Aus Protest gegen den Anbau von Genmais haben Gegner ein Feld in Unterfranken gestürmt und verwüstet. Trotz Festnahmen haben sie für heute weitere Aktionen angekündigt.
Gentechnikgegner haben am Sonntagmorgen nahe Kitzingen ein Genmaisfeld verwüstet. Die Polizei nahm rund 50 Personen fest. Ihnen wird Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung vorgeworfen, wie Polizeisprecher Heinz Henneberger auf ddp-Anfrage sagte.
Nachdem Genmais-Gegner ein Feld in Unterfranken gestürmt hatten, wurden 50 Aktivisten festgenommen. (© Foto: dpa)
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Im Vorfeld war die Rede davon, dass rund 500 Gentechnik-Gegner, die sich "Feldbefreier" nenen, in Unterfranken Genmaisfelder zerstören wollen
Die Aktivisten hatten sich in einem Waldstück nahe Westheim bei Kitzingen versteckt und waren gegen 6.30 Uhr in ein mit Flatterband abgesperrtes Genmaisfeld eingedrungen. Dort zertrampelten sie auf einem Viertelhektar die Pflanzen und rissen sie heraus. Der Sachschaden an dem Feld wird auf rund 600 Euro geschätzt.
Henneberger sagte, die Polizei sei eingeschritten und habe die Täter festgenommen. Dabei habe es zum Teil passiven Widerstand gegeben. Einige Aktivisten hätten weggetragen werden müssen.
Eine Sprecherin der Genmaisgegner hatte im Vorfeld auf Anfrage gesagt, ihr sei die Rechtslage bewusst. Sie würden sich aber vorsätzlich darüber hinwegsetzen.
Für ähnliche Aktionen waren in den vergangenen Jahren Aktivisten wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung zu Geldstrafen von bis zu 600 Euro verurteilt worden. Die Polizei rechnete mit weiteren ähnlichen Aktionen im Laufe des Tages. Für den späten Vormittag war im nahe gelegenen Repperndorf ein Demonstrationszug gegen Gentechnik in der Landwirtschaft angekündigt.
(ddp-bay/bica)
Rekord in Deutschland
Die neueste Antwort
Die wirtschaftliche Nutzung der Gentechnologie ist an die Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen oder Organismen gebunden und hier entsteht ein großes Gefahrenpotential. Es fehlen jegliche Vorstellung und Risikoanalyse darüber, was unter Freilandbedingungen eintreten kann. Der einmal freigesetzte gentechnisch veränderte Organismus kann nie wieder eingefangen werden und seine Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht des Biotops sind nicht einmal abschätzbar.
Die Flächen mit den drei wichtigsten gentechnisch modifizierten Sorten Soja, Mais und Raps sind deutlich gewachsen. Demgegenüber ist die insektenresistente Baumwolle in den Vereinigten Staaten rückläufig. Bei den genannten vier Pflanzenarten ist der Anteil der gentechnisch erzeugten Sorten am gesamten Saatgut auf knapp ein Viertel gestiegen. Fast schon ein Drittel der Sojabohnen werden weltweit mit biotechnologisch hergestelltem Ausgangsmaterial erzeugt.
@klabautermeier: Mit Zynismus und Sarkasmus kommen wir kaum weiter - wie wäre es mit Herz und Verstand? Und auch Taten dürfen nicht fehlen. Es braucht durchaus auch symbolische Aktionen, um Zeichen zu setzen. Sie können ja gerne bei ihrem Auto anfangen - isch ´abe nämmlisch gar kein auto! :-)
@weinpilot:
Sie vermissen eine "Alternative" (Zur Feldbefreiung???)
Ich habe doch einen Vorschlag gemacht, wie man ein mE weitaus drängenderes Problem ganz einfach lösen kann, vor allem, wenn das eigene Auto vor der eigenen Haustür steht. Da muss man nicht erst bis zum nächsten Genmais-Feld fahren und zeigen,
- dass man sich bei der Rettung der Welt nicht nur auf einem Feld betätigt (der Kalauer sei verziehen), sondern einen ganzheitlichen Lösungsansatz verfolgt (Genmais und CO2, Verkehrstote und -verletzte, Feinstaub....).
- und auch in seinerGewissensentscheidung konsequent ist
Und was erreichen die "Feldbefreier" konkret mit ihren Aktionen?
(mancherorts geht man ja beim Feldbefreien besonders umweltfreundlich vor und verschüttet Diesel auf den Feldern: Ein Sieg für die globale Umweltbewegung und die ganze Menschheit!)
@Metropolenfan: Ihre Meinung hakt an mehreren Punkten: Erstens wird Genmais in der Hauptsache als Futtermittel und Energiepflanze angebaut, und trägt somit zu einer Verschlechterung der Welternährungskrise bei.
Zweitens handelten die Lebensmittel- und Saatgut-, Chemie- und Biotechnologiekonzerne noch nie im Sinne der armen Länder - es geht rein um den Profit (siehe zu diesem Themadazu auch meinen weiter unten stehenden Kommentar)!
In meinem letzten Kommentar schrieb ich von "Pflanzenschutzmitteln", die die Kleinbauern teuer einkaufen müssen, wenn sie genmanipuliertes Saatgut beziehen.
Das war ein Flüchtigkeitsfehler, denn es handelt sich um Total-Herbizide, also Unkrautvernichtungsmittel, auf die das genmanipulierte Saatgut resistent ist und somit beim Einsatz nur alle anderen behandelten Pflanzen absterben.
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