Nürnberg Prostituierte tot aufgefunden

Ein zweiter ungeklärter Fall beschäftigt die Polizei

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage ist in Nürnberg eine Prostituierte ums Leben gekommen. Die Polizei geht in beiden Fällen von einem Gewaltverbrechen aus. Ob ein Zusammenhang besteht, war am Dienstag unklar. Man müsse die Ergebnisse der Spurensicherung und der Obduktion abwarten, sagte ein Polizeisprecher. Einen Tatverdächtigen gebe es noch nicht. Die Leiche der Frau mit vermutlich asiatischer Herkunft war am Pfingstmontag mittags in einer Wohnung im Südosten der Stadt gefunden worden, an der Grenze zu Fürth. Zur Identität und zur Frage, wie die Frau getötet wurde, machte die Polizei am Dienstag noch keine Angaben. Die Obduktion sei für Mittwoch angesetzt.

Schon vor knapp zwei Wochen, am Mittwoch, den 24. Mai, war eine Frau getötet worden, die als Prostituierte arbeitete. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei handelt es sich um eine 22-Jährige aus Rumänien, die sich erst seit Kurzem in Nürnberg aufhielt. Die Leiche war am späten Abend gefunden worden, als Rettungskräfte eine brennende Wohnung im sechsten Stock eines Gebäudes an der Regensburger Straße aufbrachen, nahe der Innenstadt. Wie die Frau getötet wurde, behält die Polizei aus taktischen Gründen für sich. Zur Aufklärung des Falls wurde eine 20-köpfigen Ermittlungskommission gebildet. Die Beamten sind noch immer damit beschäftigt, die Hinweise und Spuren auszuwerten. Wegen des Brandes ist die Spurenlage allerdings schwierig. Ein Verdächtiger, der vergangene Woche vorübergehend festgenommen worden war, war tags darauf wieder freigelassen worden. Man habe nicht feststellen können, dass der Mann mit der Tat in Verbindung steht, teilte die Polizei dazu mit. Bislang wurde die Ermittlungskommission noch nicht mit dem zweiten Todesfall betraut.

Dem Ordnungsamt der Stadt Nürnberg war nach eigener Aussage nicht bekannt, dass in den beiden Wohnungen Prostitution betrieben wurde. Bislang müssen sich Frauen, die sexuelle Dienstleistungen anbieten, nicht anmelden. Erst zum 1. Juli tritt das neue Prostitutionsschutzgesetz in Kraft, das vorschreibt, dass sich Sexarbeiterinnen zumindest alle zwei Jahre bei den Behörden melden müssen. Nach Schätzungen der Polizei und der Beratungsorganisation Kassandra gibt es zwischen 1200 und 1500 Prostituierte in Nürnberg. Die Frauen arbeiten in Bordellen an der Frauentormauer in der Altstadt und in Gewerbegebieten sowie in Privatwohnungen.