Ruhestörung mit Folgen

Es geht um Ruhestörung - nicht zum ersten Mal in der Wohnung in der Truderinger Straße in München: Eine Polizeistreife klingelt bei Familie L., einem Ehepaar mit drei Söhnen. Elke L. öffnet, es kommt zu einem Wortwechsel, die Beamten des USK rücken zur Verstärkung nach. Insgesamt sind nun neun Polizisten an der Wohnungstür.

Der 18-jährige Sohn des Ehepaars beleidigt die Polizisten und schmeißt mit einem Gegenstand. Da werfen die Beamten den geistig behinderten Sohn zu Boden. Seine Eltern wollen ihn schützen, auch sie werden zu Boden geworfen. "Weil sie sich gewehrt haben", so die Polizisten bei der Gerichtsverhandlung im Oktober 2011 - bei der die Familie angeklagt ist, nicht die Polizei.

Der Vater wird schließlich verurteilt - wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, er muss 225 Euro Strafe zahlen. Der Grund: Er soll einen Polizisten geschubst und am Arm festgehalten haben. Seine Verteidigung sagt: Er habe lediglich die Hände nach vorne gestreckt. Er ist blind.

Foto: Symbolbild

Bild: dpa 6. Februar 2013, 10:142013-02-06 10:14:31 © Süddeutsche.de/Lisa Sonnabend/tob/holz/afis