Prozessauftakt Erzieher gesteht Missbrauch von Heimkindern

"Bedaure es zutiefst": Ein Familienvater soll sich an fünf Jungen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren vergangen haben - der Prozess vor dem Landgericht in München beginnt mit einem Geständnis.

Geständnis zum Prozessauftakt: Ein pädophiler Erzieher eines Jugendheims im oberbayerischen Weyarn hat vor dem Landgericht München den sexuellen Missbrauch von fünf Kindern und Jugendlichen eingeräumt. Er habe in der Untersuchungshaft "244 Tage Zeit gehabt, über die Situation nachzudenken", sagte der 57-jährige am Dienstag vor dem Münchner Landgericht. "Alles wird von mir zutiefst bedauert".

Seit diesem Dienstag muss sich der Mann vor dem Landgericht München verantworten. Der Vorwurf: Sexueller Missbrauch an 25 Schutzbefohlenen.

Die Heimleitung hatte den Mann trotz einer einschlägigen Vorstrafe eingestellt. Der Angeklagte ist wegen Besitzes von Kinderpornografie vorbestraft. Allerdings sei er bei seiner Einstellung nicht nach Verurteilungen gefragt worden, gab der Pädagoge vor Gericht an.

Die Jugendschutzkammer gab zum Prozessauftakt den Hinweis, dass neben einer Gefängnisstrafe auch Sicherungsverwahrung in Betracht komme. Um die Voraussetzungen ­ für einen Hang zu schweren Straftaten ­ zu prüfen, hat das Gericht einen Psychiater herangezogen.

Das Jugendheim für schwer erziehbare und straffällig gewordene Kinder und Jugendliche in Weyarn hatte den Angeklagten am 1. Januar 2009 angestellt, wo er für "pädagogische Betreuung und Förderung" zuständig war. Bereits wenige Wochen später soll sich der Angeklagte einem damals 14-jährigen Jungen genähert haben. Er soll den Schüler im Heim und auf einem Kroatien-Ausflug im September 2008 in einer Vielzahl von Fällen missbraucht haben, wobei er dem Jungen Geld und Zigaretten für sein Schweigen gegeben haben soll.

Im selben Zeitraum soll er auch seine anderen Schutzbefohlenen im Alter von zwölf bis 15 Jahren missbraucht haben, von denen drei sich heftig zur Wehr setzten. Der Angeklagte wird darüber hinaus beschuldigt, einem 17-jährigen Heimbewohner Pornovideos und -fotos auf seinem Laptop gezeigt zu haben.

Er benötige psychologische Hilfe, "damit ich in bestimmten Situationen nicht in Gefahr komme", sagt er vor Gericht. Der verheiratete Familienvater machte seine Frau verantwortlich: Sie habe ihn öfter betrogen - "da begann das Versagen".