Ein Mann soll in Oberfranken bis zu 13 Frauen getötet haben - die Polizei kann den mutmaßlichen Serienäter jedoch nicht mehr zur Rechenschaft ziehen.
Ein mutmaßlicher Serienmörder aus dem oberfränkischen Hof kommt nach den Ermittlungen der Polizei für die Tötung von bis zu 13 Frauen in Frage. Zusätzlich zu den bereits sechs bekannten Fällen sei ihm die Ermordung von drei weiteren Frauen nachgewiesen worden, teilte das Polizeipräsidium Oberfranken mit.
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Bei weiteren vier Mordfällen deute eine Vielzahl von Indizien ebenfalls darauf hin, dass der Lastwagen-Fahrer der Täter gewesen sei. Der 1959 im sächsischen Vogtland geborene Mann kann allerdings nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden. Er nahm sich im Juli 2007 im Gefängnis das Leben.
Bis dahin war ihm die Ermordung von fünf Prostituierten zwischen Juni 2001 und November 2006 in Spanien und Frankreich sowie einer 14 Jahre alten Schülerin aus Plauen im Jahre 1974 nachgewiesen worden. Zudem kommt der Fernfahrer für 37 Fälle versuchter Tötung und Körperverletzung in Frage, die zwischen 1978 und 1987 in der ehemaligen DDR aktenkundig wurden.
Eindeutige Indizien gebe es nun für die Ermordung einer 18 Jahre alten Frau in Plauen im April 1987. Außerdem könne ihm die Tötung einer 23 Jahren alten Prostituierten aus Sierra Leone im August 2002 in Frankreich und einer 25 Jahre alten Liebesdienerin aus Ghana in Norditalien im September 2004 nachgewiesen werden. Auch bei diesen Fällen soll der Fernfahrer zunächst seine Opfer erwürgt und dann anschließend seinen Sexualtrieb befriedigt haben.
In drei weiteren Mordfällen in Tschechien und einem in Frankreich gibt es nach Polizeiangaben zahlreiche Merkmale, die auf eine Täterschaft des Berufskraftfahrers hindeuten.
Die "Soko Fernfahrer" hatte nach Polizeiangaben insgesamt rund 100 ähnlich gelagerte Mordfälle in ganz Europa überprüft. Die Ermittler werteten mehrere Dutzend Vernehmungen, rund 700 Spuren und über 60.000 Datensätze aus. Bereits zu DDR-Zeiten war der Mann wegen vorsätzlicher Körperverletzung und versuchten Mordes zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt worden.
Er war nach zwei Drittel der Zeit aus dem Gefängnis entlassen worden. Im November 2006 wurde er auf einer Rastanlage in der Nähe von Köln erneut festgenommen. Die sechs Mordfälle, die ihm die Ermittler damals zur Last legten, hatte der Mann gestanden. An seinem 48. Geburtstag nahm er sich in der Justizvollzugsanstalt Bayreuth das Leben.
(dpa/bica/kaeb)
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