Ärger im Bistum Augsburg: Ein hoher Geistlicher aus Kempten quittiert seinen Dienst wegen Bischof Mixas Vertreter Grünwald - und klagt über "empörende Perspektivlosigkeit".
Das Bistum Augsburg kommt nicht zur Ruhe. Nach der Entlassung des Augsburger Bischofs Walter Mixa ist der katholische Dekan in Kempten, Michael Lechner, aus Protest gegen die Bestellung von Weihbischof Josef Grünwald zum Verwalter des Bistums zurückgetreten.
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Aus Protest gegen die Bestellung von Weihbischof Josef Grünwald (im Bild) ist der Dekan von Kempten zurückgetreten. (© Foto: dpa)
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Die Pfarrei St. Lorenz bestätigte an diesem Dienstag einen Bericht der Allgäuer Zeitung. Danach habe Lechner die Wahl des 73-jährigen Grünwalds als "empörende Perspektivlosigkeit" bezeichnet. Lechner ist seit 2008 Dekan von 14 Pfarrgemeinschaften und fünf Pfarreien. Die Diözese bräuchte jetzt andere Signale, sagte der Geistliche. Er wolle den jetzt eingeschlagenen Weg nicht mitgehen.
Der Vorsitzende des Augsburger Diözesanrates Helmut Mangold stellte sich hinter die neue Bistumsleitung. Lechners Kritik wies er als "unpräzise" zurück. Dieser müsse näher erläutern, was er unter "Perspektivlosigkeit" verstehe.
Nach Mangolds Auffassung bildet Grünwald mit seinem Stellvertreter, dem früheren Generalvikar Karlheinz Knebel, ein gutes Team, um einen Neuanfang im Bistum zu organisieren.
Der Missbrauchsvorwurf gegen den zurückgetretenen Augsburger Bischof Walter Mixa gerät derweil in Zweifel. Der Ingolstädter Oberstaatsanwalt Helmut Walter sagte am Dienstag im Bayerischen Rundfunk, die Hinweise reichten nicht, um einen "konkreten Straftatbetand zu benennen".
Wann über die Einstellung der Vorermittlungen oder die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens entschieden wird, ist noch offen.
Hinweis aus dem Mitarbeiterkreis
Papst Benedikt XVI. hatte Mixas Rücktrittsgesuch am Wochenende angenommen. Den Rücktritt hatte er auf Druck der Kirche angeboten, weil ihm vorgeworfen wurde, früher als Pfarrer ehemalige Heimkinder verprügelt und Geld der Waisenhausstiftung Schrobenhausen veruntreut zu haben. Kurz darauf hatte das Bistum Augsburg einen Hinweis, Mixa habe sich als Bischof von Eichstätt eines sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht, an die Staatsanwaltschaft weitergegeben.
Die entscheidenden Hinweise auf einen möglichen sexuellen Missbrauch durch Bischof Walter Mixa sollen aus dem Mitarbeiterkreis des Bistums Eichstätt gekommen sein.
Nach Informationen des Donaukuriers soll eine Mitarbeiterin im Bereich Aus- und Weiterbildung Informationen nach Augsburg gegeben haben, ohne die Diözesanleitung in Eichstätt verständigt zu haben.
Ein im Internet genanntes angebliches Opfer Mixas aus dem Bistum Eichstätt hatte alle Behauptungen als unwahr zurückgewiesen. Der Augsburger Anwalt Mixas bemüht sich derzeit um Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft Ingolstadt. Seinen Angaben zufolge ist Mixa grundsätzlich bereit, sich von der Staatsanwaltschaft vernehmen zu lassen, wenn es konkrete Verdachtsmomente geben sollte.
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(dpa/AP/ehr/odg)
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Die neueste Antwort
Hasta la vista, baby!
Ihr Argwohn gegenüber dem Wort "heute" wäre völlig überflüssig gewesen, wenn die SZ nicht wieder einmal völlig falsch zitiert hätte.
Benedikt hat, wie die Videoaufnahme beweist, das Wort "heute" ("oggi") nicht an der Stelle gebraucht, an der es der SZ-Bericht setzt. Er hat gesagt "Wir sehen heute..." und nicht "der größte Angriff auf die Kirche kommt heute...". Die SZ setzt das Wort "heute" zweimal und dreht die Reihenfolge der Sätze auch noch um.
Man versucht eben alles...
Mangold: "Dieser müsse näher erläutern, was er unter "Perspektivlosigkeit" verstehe."
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Das, Herr Mangold, sagt schon vieles. Sie haben es immer noch nicht verstanden:
Der Sünder ist ja weg und die Karawane zieht weiterhin in die Wüste.
um die "Sache" zu befördern; darfhin entsprach der Papst am Samstag der Bitte Mixas, ungewöhnlich rasch für vatikanische Gepflogenheiten. Eile schien aus Sicht Losingers auch geboten, gab es doch Anzeichen, dass Mixa sich in seinem Schweizer Klinik-Exil ernsthaft überlegte, sein Rücktritts-Gesuch zurückzunehmen.
Aufrichtigkeit in Bezug auf die wahre Verwendung von Stiftungsgeldern, zweckgebunden für ein Waisenhaus, oder doch eher Messweinkeller?
Wahrhaftigkeit in Bezug auf die Anwendung körperlicher Gewalt gegenüber Schutzbefohlenen?
Solidarität mit den Schwächsten der Schwachen, den Waisenkindern oder doch eher Monsi/Hasi?
Nächstenliebe in Bezug auf eidesstattliche Versicherungen aus dem Halbdunkel unbedeutenden Geschwätzes?
Keine weiteren Fragen, Euer Ehren!
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