Kultusminister Schneider will den Stoff im G8 nur in Nebenfächern kürzen. Neuestes Projekt: Bayern plant ein zentrales "Südabitur" mit Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen.
Am achtjährigen Gymnasium in Bayern soll im kommenden Schuljahr der Stoff in mehreren Nebenfächern reduziert werden. Das kündigte Kultusminister Siegfried Schneider am Samstag auf der Jahresversammlung der Landeselternvereinigung (LEV) an. Außerdem plant Bayern mit Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen den Einstieg in ein zentrales "Südabitur".
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"Wer nur das Buch von Seite zu Seite durchnimmt, der muss scheitern" - Kulturminister Schneider fordert auch von den Lehrern Anpassungen an das G8 (© Foto: dpa)
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Der Druck auf die Staatsregierung ist nach den Verlusten bei den Kommunalwahlen gestiegen. Denn abgestraft wurde die CSU auch für die Mängel bei der Umsetzung des achtjährigen Gymnasiums (G8). Zwei Stunden stand am Samstag Kultusminister Schneider den Elternverbänden von 300 bayerischen Gymnasien Rede und Antwort. Er werde bei allen anstehenden Entscheidungen einen offenen Diskussionsstil pflegen, "selbst wenn ich am Schluss derjenige bin, der den Kopf hinhalten muss."
Die Stimmung auf der Jahresversammlung war freundlich, dennoch machten die Eltern unmissverständlich ihre Haltung klar. "Der Unterrichtsstoff im G8 muss ohne Nachhilfe zu bewältigen sein", sagte der LEV-Vorsitzende Thomas Lillig. Der neue Lehrplan werde sich mehr an Kompetenz- und Grundwissen orientieren, ganz ohne Detailwissen gehe es jedoch nicht, erwiderte Kultusminister Schneider. Kürzen will sein Haus bei "Lernfächern" wie Geografie, Physik, Geschichte sowie Natur und Technik. Tabu seien hingegen Kernfächer wie Deutsch und Mathematik.
Im April soll der neue Entwurf dem Kabinett zur Entscheidung vorgelegt werden, zuvor will Schneider darüber mit den Eltern und dem Philologenverband diskutieren. Auch forderte er die Lehrerschaft auf, stärker zu einem exemplarischen Lernen überzugehen. "Wer nur das Buch von Seite zu Seite durchnimmt, der muss scheitern." Eltern hatten zuvor beklagt, dass viele "Unterrichtsbeamte" den Geist des G8-Lehrplans nicht Realität werden ließen und stattdessen weiterhin so lehrten, als gäbe es noch das G9.
LEV: Bayern hat Entscheidungen torpediert
Keine Annäherung gab es in der Frage der Stundentafel, bei der sich die LEV klare Kürzungsvorschläge erwartet hatte. Zurzeit müssen bayerische Schüler ein Pflicht-Pensum von 266 Jahreswochenstunden absolvieren. Das ist die Summe der wöchentlichen Unterrichtszeit von der fünften bis zur zwölften Jahrgangsstufe. 240 Jahresstunden hatte Lillig gefordert. Er sah dafür gute Chancen, nachdem die Kultusministerkonferenz (KMK) signalisiert hatte, von den 265 Jahreswochenstunden abzurücken. Nach dem jüngsten KMK-Beschluss reicht es, wenn der verpflichtende Fachunterricht nur mehr 260 Jahreswochenstunden abdeckt. Weitere Stunden sind nur noch ein fakultatives Angebot. Sie zu nutzen, liegt in der Entscheidung der Länder.
Ärgerlich stimmte Lillig, dass Bayern auf der KMK weiter reichende Entscheidungen torpediert haben soll. Er sprach von "Irritationen" und wies darauf hin, dass Ministerpräsident Günther Beckstein versprochen habe, Lehrplan und Stundentafel zu straffen. Minister Schneider machte jedoch deutlich, dass mit ihm eine Kürzung auf 240 Jahreswochenstunden nicht machbar sei. "Damit sind wir nicht mehr konkurrenzfähig." Darüber hinaus ließ er auch offen, ob und in welcher Weise Bayern den Spielraum von sechs Unterrichtsstunden nutzen werde.
Zu große Klassen als wesentliches Problem
Kürzungen sollte man "sich mehr als gut überlegen", sagte er, zumal da erfolgreiche Pisa-Länder in Ostdeutschland wie Thüringen oder Sachsen ihren Schülern 268 Jahreswochenstunden zumuteten. Niveauverluste werde er nicht dulden, sagte Schneider. Er wolle dafür werben, dass bayerische Anforderungen bundesweit Standard würden und kündigte ein zentrales "Südabitur" an. "Ich bin schon in Gesprächen mit Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen über gemeinsame Abituraufgaben in Mathematik und Deutsch." Die LEV fordert seit geraumer Zeit den Einstieg in ein bundesweites Zentralabitur.
Bessern sollen sich am G8 auch die Klassenstärken. Schneider will in den nächsten fünf Jahren die maximale Klassengröße auf 30 Schüler zurückfahren. "Wir werden dafür einen Stufenplan vorlegen", sagte er. Schon für das nächste Schuljahr gab er das Ziel vor: "Keine Klasse über 33 Schüler." Viele Eltern und Lehrer sehen zu große Klassen als wesentliches Problem des Gymnasiums. "Belastung ist doch nicht die Frage, ob eine Stunde mehr oder weniger unterrichtet wird, sondern wenn Klassen 32 Schüler und mehr überschreiten", sagte der Direktor des Bad Aiblinger Gymnasiums, Werner Fiebig.
(SZ vom 10.3.2008/ihe)
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Zuerst das G8 einführen und danach wird an gravierenden Fehlern herumgebastelt. Schon seit Jahrzehnten wird am Schulsystem nur gegen die Bildung der Schüler Politik gemacht. Aber die meisten Schüler sind halt keine Wähler auf die man überlegt zugehen muss.
Die das Geld haben schicken Ihre Kinder auf Privatschulen. Recht haben sie. Für vieles unnutzes wird Geld ausgegeben statt es endlich in die Bildung der Kinder und Jugend zu stecken. Zum Beispiel um Lehrer einzustellen um die Klassenstärken radikal zu reduzieren. Dann lassen sich auch Lehrinhalte (über die man sicherlich auch Diskutieren kann), wie von der Politik gewünscht, in kürzerer Zeit vermitteln.
Die Qualifikation eines Herrn Schneider interessiert mich wenig. Mich interessiert, daß die Kultuspolitik unsere Kinder tyrannisiert!
Die ganzen Länder-Kultusminister sollen weg, ein Bundeskultusministerium geschaffen werden. Das böte Chancengelichtheit von Süd nach Nord, Kostenersparnis, weil etliche Ministerien in ganz Deutschland wegfallen, Familien mit könnten problemloser umziehen, und und und ...
Schneider uns seine Vorgänger könnten mal sinnvolle ätigkeiten ausführen, aber da fehlts ja an der Eignung, nicht an der Qualifikation ....
Und es gibt auch Fälle, in denen unterschiedliche Lerninhalte in Parallelklassen vermittelt werden, weil es unterschiedliche Lehrer sind.
Es macht keinen Spaß mehr, täglich gefrustete Kinder anzusehen, die mit Lernstoff überfrachtet werden, der sinn-, konzept- und hirnlos aus dem Zusammenhang gerissen worden ist, weil nur Stundentafeln gefüllt werden müssen.
Stand CSU früher vielleicht für ca. sechzig Prozent, so wird die nächste Landtagswahl eher ca. sechst Prozent heißen. Mit dem Rauchverbot treiben sie eine Sau durchs Dorf, die wirklichen Probleme werden aber dilletantisch ausgesessen und wiedergekäut. Der Mensch, der diese G8-Misere verursacht hat, hat sich nach Brüssel verabschiedet und wird hofiert.
Warum hat man versäumt, sich z.B. in Österreich nach den dortigen Modalitäten zu erkundigen und ggf. zu verwerten? In diesem Nachbarland gibt es seit Jahr und Tag die achtjährige höhere Schule. Aber offenbar muss das Rad immer wieder neu erfunden werden.
Welche Qualifikation hat Herr Schneider eigentlich?
Ein Studium der Pädagogik, Lehramt....???
Die Situation an den Schulen wird von Jahr zu Jahr schlimmer, es wird planlos zwischen allen möglichen Konzepten hin und hergependelt und Politiker entscheiden nicht anhand der Bedürfnisse der Kinder oder neuester pädagogischer Erkenntnisse sondern nach Bauchgefühl.
Die Hauptschule ist ja schon ruiniert worden...jetzt geht es weiter mit dem Gymnasium und mit der Realschule werden sie auch noch fertig.
Es ist kein Wunder dass die Zahl der Privatschulen immer weiter zunimmt!
Die Eltern der Kinder die auf Privatschulen gehen sind keineswegs nur daran interessiert ihre Kinder in Richtung Elite zu trimmen, sondern sie wollen ihre Kinder vor dem chaotischen System "Regelschule" schützen.
Paging