Nach seinem Rücktritt als CSU-Chef setzt sich Huber für seinen Tandempartner ein: Bevölkerung und CSU-Anhänger wünschten sich Beckstein weiterhin als Ministerpräsidenten.
Der scheidende CSU-Chef Erwin Huber hat sich dafür ausgesprochen, dass Günther Beckstein (CSU) trotz des Debakels bei der Landtagswahl Regierungschef in Bayern bleibt. "Günther Beckstein wird von der Bevölkerung und von den CSU-Anhängern als Ministerpräsident gewünscht", sagte Huber der Passauer Neuen Presse.
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Erwin Huber ist vom Posten des CSU-Parteichefs zurückgetreten, setzt sich aber für Ministerpräsident Günther Beckstein ein. (© Foto: AP)
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Er selbst wolle auch nach seinem für den 25. Oktober angekündigten Rücktritt als Parteichef Abgeordneter im Landtag bleiben. "Ich bin in meinem Stimmkreis mit einem passablen Ergebnis gewählt worden. Ich werde das Landtagsmandat annehmen."
Auch an den Sondierungsgesprächen mit FDP und Freien Wählern und den folgenden Koalitionsverhandlungen werde er sich beteiligen. Ob er Finanzminister im Freistaat bleibe, sei jedoch eine Entscheidung, die erst am Ende der Koalitionsverhandlungen getroffen werde.
Diskussion um Sonderstatus der CSU
Nachfolger von Huber an der Parteispitze soll Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer werden. Am Dienstag waren in der CSU Stimmen laut geworden, die auch eine Ablösung von Beckstein als Ministerpräsident forderten. An diesem Mittwoch kommt die geschrumpfte neue CSU-Landtagsfraktion zu Beratungen über das weitere Vorgehen nach der verlorenen Wahl zusammen.
Beckstein kündigte am Dienstag erneut an, er wolle sowohl mit der FDP als auch mit den Freien Wählern über ein Regierungsbündnis sprechen. Am Abend tritt auch die neue FDP-Fraktion zusammen.
Huber will unterbinden, dass die CSU nach der Wahlschlappe zu einem Landesverband der CDU verkümmert. "Das zu verhindern ist eine ständige Aufgabe", sagte der 62-Jährige der Passauer Neuen Presse. "Wir sind in Bayern gewählt, stehen aber gleichzeitig in Berlin in der Verantwortung. Das ist eine Konstante seit Franz Josef Strauß. Das wissen alle Parteivorsitzenden, auch der nächste."
Für ein Ende des Sonderstatus der Christsozialen in der Union sprach sich indes der SPD-Politiker Thomas Oppermann aus. "Es würde die Arbeit in der großen Koalition wirklich erleichtern, wenn die Unionsfraktion ihre Doppelstrukturen nun endlich abschaffen würde", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion der Frankfurter Rundschau.
Ohne die Vetorechte der CSU innerhalb der Unionsfraktion im Bundestag wären dem Regierungsbündnis "die unsäglichen Debatten" über Steuersenkungen, die Pendlerpauschale und die Reform der Erbschaftssteuer erspart geblieben. Er erwarte, dass starke CDU-Landesverbände die Sonderrechte der Bayern künftig in Frage stellen, sagte Oppermann.
Für seine eigenen Reihen schloss der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Norbert Röttgen (CDU), solche Forderungen aber aus. "Der Status der CSU hängt nicht an einem schwächeren Landtagswahlergebnis", sagte Röttgen der Berliner Zeitung.
- CSU-Fraktion Sein oder Nichtsein 01.10.2008
- Sündenböcke und die CSU Schlagt ihnen die Rübe ab! 01.10.2008
- Nach der Landtagswahl Alle gegen alle 30.09.2008
(AFP/dpa/gal/grc)
OB-Kandidatin Nallinger
Die neueste Antwort
Laos? Burkina Faso? Oder die auf einer Antilleninsel?
Ah ich habs: die Albaner!
- aus einem Ergebnis, dass die CSU mehr als doppelt so stark sieht wie irgend eine andere Partei darf man (muss man?) selbstverständlich rauslesen, dass es der Wählerwille ist, die CSU mit der Regierungsbildung zu beauftragen (wenn auch diesmal nicht allein)
- daraus, dass beinahe 1/3 (!!!) aller derjenigen Wähler, die beim letzten mal noch die CSU gewählt haben, dies grade mal 18 Monate nachdem sich das unsägliche Duo an die Macht geputscht hat nicht mehr gemacht haben, kann man aber nunmal wirklich nur eines rauslesen: Die CSU mag man vielleicht schon noch, aber das Führungspersonal wird nicht hingenommen! Also, lieber Herr Beckstein, tun sie doch mal was mit einem Hauch von Würde und übernehmen Sie Verantwortung für das Debakel indem Sie Ihren Hut nehmen und auf nimmerwiedersehen verschwinden. Die Leute haben sich nicht von der CSU abgewendet (weshalb die Hälfte ihrer Verluste ja auch nicht zu einer anderen Partei übergelaufen sind, sondern FW gewählt haben), die Niederlage ist auch nicht am Herrn Huber festzumachen (ok, dass der jetzt Gott sei Dank auch weg ist kann nur ein Gewinn für Bayern sein) sondern warum die bisherigen CSU-Wähler diesmal anders gewählt haben liegt in allererster Linie an Ihnen, denn den meisten Wählern geht es wohl wie mir: Ich habe in 18 Monaten als MP bei Ihnen keinerlei politisches Profil erkannt, Sie erscheinen mir in ihrem öffentlichen Auftreten als grenzenloser Opportunist, der sich wie ein Fähnlein in nun wirklich jedem politischen Wind dreht und, drittens und grade in Bayern enorm wichtig, meiner Meinung nach den meisten Wählern sind sie von Ihrer Persönlichkeit her einfach durch und durch unsympathisch, man glaubt ihnen nicht und traut Ihnen nicht über den Weg.
Also, bitte, wenn der Wähler so deutlich sagt: "Beckstein, schich dich!" ja in Gotts Namen, dann gehen Sie doch bitte auch!
......auch eher nach dem Motto : Mitgegegangen, Mitgehangen, die beiden waren doch auch schon in der Ära Stoiber dabei. Ausser Stoiber abzusägen, haben die Zwei nichts Neues gebracht und die Menschen in Bayern weiterhin vollkommen ignoriert.....nicht nur die ZWEI.......
Erwin Huber wird heute in der Druckausgabe der SZ auf Seite 5 im Artikel "Der charismatische Egomane" zu seinem Verhältnis zu Seehofer folgendermaßen zitiert :
"Ich werde noch auf dem Sterbebett die Hand heben, um gegen Seehofer zu stimmen".
Von wegen - "Günther Beckstein wird von der Bevölkerung und von den CSU-Anhängern als Ministerpräsident gewünscht" !??
Es ist vor allem Huber selbst, der von Seehofer nichts zu erwarten hat und nur unter einem Ministerpräsidenten Beckstein seinen Ministerposten retten kann.
Selbst nach dieser Wählerlektion vom Sonntag, kann es Erwin Huber nicht lassen, die Bevölkerung für dumm zu verkaufen.
"Günther Beckstein wird von der Bevölkerung und von den CSU-Anhängern als Ministerpräsident gewünscht", sagte Huber der Passauer Neuen Presse.
Das Wahlergebnis hat ja just sehr deutlich gemacht, wie genau Herr Huber darüber Bescheid weiß, was die Bevölkerung will ... :-))
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