Sieg für die Rauchgegner: Bayerns bekanntester Nichtraucher, Sebastian Frankenberger, feiert das Ergebnis - und hat schon neue Pläne.
Jubel bei den Nichtrauchern: Bayern führt als erstes Bundesland ein striktes Rauchverbot in der Gastronomie ein. Bei dem Volksentscheid hat eine klare Mehrheit der Wähler dafür gestimmt, das Qualmen in Kneipen, Gaststätten und Bierzelten ausnahmslos zu verbieten. Und einer feiert dieses Ergebnis ganz besonders: Sebastian Frankenberger, Initiator des erfolgreichen Volksbegehrens und ÖDP-Stadtrat in Passau.
Bild vergrößern
Sebastian Frankenberger: "Ich habe immer auf die Stimme des Volkes vertraut." (© dpa)
Anzeige
sueddeutsche.de: Klarer Sieg für die Nichtraucher: Mehr als 60 Prozent der Wähler stimmen für ein verschärftes Rauchverbot. Was sagen Sie denn zu dem Ergebnis?
Sebastian Frankenberger: Das Volk hat sich nicht von der Tabakindustrie kaufen lassen. Ich bin stolz und glücklich, dass die Bürger trotz der polarisierenden Kampagne so abgestimmt haben. Der Bürger hat sich nicht blenden lassen und mit Hirn abgestimmt. Der Volksentscheid zeigt: Wir sollten den Bürger öfters abstimmen lassen.
sueddeutsche.de: Hätten Sie sich gedacht, dass das Ergebnis so eindeutig sein wird?
Frankenberger: Ich habe immer auf die Stimme des Volkes vertraut, darauf, dass die Bürger am Ende wohlüberlegt abstimmen. Das sieht man ja auch beim Quiz von Günther Jauch: Beim Publikumsjoker stimmt die Tendenz meistens.
sueddeutsche.de: In Ihrer Heimatstadt war das Ergebenis besonders knapp. Wie erklären Sie sich das?
Frankenberger: Weil ich in Passau offenbar mehr polarisiere als anderswo. Die Berichterstattung der lokalen Presse hat dazu einiges beigetragen.
sueddeutsche.de: Was bedeutet das Ergebnis für die CSU?
Frankenberger: Wir von der ÖDP haben mit diesem Volksbegehren offenbar den Nerv der Bevölkerung getroffen. Die Bürger wollten eine eindeutige Regelung des Nichtraucherschutzes und hatten die Ausnahmen satt. Sie haben an die CSU eine klare Botschaft gesendet, dass sie von ihrem Zickzackkurs abkommen soll. Und sie sollte die Hürde für Volksbegehren künftig auf fünf Prozent senken.
sueddeutsche.de: Welches Projekt streben Sie als nächstes an?
Frankenberger: Ein Volksbegehren auf Bundesebene würde mich reizen, zum Beispiel zur Direktwahl des Bundespräsidenten. Oder im Bereich des Finanzsektors über Abgaben auf Finanztransaktionen.
- Thema
- Rauchverbot RSS
- Rauchen auf dem Volksfest Neidvoller Blick auf die Wiesn 05.07.2010
- Volksfestsaison Schonfrist für Erdings Raucher 05.07.2010
- Rauchverbot: Unruhige Volksfeste Bierkrüge im Anflug 05.07.2010
- Rauchverbot in Starnberg Kontrolleure schauen bei Festen genauer hin 05.07.2010
- Rauchverbot in Festzelten Vaterstetten darf noch, Ebersberg nicht mehr 05.07.2010
- Rauchverbot in Festzelten "Das wird kaum zu verhindern sein" 05.07.2010
- Nach dem Rauchverbot Schelte der Wirte bleibt aus 05.07.2010
(sueddeutsche.de/bica)
OB-Kandidatin Nallinger
Die neueste Antwort
Die Bürger wollten eine eindeutige Regelung des Nichtraucherschutzes und hatten die Ausnahmen satt.......
Von wegen, viele haben mit ja gestimmt, obwohl sie den Gesetzesentwurf nur zur Hälfte kannten. Ja-das hab ich nicht gewusst, so wollte ich das eigentlich nicht-
hilft aber nix mehr !
In Zukunft mehr arbeitslose Bedienungen, geschlossene Kneipen, kaputte Existenzen. Dafür boomen private Feiern und Treffen und privat angemietete Nebenräume ( Getränke holt man sich selber.) Bedienung braucht man nicht mehr.
Schliesslich kann man auch ein Hotelzimmer stundenweise mieten.
ich mir diese jubelnden Leute da im Hintergraund so ansehe, dann kann ich mir schon vorstellen, wie das Nachtleben künftig aussehen wird, so bunt und spannend wie die Vereinssitzung vom Karnickelzüchterverein.
Er hat nur eins gezeigt das man Volksabstimmungen wie in der Schweiz zum Minarett bau bestimmten Mengenangaben und mindest Wahlbeteiligungen zur Grundlage machen sollte damit sie nicht zum Schauplatz von Dogmatikern werden .
Demokratie versteht sich nicht als Ablehnungs Veranstaltung durch fernbleiben und damit zum Mittel Minderheiten durch Minderheiten ihren Willen auf zupflanzen.
... bezweifele ich, diese haben sich ja schlicht rausgehalten, nachdem Motto: Nur nicht verkraulen mit niemand.
Eine Schelte war es schon vielmehr für die Bayernpartei, der Wähler hat gemerkt, das dieses Verbotsgeheule doch nur ein großer Schmarrn ist! aber natürlich war es auch eine schelte für die FDP, die immernoch für ein paar Spenden gut ist und ihre Sache in den Wind von Konzernen und Wirten hängt. ehrlich gesagt ist das bei der FDP schon so offensichtlich und ekelhaft und direkt verwunderlich, das dies bei der FDP noch keiner merkt.