Niederbayern Seehofer sagt "kräftige Hilfe" nach Brand in Straubinger Rathaus zu

Der historische Rathaussaal ist nach dem Feuer in Straubing völlig zerstört.

(Foto: dpa)

Eine konkrete Summe nannte der Ministerpräsident nicht. "Es wird aber kein Trostpflaster sein. Es wird sicher in den Millionenbereich gehen."

Knapp drei Monate nach dem verheerenden Großbrand im historischen Rathaus in Straubing hat Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) "kräftige Hilfe" zugesagt. "Wegen der Einzigartigkeit des Gebäudes werden wir die Stadt unterstützen", betonte Seehofer am Freitag nach einem Rundgang durch das größtenteils zerstörte Gebäude. Eine konkrete Summe nannte er nicht. "Es wird aber kein Trostpflaster sein. Es wird sicher in den Millionenbereich gehen."

Am 25. November war aus noch immer unbekannter Ursache ein Feuer im historischen Teil des Gebäudes ausgebrochen. Die Flammen schlugen bis zu 15 Meter hoch aus dem Dachstuhl des mehr als 600 Jahre alten Hauses. Verletzte hatte es nicht gegeben. Die Höhe des Schadens wird aktuell auf eine zweistellige Millionensumme geschätzt.

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Bereits jetzt wird deutlich, dass Planung und Umsetzung des Wiederaufbaus mehrere Jahre dauern werden. Seit fünf Wochen sind die Arbeiter im Rathaus hauptsächlich mit Rückbau- und Substanzsicherungsarbeiten beschäftigt. Weil die Geschichte des Gebäudes bis ins 14. Jahrhundert zurückgeht, ist dabei besondere Umsicht gefordert. In enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege werde daher "Schritt für Schritt" vorgegangen, sagte Erwin Hahn vom Bauordnungsamt am Freitag. Restauratoren, Bauphysiker und Bauchemiker würden eng zusammenarbeiten, um herauszufinden, wie tief die Schädigung durch Feuchtigkeit, Schimmel oder Fäulnis gehe und inwieweit die historische Substanz des Gebäudes dennoch erhalten werden könne.

So werden derzeit etwa der Dielenbelag sowie der partiell verlegte historische Ziegelplattenboden im Dachraum ausgebaut, um sie bis zu einem späteren Wiedereinbau sicher zu lagern. Im zweiten Obergeschoss des Verwaltungstrakts sowie im Blauen Salon werden luftundurchlässige Farbschichten in mühsamer Handarbeit abgetragen, damit die historisch wertvollen Wand- und Deckenflächen austrocknen können.

"Es wird gerade intensive Bauforschung betrieben", sagte Erwin Hahn über die Arbeiten. Die Verantwortlichen erhoffen sich so neue Erkenntnisse zur Baugeschichte des Rathauses. Diese könnten als Grundlage dienen, um den Wiederaufbau der zerstörten Gebäudeteile anschließend zu planen. Am Ende soll das Rathaus von außen dann wieder genauso aussehen wie vor dem verheerenden Brand. Im Inneren sollen die Räume etwa hinsichtlich Barrierefreiheit oder technischer Ausstattung heutigen Ansprüchen entsprechen.

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