Hoegner griff daraufhin zum Telefon, erklärte Landtagspräsident Ehard seinen Rücktritt und beendete damit den Traum der SPD-Herrschaft im Freistaat für die nächsten fünf Jahrzehnte. Für die CSU ging es von diesem Tag an stetig bergauf. In keiner Landtagswahl kamen die Schwarzen unter 45 Prozent. Und seit 1966 gilt für die CSU sowieso nur noch eine Zielmarke: 50 plus X.

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Alle Versuche der SPD, die Vormachtstellung der CSU zu brechen, scheiterten. Ende der siebziger Jahre musste etwa Hans-Jochen Vogel, der mit dem Slogan "Bayern braucht Dr. Vogel" das Ruder herumreißen wollte und auf seine Popularität als Münchner Ex-Bürgermeister setzte, eine Wahlschlappe einstecken. Bayern brauchte keinen Vogel, und einen Doktor schon gleich gar nicht.

Nicht viel besser erging es Karl-Heinz Hirsemann in den achtziger Jahren. Zwar hätte er es von der Statur her leicht mit Franz Josef Strauß aufnehmen können - er war ebenso groß, breit und tief wie FJS. Politisch hatte Hirsemann gegen die schwarze Übermacht keine Chance.

Und nicht einmal Renate Schmidt konnte den Sozialdemokraten die ersehnte Mehrheit beschafften. Hoffte die Rote Renate während des Wahlkampfes insgeheim noch auf den Sieg und das Amt der Ministerpräsidentin, kam nach der Stimmenauszählung die Ernüchterung: Zwar konnte sie für die SPD respektable 30 Prozent erzielen, den Ministerpräsidenten stellte aber nach wie vor die CSU - mit Edmund Stoiber.

Wehmütig mögen die Sozialdemokraten nach dieser erneuten Niederlage an die sechziger Jahre zurückgedacht haben, in denen Volkmar Gabert mit 35,8 Prozent das beste Wahlergebnis in ihrer Geschichte erreichen konnte.

Ein kleiner Trost bleibt ihnen dennoch: Wenigstens auf Umwegen haben SPD-Vorschläge immer in die Gesetzgebung gefunden. Denn fürs Abschreiben guter Ideen war sich die CSU noch nie zu schade. So ist der eine oder andere Antrag, den die CSU mit großem Getöse im Landtag noch abgelehnt hat, später dann doch wieder in ihren Gesetzen und Programmen aufgetaucht: Mutterpass, moderne Schulen, Umweltschutz, Mitsprache der Bürger oder die Abschaffung des Büchergeldes sind nur einige Beispiele dafür.

Auch wenn die aktuellen Umfragewerte nicht für eine sozialdemokratische Machtübernahme bei den Landtagswahlen im kommenden Jahr sprechen: Maget ist zuversichtlich, dass endlich wieder "normale demokratische Verhältnisse einkehren."

In Bayern könne es Entwicklungen geben, die noch alle überraschen werden, orakelt er und knüpft seine Hoffnung ausgerechnet an die CSU. "Beckstein ist schlecht gestartet", sei ein Mann der Vergangenheit und nicht der Zukunft. Das frustriere die Leute und darin läge die Chance der SPD. "Jetzt sind wir gefragt."

Mit einem Kompetenzteam will Maget die Vorherrschaft der Schwarzen brechen, setzt auf Personalisierung der Politik. Alles Rezepte, nach denen die CSU schon lange kocht. Doch ob auch die Sozialdemokraten damit Erfolg haben werden, bleibt abzuwarten.

Denn ein Problem kann Maget mit dieser Strategie nach wie vor nicht lösen: den mangelnden Nachwuchs in der Fraktion. Denn wer in der SPD derzeit was bewegen will, geht in die Kommunalpolitik.

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(sueddeutsche.de/bica/gba)