Farblos sei die schwarz-gelbe Koalition in Berlin, lästert man in der CSU. Parteichef Seehofer will nun das Profil der Union schärfen - und bringt prompt eine Pkw-Maut ins Gespräch.
CSU-Chef Horst Seehofer verstärkt beim Thema Verkehr den Druck auf die Berliner Bündnispartner CDU und FDP. Die Koalition müsse sich rasch darauf verständigen, wie sie den "Investitionsstau" bei zahlreichen Straßen- und Bahnprojekten auflösen will, verlangte der Ministerpräsident am Mittwoch im Landtag. Notwendig dazu sei die Einführung einer Pkw-Maut oder -Vignette.
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CSU-Chef Horst Seehofer setzt sich für eine Pkw-Maut auf den deutschen Autobahnen ein. (© dapd)
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Der Regierungschef forderte einen raschen Durchbruch bei dem Thema: "Das richtet sich an die Spitzen der Berliner Koalition, da müssen wir ernsthaft, wenn die Sommerpause vorbei ist, drüber reden", sagte Seehofer. Zurzeit herrsche bei vielen Projekten Funkstille, mangels Geld könne noch nicht einmal geplant werden. Seehofer: "Das sind doch alles keine Verhältnisse." Kanzlerin Angela Merkel habe er diese Kritik schon verdeutlicht, sagte er. Verantwortlich für den Stillstand seien alle Bundesregierungen seit der Ära Kohl.
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer äußerte sich am Mittwoch zurückhaltend: "Das Thema muss reifen", sagte er. Die CSU-Vorstand habe die Einführung schon 2006 gefordert, aber "da gibt es Widerstände", erklärte Ramsauer unter Verweis auf CDU und FDP.
Seehofers Initiative schließt an die sich verstärkende Kritik aus der CSU am Erscheinungsbild der Berliner Koalition. Viele Abgeordnete der CSU fürchten, dass sie bei den Landtagswahlen 2013 in einen Berliner Abwärtssog geraten könnten. Landtags- und Bundestagswahl finden entweder gleichzeitig oder im Abstand von wenigen Wochen statt.
Erst am Vortag hatte Seehofers Vorgänger Erwin Huber "gewaltige Irritationen" bei den CSU-Wählern beklagt. Vielen Anhängern fehle die "ordnende Hand" in der Koalition, weil sie in der Arbeit von Schwarz-Gelb die "Sinnhaftigkeit" vermissten, sagte Huber. Gestern legte der CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert Geis nach. Die Kanzlerin und alle Führungskräfte der Union müssten endlich an einem klaren Profil arbeiten.
In der CSU-Spitze wächst nun bereits die Sorge vor einer Sommerdiskussion über die Lage der Union. Seehofer sagte gestern: "Öffentliche Belehrungen der Kanzlerin sind nicht gut." Er bezog sich auf Erwin Huber. Auch CSU-Fraktionschef Georg Schmid mahnte zur Geschlossenheit.
Seehofer will gleichwohl als Strategie für 2013 "auf die bayerische Karte setzen". Dies sage er auch derzeit auf allen Bezirksparteitagen der CSU. Auch seine Verkehrsinitiative sieht Seehofer als Teil einer Stärkung des Freistaats. Als besonders dringend sieht der Ministerpräsident einen Ausbau der Bahnstrecke München-Stuttgart zwischen Augsburg und Ulm an sowie die Anbindung des Münchner Flughafens, den Ausbau der A94 und bessere Verbindungen nach Prag und nach Südosteuropa.
Der Ausbau-Standard hinke dem immer weiter wachsenden Verkehr hinterher, meinte Seehofer, das erlebe er auch selbst permanent. Für die Strecke von seiner Heimatstadt Ingolstadt nach München brauche er bis zu zwei Stunden. "Früher bin ich eine Dreiviertelstunde vor der Vorstandssitzung von zu Hause losgefahren."
Die Koalition werde an der von der CSU schon wiederholt geforderten Mautlösung zur Finanzierung von Verkehrsprojekten nicht vorbeikommen, prophezeite Seehofer: "Ich wüsste nicht, wie das sonst finanziert werden sollte, man kennt ja den Bundeshaushalt." Er sei aber offen, wie eine solche Gebühr genau aussehen soll. "Am sympathischsten", so Seehofer, wäre ihm eine Lösung, die nur ausländische Autofahrer zur Kasse bittet. Schließlich zahlten deutsche Autofahrer auch in vielen Nachbarländern.
Bayerns SPD-Chef Florian Pronold lehnte eine Pkw-Maut umgehend ab. Anstatt die "Autofahrer zu melken" solle die CSU lieber einen Ausbau der Lkw-Maut forcieren. Die Laster seien schließlich hauptverantwortlich für viele Straßenschäden.
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(SZ vom 14.07.2011/tob)
Surfrider Beach in Malibu
Die neueste Antwort
...........der Kippenschorsch mutiert nun zum Mautschorsch. Sein Rauchverbot kostete CSU bei der letzten Wahl die Mehrheit. Weiter so, oder mal das Hirn einschalten und nicht nur nachplappern, was die Öberen sagen.
Dachte immer Autobahnen sind Bundesangelegenheit und Seehofer ist Landespolitiker.
Wenn dem so ist soll er doch sein dummes Maul halten.
Er hats ja auch nicht gern wenn ihm Bundespolitiker in sein schönes Bayern reinreden.
Und überhaupt was meldet er sich ungefragt zu einem Thema, das im Moment überhaupt nicht dringend ist und macht da ein Faß auf?
Soll sich lieber um seine kleine Tochter kümmern...
Wenn 160.000 PKW die Straße wie ein Schwer-LKW belastet, dann muss der schon Stahlträger oder Betonplatten transportieren und seine 40 Tonnen ausfüllen. Das tun aber die allerwenigsten.
Und die Umweltverschmutzung ist nicht alleine die Straßenbelagabnutzung.
Soso, der Horsti.
Will eine Steuer-Erhöhung durch die Hintertür.
Aber die ist so groß ausgefallen (die Hintertür), dass sie kein Mensch mehr als solche erkennt.
Vielmehr, lieber Horsti, merkt ein jeder Depp: Was Sie wollen ist schlicht und einfach eine Steuererhöhung.
Ob Sie die nun Maut, Gebühr, Abgabe oder Fitzlipotzlihorsti nennen.
Es ist und bleibt eine Steuererhöhung. Der Moloch kriegt den Hals nicht voll.
Zum Vergleich: Ein 40-Tonner belastet die Straßen wie 160.000 PKW.
Daten vom Ministerium.
Wenn die Maut der Lkw die Basis wäre dürfte ein Pkw also nur den 160000 Teil der Lkw Maut betragen. Das wäre sehr wenig.
Also was ist denn jetzt los? Ist die Lkw Maut zu niedrig? Oder muss bei einer Pkw Maut der Mautbetrag für Lkw dann um den Faktor 160000 angehoben werden?
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