Politischer Aschermittwoch Wettkampf um den größten Stammtisch

Den Mund zu voll genommen? Die Opposition glaubt CSU-Generalsekretär Dobrindt nicht.

(Foto: dpa/Tobias Hase)

Er sei ein Falschmünzer und mache sich zur Witzfigur: Generalsekretär Dobrindt hat beim politischen Aschermittwoch der CSU 7000 Besucher gezählt. Dabei passen in die Passauer Halle eigentlich nur 4000 Menschen. Nun bezeichnet ihn die Opposition als Lügner - und hat den Innenminister eingeschaltet.

Die Passauer Dreiländerhalle der CSU ist für 4000 Menschen ausgelegt. Im SPD Zelt in Vilshofen stehen Bierbänke, auf denen mindestens 4500 Menschen Platz haben sollen. Trotzdem wollte sich die CSU am politischen Aschermittwoch in Niederbayern keinesfalls geschlagen geben. "Die größte Kundgebung wird bei der CSU in Passau stattfinden", erklärte Generalsekretär Alexander Dobrindt. "Wir machen nicht nur eine Kundgebung in einem Zelt, wir veranstalten ein echtes Bayern-Festival." Am Ende sprach er von 7000 Besuchern.

Doch auch für die SPD war das Zelt in Vilshofen in diesem Jahr die eigentliche politische Botschaft: Das große, volle Zelt, größer angeblich als die Halle der CSU im zwanzig Kilometer entfernten Passau. "Das ist die größte politische Aschermittwochsveranstaltung, die Bayern je gesehen hat", sagte Generalsekretärin Natascha Kohnen denn auch zur Begrüßung.

Nachdem die Parteien am Aschermittwoch traditionell über den politischen Gegner hergezogen waren, hat der Zahlenwettstreit zwischen CSU und SPD nun ein parlamentarisches Nachspiel. Denn auch die Freien Wähler haben sich jetzt eingeschaltet. Sie wollen von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) höchstpersönlich wissen, ob Dobrindt "schlichtweg gelogen hat".

Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger zumindest spricht von einer "Lüge" Dobrindts. "Wer 4000 nicht von 7000 unterscheiden kann und beinahe täglich aus selbst in Auftrag gegebenen Umfragen 46 bis 48 Prozent für die CSU verkündet, macht sich zur Witzfigur", sagte er. "Falschmünzer Dobrindt" habe vor den Augen seiner Lehrmeister Edmund Stoiber und Horst Seehofer den Mund mal wieder zu voll genommen.

Auch SPD-Generalsekretärin Natascha Kohnen griff die CSU an. Die sei bei den Kundgebungen am Aschermittwoch auf Platz 2 zurückgefallen. "Ein guter Verlierer findet sich mit seiner Niederlage ab - und versucht nicht, sich mit Tricks und Schmutzeleien zum Sieger zu erklären", sagte sie.