Der Streit geht weiter, doch das Verbraucherministerium bleibt hart: Von Januar 2009 an soll das Rauchverbot auch in Zeltbetrieben gelten.
Mit zusätzlichen Lüftungsschlitzen in ihren Zelten und unter Berufung auf die Bayerische Verfassung wollen 74 Festwirte aus ganz Bayern eine Lockerung des Nichtraucherschutzgesetzes durchsetzen. Auf der Regensburger Maidult haben die Gastronomen am Donnerstag ein Manifest veröffentlicht, in dem die Staatsregierung und die Landtagsabgeordneten "zur Umkehr und Einsicht" aufgerufen werden.
Bild vergrößern
Die Wirte wollen nicht aufgeben: Sie hoffen, die Staatsregierung "zur Umkehr und Einsicht" zu bringen. (© Foto: ddp)
Anzeige
Für den Betrieb von Festzelten müsse das Gesetz zum Schutz der Nichtraucher so geändert werden, "dass es der Verfassung entspricht", in der "bei staatlichen Restriktionen das Übermaßverbot" gelte. Auf der Dult in Regensburg werde derzeit bewiesen, dass "durch einfache Maßnahmen ohne staatlichen Zwang Nichtraucherschutz gewährleistet werden kann", heißt es in dem Manifest, das die Festwirte allen Landtagsmitgliedern und Ministerpräsident Beckstein zukommen lassen wollen.
Mit Unterstützung des Regensburger Oberbürgermeisters und bayerischen Städtetagsvorsitzenden Hans Schaidinger (CSU) haben der Wirt Michael Hahn und dessen Kollegin Petra Glöckl erstmals in Bayern ein Kompromissmodell vorgestellt, das ohne Belästigung von Nichtrauchern weiterhin das Rauchen in Festzelten ermöglichen soll. Zusätzliche Lüftungsschlitze in den Zeltplanen sollen für einen raschen Abzug von Tabakrauch sorgen. Zudem wurden in beiden Zelten Nichtraucherplätze ausgewiesen.
Angst vor Umsatzeinbußen
Bis Ende 2008 sind mit Rücksicht auf die Münchner Wiesn ohnehin alle Festzelte in Bayern vom Rauchverbot ausgenommen. Diese Übergangsregelung soll nach dem Willen der 74 Festwirte, die nun das "Regensburger Manifest" beschlossen haben, nach dem 1. Januar 2009 gesetzlich verankert werden.
Im Gegenzug bieten die Gastronomen an, in ihren Zelten nach dem Regensburger Vorbild zusätzliche Lüftungsschlitze anzubringen und ausreichend Plätze für Nichtraucher anzubieten. Damit werde bewiesen, so erklären die Wirte in ihrem Manifest, "dass ein gesetzliches Verbot, in Dult- und Festbetrieben zu rauchen, über das Ziel hinausschießen würde".
Wenzel Bradac, Präsident des bayerischen Landesverbands der Marktkaufleute und Schausteller, kündigte namens der 3000 Mitgliedsbetriebe eine weitere an die Staatsregierung gerichtete Resolution zum Verzicht auf ein generelles Rauchverbot in Festzelten an. Der Text werde "vielleicht noch ein bisschen aggressiver ausfallen" als die Formulierungen des Wirte-Manifests, sagte Bradac.
Für die Mitglieder seines Verbands sei "das Rauchverbot ein Schlag ins Gesicht" gewesen. Zusätzlich zu befürchteten Umsatzeinbußen der Festzeltbetriebe in Höhe von etwa 20 Prozent sei damit zu rechnen, dass Feste mit rauchfreien Zelten weniger Besucher anzögen. Dadurch würden auch die vom Rauchverbot nicht betroffenen Schausteller und Marktkaufleute, die in Bayern nach Bradac' Angaben 500 000 Arbeitsplätze bieten, finanziell in Mitleidenschaft gezogen. Der in Bad Windsheim ansässige Wirt Michael Hahn sagte, er habe "eine echte Hoffnung darauf", dass die Forderungen der Festzeltbetreiber im Landtag aufgegriffen würden.
"So ist das Gesetz"
"Es weiß ja jeder, dass das dumm gelaufen ist, als das Gesetz verabschiedet wurde. Und es ist ja nur ein Zeichen von Größe, wenn ein Fehler zugegeben und behoben wird", sagte Hahn. Wolfgang Schörnig, Leiter des Regensburger Umweltamtes, verwies darauf, dass auf der Dult bislang "keine Beschwerden" von Nichtrauchern bekannt geworden seien.
Im Münchner Verbraucherschutzministerium hinterlässt der Vorstoß der bayerischen Festwirte keinen Eindruck: "Ab dem 1. Januar 2009 wird nicht mehr geraucht in den Festzelten, ob mit Lüftungsschlitzen oder ohne. So ist das Gesetz", erklärte ein Ministeriumssprecher.
Der Landtag könne zwar jederzeit "eine Gesetzesinitiative einbringen, aber die sehe ich nicht", betonte der Sprecher. Der Verband "Pro Rauchfrei" lehnt eine Lockerung des bayerischen Nichtraucherschutzgesetzes strikt ab. Die angeblich bessere Belüftung der Zelte "hilft nichts", sagte der Verbandsvorsitzende Siegfried Ermer aus Erlangen. Es sei sinnvoller, "Raucherrefugien außerhalb der Zelte zu schaffen" und generell dafür zu sorgen, "die Raucher aus ihrer Suchtfalle herauszuholen".
(SZ vom 16.5.2008/ihe)
Wirbel um Obama-Biographie
Die neueste Antwort
Jeder sollte zu seinem Recht kommen! Raucher sollen rauchen, Nichtraucher sollen geschützt werden und für die Gastronomie sollte das Überleben gesichert werden.
Für die Kneipengänger sollte es eine einheitliche Orientierung mit Schildern vor und in der Kneipe geben. Lokale mit einem Raucherraum können das so dem Gast anzeigen.
Kleine Kneipen sollten bundesweit die Möglichkeit haben ihren Stammgästen das Rauchen in geschlossener Gesellschaft zu ermöglichen.
Diese "Raucherclub`s" sollten überall die gleiche Kennzeichnung haben und einen einheitlichen Mitgliedsausweis akzeptieren.
Im Internet habe ich dazu ein schönes Beispiel gefunden: www.drc-raucherclub.de - In der Form könnte es funktionieren und das Rauchverbot für alle erträglich werden!
Willi Piepenbrink
Fein dass Sie hier Herrn Ermer, den Initiator von prorauchfrei zitieren.
Gleiches möchte ich hiermit auch tun, um mal darzulegen was für ein Mensch dieser Herr Ermer ist:
-----------
Von Siggi am 23.01.2004 (Siggi = Siegfried Ermer, Anm. d. Verf.)
Der Kannibale von Rothenburg ist Raucher
Uns alle hat sicherlich die Tat des sog. "Kannibalen von Rothenburg" schockiert.
Z.Z. läuft bekanntlich der Prozess gegen den Mörder. Man streitet sich nun um die Frage, ob es Mord war oder Tötung auf Verlangen. Dazu haben zwei Gutachter den Täter untersucht. Beide befinden sie ihn als voll schuldfähig.
Nun sehe ich bei AOL ein Bild des Täters mit einer Zigarette in der Hand. Da stellt sich für mich die Frage, warum die Gutachter nicht auch untersuchen, inwieweit das schwere Nervengift Nikotin die Gehirnzellen des Mörders zerstört hat, so dass seine Steuerungsfähigkeit vermindert ist.
Gibt es überhaupt Untersuchungen, inwieweit Raucher häufiger als Täter von schweren Straftaten auszumachen sind? Wäre doch mal interessant!
Z.B. wieviele Mörder wurden in den letzten 10 Jahren verurteilt und wieviele davon sind Raucher?!
Ich freu' mich schon auf die Reaktionen der Drogenfreunde des Kannibalen.
Siggi
----------
Vielen Dank, liebe Sueddeutsche, für das Erwähnen solcher Zeitgenossen.
Wers nicht glaubt:
http://www.pro-rauchfrei.de/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=403
Nichtrauchen und kein Übergewicht sind nicht die einzigen Ursachen für Infarkt. Manchmal kommt es von zuviel Gift Produktion der Galle. Also weiterhin ist Vorsicht geboten.
Auch wenn die Haut und das Haar nicht mehr glänzt, sind das schlechte Vorboten.
Schauen Sie ruhig selbstkritischer in den Spiegel. Es gibt da ganz böse Fälle.
Da ich nicht rauche und kein Übergewicht habe, bin ich nicht infarktgefährdet. Da kann ich Sie beruhigen.
Setzen Sie doch einfach mal ein Bild zu Ihren Kommentaren oder gleich auf alle Zigarettenschachteln. Bin wirklich gespannt. Vielleicht höre ich dann tatsächlich auf.
Sie giften ja nun schon seit Monaten als Kommentator. Anhänger gibt es nicht viele. Wie in den Gaststätten. Fast nur rote Bewertungen spricht doch eine deutliche Sprache.
Hoffentlich halten Sie durch. Also ich drück Ihnen die Daumen, nur beim Rauchen gehts schlecht. Viel Zeit habe ich also nicht. Servus.
Paging