Prozess wegen Kindesmisshandlung Acht Jahre Haft für Mutter

Eine 22-Jährige hat ihren Sohn so schwer misshandelt, dass er wohl für immer geistig behindert bleibt. Jetzt hat sie das Landgericht Nürnberg zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Die Mutter hatte gestanden, das Kind mit voller Wucht auf den Boden geworfen zu haben - sie befürchtete, von ihrem Freund verlassen zu werden.

Die 22-Jährige hat ihr Kind so schwer misshandelt, dass es wohl für immer geistig behindert bleibt.

Aus Eifersucht warf eine 22-Jährige kurz nach Weihnachten 2011 ihren einjährigen Sohn mit voller Wucht auf den Boden und trat gegen den kleinen Körper. Dabei wurde der Junge schwer verletzt, er bleibt wohl für immer geistig behindert. Nun wurde die Mutter vom Landgericht Nürnberg-Fürth zu acht Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Damit blieb Richter Günter Heydner unter den von der Staatsanwaltschaft geforderten zwölf Jahren.

Die Verteidigung plädierte auf fünf Jahre. Die 22-Jährige hatte zu Prozessbeginn ein Geständnis abgelegt, während der Vorstellung eines psychiatrischen Gutachtens und der anschließenden Urteilsverkündung zeigte sie aber keinerlei Regung. Sie begründete ihre Tat während der Verhandlung damit, dass sie befürchtete, von ihrem Freund verlassen zu werden.

Richter Heydner erklärte sich das grausame Verhalten der Mutter in seiner Urteilsbegründung mit der Verlustangst und Eifersucht, die schon ihre früheren Beziehungen prägten. Mit 20 sei sie schwanger geworden und mit ihrem damaligen Freund zusammengezogen. Beide seien "schwierige Personen", fügte er hinzu. "Das Kind war kein Wunschkind, aber man entschloss sich, als kleine Familie zusammenzuleben", sagte Heydner.

An dem entsprechenden Tag dann habe sie mit der Spielekonsole und dem Fernseher zunächst alles zerstört, was ihrem Freund gehörte, zum Schluss habe sie das Kind genommen. Ihr Sohn erlitt dabei ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und einen Schädelbruch.

Die Mutter sitzt seit ihrer Festnahme in Untersuchungshaft. Anfängliche Ermittlungen gegen den Vater wurden eingestellt. Er hatte nach seiner Rückkehr nicht sofort einen Arzt alarmiert, sondern bis zum nächsten Morgen damit gewartet. Das Kind lebt mittlerweile bei den Eltern des Vaters.