einen Wahlsieg der SPD wirklich so reell sind, warum kneift dann das "Regierungsgenie vom Marienplatz"? Herr Dr. Ude wäre doch der einzige, der aufgrund seiner Wahlergebnisse einigermaßen glaubwürdige Siegesszenarien verteten könnte. Aber er weiß wohl genau, weshalb er sich das nicht antut - so ein Nimbus ist schnell zerstört. Da ist es besser, jemand vorausgehen zu lassen, der diesen Nimbus nicht mal vom Hörensagen her kennt.
Die Wähler werden für alle Parteien die richtigen Wecker klingeln lassen, auch für die CSU. Und dann wird die SPD froh sein, dass geplatzte Seifenblasen und gescheiterte Kandidaten keinen Lagerraum brauchen, denn wo sollten die denn noch alle für die Nachwelt aufbewahrt werden? Die Walhalla und das Valentin-Musäum sind jedenfalls voll.
Herr Maget gibt selber zu, dass es den Bayern gut geht, dann stellt sich natürlich die Frage, warum soll man dann SPD wählen?
Sicherlich die CSU macht nicht immer alles richtig, aber so richtig schlecht nun auch wieder nicht, dass man Experimente machen sollte mit einer "vierer" Koalition.