Regensburg Neues Gremium arbeitet Domspatzen-Skandal auf

Neben Bischof, Domkapellmeister und Internatsdirektor sitzen darin auch vier Opfervertreter.

Bistum und Opfervertreter haben ein Gremium ins Leben gerufen, das den Skandal um Missbrauch und Misshandlungen bei den Regensburger Domspatzen aufarbeiten soll. Dem Gremium gehören neben Bischof Rudolf Voderholzer, Domkapellmeister Roland Büchner und Internatsdirektor Rainer Schinko auch vier Opfervertreter und zwei Mediatoren an.

Wie die Opfervertreter auf ihrer Internetseite mitteilen, hat die konstituierende Sitzung des Gremiums bereits in dieser Woche stattgefunden, erste Gespräche seien "sehr konstruktiv" gewesen. Durch die neue Aufgabenteilung wird sich der vom Bistum eingesetzte Rechtsanwalt Ulrich Weber künftig ausschließlich darauf konzentrieren, die vollständige Zahl der Opfer aufzuklären.

Ulrich Weber hatte zu Beginn des Jahres einen Zwischenbericht zum Domspatzen-Skandal vorgelegt und davon gesprochen, dass über die Jahrzehnte hinweg bis zu 700 frühere Chorknaben zu Opfern geworden sein könnten. Die Mehrzahl der körperlichen Übergriffe durch Priester, Lehrer und Erzieher fand dem Bericht zufolge zwischen 1953 und 1992 in der Domspatzen-Vorschule in Etterzhausen und Pielenhofen statt, der sexuelle Missbrauch konzentriert sich auf die Fünfziger-, Sechziger- und Siebzigerjahre im Musikgymnasium und im Internat in Regensburg.

Auch in den späten Neunziger- und in den Nullerjahren könnte es einzelne Fälle sexuellen Missbrauchs gegeben haben, die entsprechenden Hinweise bedürften aber noch weiterer Untersuchungen, so Weber. Wann er einen Abschlussbericht mit endgültigen Zahlen vorlegen wird, lässt der Regensburger Rechtsanwalt weiterhin offen.

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