Von Kassian Stroh, Passau

Günther Beckstein und Erwin Huber üben noch beim Politischen Aschermittwoch der CSU, und Edmund Stoiber genießt den Jubel der Getreuen.

Der Politische Aschermittwoch ist noch keine acht Minuten alt, da ist das Problem von Günther Beckstein und Erwin Huber schon laut zu hören: Oben auf der Bühne hat der niederbayerische CSU-Bezirkschef Manfred Weber soeben den Ehrenvorsitzenden der Partei begrüßt - Edmund Stoiber. Großer Beifall, einige rufen "Edmund, Edmund", Stoiber steht auf und winkt, aber nur kurz, er will die Stimmung nicht anheizen. Er ist ja nur Gast.

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Aber auch so ist der Beifall zur Begrüßung für ihn lauter als für Huber und für Beckstein. Schon beim Einzug hatte sich der frühere CSU-Chef und Ministerpräsident feiern lassen, seine Sicherheitsbeamten wollten ihn durch einen Seiteneingang hineingeleiten. Aber Stoiber dekretierte: "Ich will mitten durch."

Es ist der erste Aschermittwochs-Auftritt des neuen Führungs-Duos der CSU - eine Pflichtaufgabe, die Stoiber vor einem Jahr zur Königsdisziplin eines jeden Parteivorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten erklärt hatte. Schulter an Schulter sind seine Nachfolger in die Dreiländerhalle in Passau geschritten, sichtlich angespannt. Huber mehr noch als Beckstein.

An den Wänden hängen Transparente, in Reih und Glied, um nur ja nicht das fernsehgerechte Design zu zerstören - die Sprüche haben sie in der Parteizentrale zuvor sorgfältig ausgewählt. "Huber und Beckstein - Unser Dreamteam für Bayern" zum Beispiel.

Was sie aber nicht steuern konnten, ist, dass hinten links nun einer steht und permanent ein Schild in die Höhe reckt: "Edmund, wir vermissen Dich!", steht darauf. Ob sie es wollen oder nicht, und man darf davon ausgehen, dass eher Letzteres der Fall ist - an Stoiber werden die beiden Neuen auch hier in Passau gemessen.

Das Interessante ist ja, dass die CSU hier jedes Jahr unter mächtiger medialer Anteilnahme den "größten Stammtisch der Welt" veranstaltet, dass sie an ihrer Spitze aber seit langem keine guten Redner mehr hat. Stoiber war keiner, aber er schaffte es irgendwie, trotz großer Exkurse in die Weltpolitik die Halle bis zu drei Stunden lang bei sich zu halten.

Beckstein und Huber hingegen, die die weite Welt thematisch allenfalls streifen und lieber über bayerische Schulen und den "Linksruck" der SPD sprechen, stehen recht einsam oben auf dem Podium. Geschickt mindert zumindest Beckstein den Erwartungsdruck, indem er sich gleich zu Beginn als "nüchternen und seriösen Menschen" beschreibt, "der das manchmal unterkühlt darstellt" - was alles andere als eine passende Selbstdarstellung für einen zünftigen Aschermittwoch ist.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wieso Horst Seehofer die CSU für eine problemfreie Zone hält.

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