Prozess gegen leitenden Polizisten wegen Koerperverletzung hat begonnen

Prügelnder Polizeichef

Er schlug den Kopf eines gefesselten Schülers gegen die Wand, trat und ohrfeigte ihn: Das Landgericht Traunstein hat den vom Dienst suspendierten Rosenheimer Polizeichef deshalb im November 2012 zu elf Monaten auf Bewährung verurteilt. Damit behält der 51-Jährige seinen Beamtenstatus. Der Vorfall, über den verhandelt wurde, hatte sich an einem Samstagabend auf dem Rosenheimer Herbstfest im Sommer 2011 zugetragen. Der 15-jährige Florian K. (Name geändert) hatte zusammen mit zwei Freunden eine Gruppe von Volksfestbesuchern angepöbelt und auch tätlich angegriffen. Zwei Polizeibeamte nahmen ihn fest und fesselten ihm die Hände auf dem Rücken. In dieser Situation schaltete sich Polizeichef Rudolf M. persönlich ein und führte zusammen mit einem Kollegen den Jungen zur Wiesenwache. Dort traktierte er den Jugendlichen mit Kniestößen ins Gesäß und versetzte ihm zwei Ohrfeigen. Was sich danach auf der Wiesenwache abspielte, wurde vom Angeklagten und dem Geschädigten vor Gericht ganz unterschiedlich geschildert. Der Ex-Polizeichef sagte, er habe dem Jungen lediglich einen leichten Stoß in den Rücken versetzt, damit der sich auf die Bank setzen sollte. Dabei sei Florian K., von ihm völlig unbeabsichtigt, mit dem Gesicht gegen die Wand geprallt. Der Jugendliche dagegen berichtete, er habe schon auf der Bank gesessen, als M. ihn an den Schultern hochgerissen, ihn umgedreht und mindestens dreimal mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen habe. Unbestritten waren nur die Folgen: Ein Schneidezahn brach ab, die Lippe platzte auf, Florian K. blutete stark.

Bild: dapd

6. Februar 2013, 10:14 2013-02-06 10:14:31

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