Die Stimmung bei der BayernLB ist schlecht. Doch statt ihren Chef auszupfeiffen, greifen sie zu anderen Mitteln - auf die Kemmer nicht vorbereitet ist.
Vor einem Jahr haben mehr als 1000 Beschäftigte der Landesbank vor der Münchner Konzernzentrale für ihren Vorstandschef Michael Kemmer demonstriert. Damit verhinderten sie, dass er von Ministerpräsident Horst Seehofer abgesetzt wurde.
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Die Stimmung bei der Bayerischen Landesbank ist schlecht - und die Mitarbeiter lassen sich das anmerken. (© Foto: seyboldtpress)
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Die Stimmung hat sich in einem Jahr geändert. Vergangenen Mittwoch haben mehr als 1000 Mitarbeiter bei einer Personalversammlung ihren Unmut über Kemmer bekundet. Doch die Angestellten pfiffen nicht, und sie beschimpften ihn auch nicht. Sie lachten den Bankchef einfach aus. In dem Moment, als er sagte, das Betriebsklima sei gut.
Auf diese Reaktion war Kemmer nicht vorbereitet. Ihm seien "die Gesichtszüge eingefroren, er war wie versteinert", sagt einer, der das miterlebte.
Kemmers Fall vom Helden zum Buhmann hat viel damit zu tun, dass die Landesbank, die nur mit staatlicher Hilfe überleben kann, überall kürzt. Bei der Altersversorgung, bei den Zulagen und sogar beim Putzdienst in den Büros.
Das sei aber nicht der einzige Grund für die Verärgerung, sagen Mitarbeiter. Es liege auch daran, wie der Vorstand dabei vorgehe. Die Belegschaft werde bei den Sparplänen nicht oder zu spät einbezogen. Das habe Personalratschef Diethard Irrgang bei der Versammlung deutlich kritisiert, sagen Teilnehmer des Belegschaftstreffens. "Der Vorstand redet nicht mit uns", klagen Mitarbeiter. "Wir würden heute nicht mehr für Kemmer demonstrieren."
Vor einem Jahr musste der Freistaat seine Landesbank mit zehn Milliarden Euro vor der Pleite retten. Die BayernLB hatte sich beim Handel mit Kreditpaketen aus Übersee verspekuliert. Bei einem Teil der Belegschaft stößt der Vorstand durchaus auf Verständnis für die geplanten Einschnitte. Eine "beamtenähnliche Versorgung" sei nicht mehr möglich, wird in der Konzernzentrale auch unterhalb der Chefetage eingeräumt. Der Vorstand igele sich ein, statt die Beschäftigten einzubeziehen, wird kritisiert. Viele Mitarbeiter klagen nun gegen die Kürzung der Pensionen.
(SZ vom 08.12.2009)
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War es nicht so, dass Herr Huber monatelang gemauert hat? Jeden, der detailierte Fragen aufgeworfen und Schwachstellen im Zahlengestrüpp der LB hinterfragen wollte, verbal attakiert hat? Ich werde nie vergessen, als Herr Faltlhauser gefragt wurde, warum es denn gerade der sehr teure Herr Schmidt hat sein müssen als Vorstandvorsitzender, er meinte:"Nur wenn man Topleute engagiert, kann man eine Bank zu einem Spitzeninstitut entwicklen". Nun ja...
"Eine "beamtenähnliche Versorgung" sei nicht mehr möglich, wird in der Konzernzentrale auch unterhalb der Chefetage eingeräumt."
Wir haben doch die gesetzliche Rente, was wollen die sonst noch? Coffeeshop, was ist los? Hier hat gleich ein ganzer Verein kein Vertrauen in die von Ihnen als so sicher angepriesene gesetzliche Rente. Alles Geisterfahrer?
Eine große Mehrheit von Deutschen reagiert erst, wenn unmittelbar selbst betroffen.
Vor einem Jahr dachte sich der Großteil der Mitarbeiterschaft aus Eigennutzgründen: den müssen wir uns auf Biegen und Brechen halten. Der bringt uns was.
Sie dachten nicht weit.
Jetzt hat diesen Teil die Realität erreicht.
Was auch in anderen Bereichen festgestellt: der Durchschnittsdeutsche (die Mehrheit) denkt nicht weit. Und das lernt er, der Durchschnittsdeutsche, beim und vom Fernsehen (zynisch, ironisch). Armes Deutschland, wo bist du hin geraten!
Zitat: 'Das sei aber nicht der einzige Grund für die Verärgerung, sagen Mitarbeiter. Es liege auch daran, wie der Vorstand dabei vorgehe. Die Belegschaft werde bei den Sparplänen nicht oder zu spät einbezogen. Das habe Personalratschef Diethard Irrgang bei der Versammlung deutlich kritisiert, sagen Teilnehmer des Belegschaftstreffens. "Der Vorstand redet nicht mit uns", klagen Mitarbeiter.'
Ja, das ist bei uns in der Firma auch der Fall gewesen. 12 von 250 durften gehen, aber die Produktivität ist um über 20% zurück gegangen... wie viel Demotivation und Verärgerung doch ausmachen...
my2cents ;)
ist mir das Lachen bei 10 Milliarden.
und ich behaupte einfach mal das haben wir auch und vor allem der Großmannsucht von Stoiber und Co zu verdanken. Wie kann es sein, dass eine Wirtschaftsmacht wie Bayern nicht auch eine einflussreiche, weltweit agierende Bank hat ?
Was man dem Vorstand vorwerfen muss ist, hier nicht konsequent Widerstand geleistet zu haben sondern dem Landesfürsten gegenüber viel zu willfährig gewesen zu sein.
und an den politisch besetzten Aufsichtsrat will ich gar nicht denken :( Wenn ich da schon lese dass Beckstein, Huber, Schmid, Schaidinger drin saßen, war da überhaupt noch Platz für Leute ohne das richtige Parteibuch ?
Paging