CSU-Chef Horst Seehofer hat den Widerstand gegen Guttenbergs Bundeswehrpläne aufgegeben. Sein Einlenken kommt noch rechtzeitig, doch der Verteidigungsminister hat ihm demonstriert, wie gefährlich er werden kann.
CSU-Chef Horst Seehofer hat den Rückzug angetreten. Er leistet keinen Widerstand mehr gegen die Pläne seines Parteifreundes und Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg, die Bundeswehr radikal zu einer Freiwilligenarmee umzubauen. Seehofers stilles Einlenken kommt spät, aber noch rechtzeitig. Der Parteichef ist Stratege genug, um zu erkennen, wann er nicht mehr gewinnen kann.
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Bei der Wehrpflicht ist es einsam um Horst Seehofer geworden, Guttenberg erhält dagegen großen Zuspruch aus der Partei. (© ddp (Archivbild))
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Seehofer hat die Stimmung in seiner Partei eklatant falsch eingeschätzt, als er die Zukunft der Wehrpflicht zu einer Identitätsfrage für die Union hochredete. Es war noch nie Aufgabe der Bundeswehr, einer Partei bei ihrer Sinnsuche behilflich zu sein. Es ist allein Aufgabe der Bundeswehr, die Sicherheit der Bundesrepublik zu garantieren. Diese Aufgabe hat sich seit dem Ende des Kalten Krieges grundlegend und für alle Bürger spürbar geändert.
Seehofer aber wollte alles so belassen, wie es ist. Er nennt seine CSU gerne die Partei der Bundeswehr, doch eine Perspektive kann er der Truppe nicht bieten. Eltern und junge Soldaten fragen sich heute völlig zu Recht, ob ein auf sechs Monate verstümmelter Wehrdienst nicht nur noch Zeit- und Geldverschwendung ist.
Um Seehofer ist es bei der Wehrpflicht einsam geworden. Er muss hier den Weg für Guttenbergs Pläne frei machen. Weiterer Widerstand durch den Parteichef würde den eigenen Minister, den starken Mann in Berlin, beschädigen. Daran kann der Parteichef kein Interesse haben.
Der Streit um die Bundeswehrreform hat ihm aber auch vor Augen geführt, wie gefährlich Guttenberg ihm selbst bald werden könnte. Der Baron aus Franken hat demonstriert, wie rasch er seine Truppen mobilisieren kann.
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(SZ vom 06.09.2010/sonn)
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Butter statt Kanonen! Ich bin beeindruckt. Kleine Auslandseinsätze wie im Kongo- hin, Wahlen durchführen, weg- oder Boote am Horn von Afrika sind mit der Hilfe unsere Nachbarn immer noch drin. Aber Krieg führen sollten wir nun wirklich nicht mehr. Zu teuer für dieses gealterte Land.
Butter statt Kanonen! Ich bin beeindruckt. Kleine Auslandseinsätze wie im Kongo- hin, Wahlen durchführen, weg- oder Boote am Horn von Afrika sind mit der Hilfe unsere Nachbarn immer noch drin. Aber Krieg führen sollten wir nun wirklich nicht mehr. Zu teuer für dieses gealterte Land.
Wieder einmal hat sich Seehofer zunächst schwer aufgeblasen und die die grosse Volkstäuschungs- und Volksscvhädigungspartei CSU als Partei der Bundeswehr beweihräuchern wollen. Jetzt ist er wieder einmal still und leise umgefallen und hat damit sein Fähnchen in den Wind gedreht.
Seehofer wird ja die Einstellung "Das Erzählte reicht" nachgesagt. Er dürfte damit nicht nur sagen können "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern", sondern sogar "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern, heute oder morgen".
und andere Ordnertruppen waren für den Weltfrieden noch nie gut.
Während die Elite Deutschland den Rücken kehrt, rekrutiert sich das Heer aus den Militäristen und kampfwilligem Kanonenfutter. Das Arbeitslosenheer ist ja gross genug und Partei und Presse wissen auch schon bestens, wer Schuld am miserablen Zustand des Landes hat: Nämlich die Reichen und die erfolreichen Nachbarstaaten. Hochbejubelete Parteiführer bedauern es, nicht militärisch im Nachbarland einmarschiert zu sein und werden von der einschlägigen Presse darin noch unterstützt. Man ruft zu Verbrechen in Nachbarländer auf, setzt Spitzeldienste ein, die jeden beschatten, der sich auch nur im Geringsten über die Vorteile des Nachbarstaates informiert.
Nein nein, wir schreiben nicht das Jahr 1937, wir schreiben das Jahr 2010... es ist nur Deutschlands Geschichte die das Déjà-vu hervorruft...
wie man Seehofer auf diese Höhe heben konnte. Für mich ist er ein "falscher 5oer". Für mich hat die CSU mit ihm an der Spitze viel an ihrer Anziehungskraft verloren.
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