Psychiatrieinsasse Mollath Verlegung nach Ansbach wird erwogen

Schwierige Suche nach der Wahrheit

Seit fast sieben Jahren sitzt Gustl Mollath in der Psychiatrie, jetzt hat das OLG Nürnberg beschlossen: Das Verfahren um angebliche Körperverletzung und dunkle Bankgeschäfte wird wieder aufgenommen. Angefangen hat das Drama schon im August 2001. Eine Chronologie des Falls. mehr...

Seit fast sieben Jahren sitzt Gustl Mollath in der Psychiatrie, seit mehr als drei Jahren in Bayreuth. Nun prüft das dortige Bezirkskrankenhaus, ihn in eine andere Klinik zu verlegen - das Vertrauensverhältnis fehle. Mollaths Unterstützerkreis kritisiert die Verlegung dagegen harsch.

Von Olaf Przybilla

Das Bezirkskrankenhaus Bayreuth prüft eine Verlegung von Gustl Mollath in eine andere Klinik. Eine solche sei möglicherweise sowohl für den Klinikchef Klaus Leipziger als auch für Mollath sinnvoll, sagte der Direktor der Bezirksverwaltung, Rudolf Burger. Ein Vertrauensverhältnis zwischen Mollath und der Klinikleitung sei nicht gegeben.

Geprüft werde eine Verlegung in die Bezirksklinik Ansbach. Diese bestätigte eine Anfrage. Der Unterstützerkreis von Mollath kritisierte die mögliche Verlegung. Der 56-Jährige habe lang für ein Einzelzimmer kämpfen müssen, auch pflege er in Bayreuth soziale Kontakte.

Mollath hoffe auf ein Wiederaufnahmeverfahren und wolle sich darauf in der zuletzt angestammten Umgebung vorbereiten. Er ist seit fast sieben Jahren in Psychiatrien untergebracht, in den letzten dreieinhalb Jahren in Bayreuth.

Mollaths Anwältin Erika Lorenz-Löblein kritisierte Klinikchef Leipziger scharf. Dieser soll behauptet haben, sie habe einer Verlegung Mollaths zugestimmt. Dies sei falsch. Leipziger äußerte sich dazu nicht.