Polizeihund fällt Kinder an Beamte sprechen von "Fehlverhalten"

Sechs Kinder sind verletzt: Ein Schäferhund hat im mittelfränkischen Allersberg eine Gruppe spielender Fünf- bis Neunjähriger gebissen. Die Polizei geht von einem Fehlverhalten der Hundeführerin aus.

Nach dem Angriff eines jungen Polizeihundes auf sechs Kinder im mittelfränkischen Allersberg geht die Polizei von einem Fehlverhalten der Hundeführerin aus. Nach bisherigem Kenntnisstand habe die 41-jährige Beamtin gegen Vorschriften verstoßen, teilte die Polizei mit.

Bis zur Aufklärung des Falles werde die Polizistin nun in einem anderen Bereich eingesetzt. Der zwei Jahre alte belgische Schäferhund müsse möglicherweise eingeschläfert werden, erklärte der Sprecher. Von den verletzten sechs Kindern werden zwei weiterhin im Krankenhaus behandelt.

Der Polizeihund hatte am Sonntag die Kinder angefallen, während sie spielten - und sie am ganzen Körper gebissen. Die fünf bis neun Jahre alten Kinder wurden in Kliniken gebracht, drei mussten dort stationär aufgenommen werden. Sie sollen zum Teil erheblich verletzt sein.

Der Hund lief während einer Veranstaltung im Allersberger Ortsteil Polsdorf frei herum. Plötzlich soll er die Kinder aus noch ungeklärter Ursache angefallen haben. Warum das Tier frei herumlief, war zunächst nicht klar. Der Hund gehört dem Freistaat Bayern und wird zum Polizeihund ausgebildet.

Erst im Mai hatte ein Polizeihund im oberpfälzischen Waldmünchen eine Rentnerin ins Bein gebissen. Das Tier war nicht angeleint. Auch in diesem Fall wurde gegen den Beamten wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Der Polizist war bei einem Lehrgang in der zentralen bayerischen Diensthundeschule im Waldmünchener Ortsteil Herzogau (Landkreis Cham). Nach einer Übung hatte er das Tier zum Auto bringen wollen, als es zu dem Zwischenfall kam.