sueddeutsche.de: Wenn das eigene Kind erst einmal in so einem Kreis steckt, was können Eltern dann noch machen?
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Hieke: Sich von Experten beraten lassen. Die Szene funktioniert sehr speziell, fast sektenähnlich. Wir informieren erst einmal über die Rechtsextremen vor Ort: Also was gibt es für Gruppierungen, mit wem hängt der Sohn, die Tochter da eigentlich ab, um besser einschätzen zu können, wie ernst es ist. Eltern wollen von uns natürlich immer, dass ihr Kind ideologiefrei gemacht wird, aber das ist ein sehr, sehr langer Prozess. Und ich muss leider sagen: Das klappt nicht immer.
sueddeutsche.de: Wie können Sie dann den Eltern helfen?
Hieke: Sehr oft ist die Kommunikation zu Hause gestört, es gibt Streitereien. Aber es ist wichtig, den Kontakt bis zum Äußersten aufrechtzuhalten, damit die Kinder überhaupt noch einen Kontakt außerhalb der rechten Szene haben. Solche Kreise versuchen ja immer bewusst, die Jugendlichen von allen sozialen Beziehungen zu lösen, um sie besser kontrollieren zu können. Andere Freunde haben sich meist längst abgewendet, aber Eltern bleiben. Und den meisten Jugendlichen ist es nicht egal, was der Vater oder die Mutter denkt.
sueddeutsche.de: Also hilft nur ausdiskutieren?
Hieke: Rationale Argumente helfen natürlich oft wenig, wenn das Kind eine zwölfseitige Erklärung daheim hat, wieso der Holocaust zu leugnen ist. Dennoch muss man diskutieren. Wir hatten allerdings auch schon Fälle, da hat der Neonazi-Sohn plötzlich die eigene Mutter bedroht. Dann ist ein Beziehungsabbruch erst einmal das Beste.
Die Elternberatung der Bayerischen Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus ist unter 0151-23617782 zu erreichen
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(sueddeutsche.de/sonn/lala)
Surfrider Beach in Malibu
Die neueste Antwort
Wird heute zu so hohen Beträgen mit einer selbstvernichtenden Antwort beantwortet.
Seit wir 1982 die "geistig-moralische Wende" widerstandslos in unserem Vaterland haben etablieren lassen, wurde auch die Deformation der einstigen demokratischen, zivilgesellschaftlichen und ethisch-rechtstaatlichen Bundesrepublik Deutschland zu einer neuen Beistzstandsfeudalgesellschaft akzeptiert.
Der neue, alte Slogan lautete: "Können? Können muss nicht sein. Kennen! Kennen muss sein!".
Dieser ständisch-korporative Mechanismus einer Gesellschaft, die vom Vorstandsvorsitzenden der Citigroup Bank in den USA mit dem Begriff "Plutonomics" definiert wurde, spaltet auch unsere Land in die ca. 25% von Besitzenden, also den "haves" und die ca. 75% von fast Besitzlosen, also den "have nots".
Dass schon im Juni 1985 ein junger Mann in Stuttgart vor mir ging, der auf seinem T-Shirt-Rücken den Satz "Ich bin - Scheiße" durch diese Metropole der damals schon wie ein Viper heran wachsenden Neuen Sozialen Marktwirtschaft ging, erschreckte mich und ich las die Tagebücher meiner Großmutter aus der Zeit zwischen 1924 und 1934.
Ja, wir haben ihn schon längst wieder. Den Neuen Nazistaat. Wir haben es nur noch nicht wahr genommen, weil dieses Monstrum fast unbemerkt aus seinem Schlangenei gekrochen ist und wir den Neuen Nazismus, der sich nicht nur in der "geistig-moralischen Wende" sondern eben auch in der "Agenda 2010" und der "Reform- und Modernisierungspolitik der Gruppe Schröder-Fischer" genau so dokumentiert, wie in der Neuen Sozialen Marktwirtschaft einer Dr. A. Merkel, die doch in der Realität nichts anderes ist, als ein besitzständische und zu tiefst verkommene Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft, die ihren realen Charakter als Kannibalkpitalismus nicht nur an den sogen. "Börsen" zeigt, sondern überall in den Betrieben unseres Landes.
Die Neuen Kaderfunktionäre, die wir unter dem Begriff "Leistungsträger, Führungs-, Lenkungs- und Leitungskräfte" konfrontiert bekommen, vollziehen nichts anderes als die schwarzuniformierten Arbeitslagermanager, die zwischen 1935 und 1945 die leistungsoptimierung des Humankapitals des 3. Reiches gemanagt haben.
Ein schlimmer Blick in die Wirklichkeit, vor der sogar solche cineastischen Unterhaltungsgeschichten wie "Matrix" und/oder "Die Insel" fast verblassen.
Du bist nichts. Dein Beherrscher ist alles.
Und unsere bürgerlichen Parteien spielen dazu offenbar vergnügt das Lied vom Tod.
..dann sagt die Mama auf dem Weg ins Kinderzimmer: "ich muss mal nach dem Rechten sehen"
Nazis im Bayern? Kann ja gar nicht sein. Das hat sich bestimmt ein Ossi ausgedacht.
Letzte Woche wurde von der Süddeutschen ein Artikel veröffentlicht, deren Autorin klar herausgestellt hat, dass die ostdeutsche Diktatur und die "unterkühlten Verhältnisse bei der Aufzucht des Nachwuchses" für die ganze Naziproblematik verantwortlich seien.
Dass es Nazis im vorbildlichen Bayern gibt, kann ja demnach alles nicht sein. Hier werden Kinder ja von fürsorglichen Mamis zu Hause aufgezogen. Nicht wie im Osten, in Dunkeldeutschland, wo sie, kaum entbunden, von Rabenmüttern in Kinderkrippen deponiert werden, in denen man dann durch andauernde Prügelstrafen Nazi-Schläger aus ihnen macht.
Einige Forumsteilnehmer haben sich damals nicht entblödet, derart krude Thesen ernsthaft zu vertreten. Daher wende ich mich an all diese und ihre geistigen Wiedergänger:
Wacht mal auf aus Eurem Tagtraum. Gerade eure selbsterzogenen, artigen und vorbildlichen Ritalin-Kinder werden irgendwann in der Pubertät die Grenzerfahrung suchen, und da kommt ihnen der ganze Blut-und-Boden-Wahnsinn gerade recht. Nicht obwohl, sondern gerade weil es dem widerspricht, was die Eltern immer sagen. Und ihr werdet es nicht verhindern können, weil ihr irgendwann keine Bezugspersonen mehr sein werdet.
Das werden dann andere sein. Wenn Euer Kind bis dahin keine richtigen Freunde kennengelernt hat, weil es zu Hause durch seine Verwöhnmutti zu einem egoistischen Ekel erzogen worden ist, anstelle sich frühzeitig durch Umgang mit anderen Kindern zu sozialisieren - dann sind Nazis genau die unkritischen Kameraden, für die Charakter wenig, aber Kameradschaft viel zählt. Und ihre radikalen Ansichten sind wie für Pubertierende gemacht.
Da wäre natürlich noch ein anderes Szenario denkbar: Das Kind wird zwar zu Hause nicht geradeheraus zum Nazi erzogen, aber die existierenden Vorbehalte der Eltern gegenüber allem Fremden bekommt es natürlich trotzdem schön eingeimpft. Und in Bayern gibt es definitiv eine Menge derartige Ressentiments. Wenn dann die Nazis um die jungen Erwachsenen werben, finden sie fruchtbaren Boden für ihre Saat.
Klar werden mich alle Bayern für diese Argumentation hassen. Aber stichhaltiger als die krude DDR-Nazi-Theorie ist sie allemal. Nur, dass das in Gutmenschenhirne mit Heile-Welt-Komplex nicht hineingeht.
dem ist nichts hinzuzufügen. Aber leider wird der Deutsche seinen verfetteten Hintern nicht von der Couch erheben. Er wird weiter Jammern, auf diese Hirnamputiertenregierung schimpfen und nichts wird sich ändern.
Von mir aus kann Deutschland zur Hölle fahren. Die Hoffnung das sich hier bei den nächsten Wahlen was ändert ist gleich null.
Die die zur Wahlurne gehen wählen ihre Schlächter selber.
Und der Rest vertrottelt weiter vor RTL,SAT1 und dem Rest der Volksverblödungsprivatsender.
Also was soll sich hier ändern ?
Ich gebe der zivilisierten Welt maximal noch fünf Jahre im aktuellen Status Quo. Spätestens dann brechen Anarchie und Chaos aus. Es ist daher völlig egal, wie man seine Kinder erzieht oder ob man sie überhaupt noch erzieht. Es macht auch keinen Sinn, sich über künftige Renten aufzuregen, Berufsziele zu definieren, Geld zu sparen, in die Zukunft zu investieren oder - am allerschlimmsten - Kinder in die Welt zu setzen. Der Zerfall der Gesellschaft ist doch überall sichtbar, die Entsolidarisierung, das Diktat des Kapitals, die Chancenlosigkeit ganzer Generationen und Bevölkerungsgruppen. Das Leben ist doch heute schon für viele Menschen in diesem Land gar nicht mehr lebenswert, sondern nur noch ein einziges Hangeln und Überleben von Monat zu Monat. Und natürlich wird dies nicht besser, sondern von Jahr zu Jahr schlechter. Die Reichen verschanzen sich mittlerweile in Gated Communities, nur wer sich heute als Jugendlicher schon 100 %ig leistungsbereit, leistungswillig und absolut angepasst zeigt bzw. aufgrund seiner Startbedingungen zeigen kann, hat überhaupt noch eine Chance auf ein anständiges Leben. Früher wurde der desillusionierte Mob immer linker, heute wird er immer rechter. Und was machen die hoch alimentierten Politiker in ihrer Berliner Käseglocke? Tatenlos zusehen, sich selbst inszenieren und Rettungsschirme für die Banken aufspannen.
Um diesen schwerwiegend negativen Entwicklungen entgegenzuwirken, brauchen wir eine Revolution. Und zwar keine Tralala-Wutbürger, die im schicken Steppjäckchen gegen irgendeinen dämlichen Bahnhof oder eine Startbahn demonstrieren. Die Enttäuschten, Abgehängten, Übervorteilten und Zurückgelassenen werden sich formieren und aufbegehren. Noch leben wir hier in postbundesrepublikanischer Gemütlichkeit mit ratlosen Eltern, Politikern und Lehrern, die noch viel zu sehr in der seligen Vergangenheit verhaftet sind und was die Zukunft betrifft, höchstens an den nächsten Urlaub denken. Aber das wird sich ändern und das wird dann alles andere als gemütlich.
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