Überdies waren der Anwalt und der Angeklagte seit Mitte der achtziger Jahre spinnefeind, weil Schreiber bei Geschäften in Kanada Millionen der Familie Strauß und viel Geld von Dannecker-Bekannten, wie dem Sänger Hermann Prey, verloren hatte.

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Um die angeblich zerstückelten 1,4 Millionen Mark nicht transparenzpflichtig zu machen, wäre es notwendig gewesen, mehr als siebzig vergleichsweise hohe Einzelspenden in die offizielle Parteikasse einzuspeisen, rechnet ein einstiger Kassenmann vor: "So etwas hat es nicht gegeben."

Die Angst ehemaliger Weggefährten

Auch weist die Auswertung der CSU-Rechenschaftsberichte für die Jahre 1989 bis 1994 keine Auffälligkeiten auf. Natürlich findet sich der Name des Milliardärs August Baron von Finck in den Unterlagen: 50.000 Mark hat er 1991 der Partei gespendet.

Warum einige aus der alten Garde im Zusammenhang mit alten Geldgeschichten nur anonym zitiert werden möchten, erklärt ein Gesprächspartner so: "Ich möchte nicht, dass Schreiber im Prozess Spinnereien über mich verbreitet."

Der Blick zurück lohnt sich dennoch. Strauß hat es schon arg getrieben. Zwischen Parteispenden und Gaben für seine Person konnte er nur schwer unterscheiden. Schon in den fünfziger und sechziger Jahren hatte er Sonderkonten eingerichtet, die weder der Fiskus noch die zuständigen Kassenwarte kannten.

Er hantierte großzügig mit Geld, das ihm Großindustrielle beflissen zusteckten. Wenn er dann einmal, wie Anfang der achtziger Jahre im Flick-Untersuchungsausschuss, gefragt wurde, welche Summen er von wem erhalten habe, hatte er "keine konkrete Erinnerung".

Bayern - Dorado der Sünder

Rund 1800 Parteispendenverfahren wurden damals von Bonner Staatsanwälten eingeleitet, weil ein Teil der Elite der Republik durch planmäßig betriebenen Steuerbetrug mit Millionensummen Parteikassen gefüllt und Politiker ausgestattet hatte.

Bayern erwies sich damals als Dorado für die Sünder. In Rekordzeit wurden die meisten der in den Freistaat abgegebenen Verfahren eingestellt, die anderswo mindestens zu Strafbefehlen geführt hätten. Politikern, die zur illegalen Umwegfinanzierung aufgefordert hätten, fehle der "Täterwille" (animus auctoris) befand damals das CSU-regierte Münchner Finanzministerium. Denn die Parteien profitierten nicht von der Steuerverkürzung.

So viel Verständnis blieb nicht unbemerkt. Bei der Commerzbank in Frankfurt fanden damals Ermittler Belege für landesspezifische Vorzüge im Freistaat: "Die Nachbarbanken zahlen über Filiale München, weil sie der Meinung sind, dass im Falle der Steuerprüfung die Steuern nur einem der CDU/CSU freundlich gesinnten Steuerbeamten bekanntwerden."

Vielleicht hat damals Schreiber etwas missverstanden, was in Ordnung ist und was nicht.

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(SZ vom 22.01.2010/jobr)