Prozessauftakt Mann soll Ehefrau aus Eifersucht getötet haben

Mit einem Teilgeständnis hat der Prozess gegen einen 32-jährigen Mann wegen des Totschlags an seiner Ehefrau begonnen. Der Verteidiger des Angeklagten verlas am Dienstag vor dem Landgericht Ingolstadt eine Erklärung seines Mandanten. Demnach hielt der Mann seiner Frau im Streit mit einem Tuch den Mund zu. Er habe die 48-Jährige damit lediglich beruhigen wollen. Die Frau, die er 23-jährig geheiratet hatte, sei die Liebe seines Lebens. Das Ehepaar hat einen achtjährigen Sohn.

Der 32-Jährige ist angeklagt, die Frau am 2. Januar aus Eifersucht umgebracht zu haben. Er soll ihr im Bad der Wohnung in Denkendorf (Landkreis Eichstätt) mehrmals einen harten Gegenstand auf den Kopf geschlagen haben. Danach würgte er sie, ehe er sie erstickt haben soll. Der Angeklagte ließ seine Frau vom Anwalt als dominante Erscheinung darstellen. Er habe sie dafür bewundert. Allerdings sei sie auch sehr jähzornig gewesen. Zuletzt habe es deshalb in der Beziehung gekriselt. Als der Verteidiger die Erklärung des 32-Jährigen vortrug, hielt dieser sich die Hand vor die Augen und begann zu weinen.

Der Anwalt schilderte, dass sein Mandant am Tattag eine E-Mail eines ihm unbekannten Mannes samt Küsschenzeichen entdeckt habe. Darauf angesprochen sei die 48-Jährige ausgerastet und habe ihn geschlagen. Es begann eine Rangelei, in deren Folge der Mann die Frau zu Boden drückte und ihr ein Gefäß mehrmals auf den Kopf schlug. Als die Frau geschrien habe, hielt er ihr den Mund zu, damit das Kind nichts hört. Da sie ihn gebissen habe, "nahm er ein Tuch, hielt es ihr auf den Mund und drückte sie an sich". "Er hat schlicht nicht gemerkt, dass sie keine Luft mehr bekommt", sagte der Verteidiger. "Er wusste nicht, dass er den Tod damit herbeiführt." Der Prozess wird fortgesetzt.