Die Vorwürfe in der Oberpfalz beziehen sich auf die Jahre 2002 bis 2004. In dieser Zeit hätten die Angeklagten bewusst Kredite an regionale Firmen vergeben oder verlängert, obwohl klar gewesen sei, dass die Darlehen ungenügend gesichert waren, so der Vorwurf der Ankläger. "Die Angeschuldigten nahmen es auch zumindest billigend in Kauf, dass die Kreditnehmer die Darlehen nicht in voller Höhe zurückzahlen können", fasst Johann Piendl, Sprecher des Landgerichts Regensburg, den Vorwurf zusammen. Der Staatsanwaltschaft zufolge soll das gesamte Geschäftsgebaren der Angeklagten von einer überdurchschnittlichen Risikofreude bestimmt gewesen sein, was letztlich zu existenzbedrohenden Verlusten geführt habe.
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Ein örtlicher Computerhändler bekam solche Kredite, die Porzellanfabrik, und eine kleine Luftfahrtfirma, die noch gar keine Flugzeuge besaß. Aus Sicht der Kommunalpolitiker, die als Verwaltungsräte die Aufsicht in der Sparkasse führten und über jede Aktivität informiert wurden, die 1,5 Millionen Euro Volumen überstieg, war das alles wohl nötig: Bereits in den Jahren zuvor waren Fabriken pleite gegangen. Die "Porzelliner" warnten davor, dass ein ganzer Landstrich "vernichtet" werde und bald nur "noch Rentner da leben". Als die geplatzten Kredite Anfang 2005 aufflogen, erklärte der damalige Verwaltungsratschef und Landrat Karl Haberkorn (Freie Wähler), die Sparkasse habe die lokale Wirtschaft fördern wollen, um die Abwanderung von Firmen zu verhindern: "Wir befinden uns in einer gebeutelten Region."
Es sei nicht auszuschließen, dass die Angeklagten teilweise unter politischen Druck gestanden hätten, pleitegefährdeten Firmen Kredite zu gewähren und so den Verlust von Arbeitsplätzen zu verhindern, steht nach SZ-Informationen sinngemäß in der Anklage. Doch das sei kein Freibrief für riskante Darlehen, so die Staatsanwaltschaft. Der Vorstand als unabhängiges Gremium müsse sich bei Kreditvergaben auch politischem Druck verweigern. Dass ein solcher Druck bestand, wird die Justiz jedoch womöglich strafmildernd berücksichtigen. "Der Verwaltungsrat könnte eine Rolle spielen bei der Strafzumessung", sagt Gerichtssprecher Piendl. Es sei bei Wirtschaftsstrafverfahren üblich zu überprüfen, welche Gremien beteiligt waren und ob sie kriminelles Tun "erleichtert" hätten.
Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat der Verwaltungsrat der Sparkasse Tirschenreuth, der unter anderem aus Bürgermeistern und lokalen Unternehmern bestand, seine Pflichten fahrlässig, aber gleichwohl gravierend verletzt. Das Gericht hat keine Zeugen geladen und nur einen Verhandlungstag anberaumt. Das Urteil ist wohl schon ausgemacht.
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(SZ vom 20.05.2010/dgr)
Rekord in Deutschland
Die neueste Antwort
Banker wäre korrekt.
Bankert kann auch richtig sein.
Aber Bankier für einen angestellten Banker ist einfach nur Schwachsinn und wurde im Entführungsfall Bögerl
( Bankiersgattin ) von BILD eingeführt und alle plppern nach.
"Bänker im Porzellanladen"
Ich vertrete ja eigentlich die Auffassung, dass jeder so schreiben soll, wie er will. So gesehen, ist "Bänker" sicher nicht falsch.... Aber es zeigt von so unglaublich schlechtem spachlichen Geschmack, dass es fast fremd-schmerzt.
Entweder heißt es "Banker". Das Wort ist aus dem Englischen entliehen, ein Umlaut ist in ihm so unnötig, wie ein Kropf. Oder es heißt "Bankier". Das ist ein gutes, altes deutsches Wort, welches die gleiche Bedeutung, aber vielleicht eine etwas andere Konotation hat. Aber "Bänker"? Was soll das sein? Jemand der Bänke herstellt?
der Staat ist mit Wirtschaftskriminalität überfordert, dazu oder gerade deswegen kommt der politische Filz, aber das wissen wir doch alle. Dir Rechtspopulisten lenken mit einer dumpfen Ausländerfeindlichkeit von dieser Problematik ab. Wirtschaftskriminalität ist eine sehr grosse Bedrohung für Staat und Gesellschaft
Folgt man der Kommentierung von Lutter, in:Krieger/Schneider "Handbuch Managerhaftung, Seite 1 - 11; dann gilt für die Haftung der Aufsichtsräte:
Für ihre zivile Schadensersatzpflicht genügt bereits leichte fahrlässige Pflichtverletzung; diese und das Verschulden werden zudem vermutet (Seite 4).
Einer der Autoren wird wissen, dass z.B. 900 Euro nicht 1879 Euro sind und dass sich aus dieser Differenz auch schon mal ein potentieller Schaden von 1.5 Millionen Euro für die Gemeinschaft errechnet - aber es interessiert nur Herrn Niemand.
An dieser Stelle beginnt die ganze Krux.
"Macht und Missbraucht" - als Buch eine toller Erfolg.
Aber sonst ....???
Angst vor Königsthronen ... ??
Ach, ist das was neues? Jeder der bis jetzt dachte, dass die Sparkassen der Hort des Risikolosen sind, war blind. Jeder der weiß, wie die Sparkassen aufgebaut sind, wundert sich gar nicht. Manch ein Sparkassenboss ist ein bzw. fühlt sich wie ein Fürst und genau so regiert er auch mit den entsprechenden Konsequenzen.
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