In der Nacht vor Silvester wird Helmbrechts Auto demoliert. Eine Nacht später halten 20 Rechtsextremisten vor einem Lokal in Ansbach, in dem Menschen aus der alternativen Szene Neujahr feiern. Als ein Gast die Neonazis sieht, warnt er die anderen, diese können aus dem Lokal flüchten - werden aber von den Neonazis mit Reizgas malträtiert, es gibt mehrere Verletzte. Neun Tage später schließlich werden die Reifen der Fürther Lehrerin Ruth Brenner zerstochen.
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"Da mag man an Zufälle glauben", sagt Michael Helmbrecht, "wir tun es nicht." Vielmehr wirke es so, als wollten die Neonazis in der Metropolregion Nürnberg die Engagierten einschüchtern, einen nach dem anderen, systematisch.
An dem Tag, an dem Ruth Brenner nicht mit ihrem Auto in die Schule fahren konnte, hat Innenminister Joachim Herrmann eine Statistik vorgestellt. Ein signifikanter Anstieg rechtsextremistischer Gewalt sei nicht zu verzeichnen. Erste Trends für das Jahr 2011 zeigten, dass sich "die Zahl rechtsextremistisch motivierter Straftaten in Bayern in etwa auf dem Vorjahresniveau" bewege, sagte Herrmann. 2010 wurden in Bayern 1513 rechtsextremistisch motivierte Straftaten erfasst, 58 davon waren Gewalttaten. Man werde alle Möglichkeiten nutzen, um den "braunen Sumpf auszutrocknen", sagte Herrmann.
Die Grünen im Landtag begrüßen das, werfen Herrmann aber vor, "völlig unzureichend Bescheid" zu wissen. Es sei höchste Zeit, dass der Innenminister genauer hinschaue, kritisiert der ehemalige Fraktionschef Sepp Dürr. Immerhin gebe es genug Hinweise, dass bei zahlreichen Fällen der rechtsextremistische Hintergrund nicht oder erst zu spät erkannt werde - und diese Fälle also auch nicht in die Statistik eingehen. Die beschädigten Autos in Franken könnten als Beleg dafür dienen. Zwar schließen Ermittler einen "politischen Hintergrund" in allen diesen Fällen nicht aus. Für eine statistische Einordnung unter "rechtsextremistische Gewalt" reicht das aber nicht.
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(SZ vom 11.01.2012)
Rekord in Deutschland
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... mir wäre deutlich wohler, wenn wir nicht nur keinen "signifikanten Anstieg" hätten, sondern wenn wir gar keine rechtsextremistische Gewalt verzeichnen könnten - und wenn wir ganz allgemein friedlicher, freundlicher und fröhlicher miteinander umgehen würden.
Wäre das nicht ein wunderschöner gesamtgesellschaftlicher Vorsatz für 2012? Ich bin dabei, wer macht mit?
Absoluter Blödsinn,
zwar ist es absolut untragbar, dass Autos angezündet werden und so das hart erarbeitet Eigentum von Menschen mutwillig zerstört wird, aber dort richtet sich der Angriff v.a. gegen den Gegenstand:
Die Sachbeschädigunge in Franken sind Drohungen, ja Morddrohungen!
Diese Anschläge sollen den Eigentümern sagen:
Wir wissen, wo Du wohnst und könnten dich oder Deine Angehörigen jederzeit auch persönlich angreifen.
Wenn sich unsere Politiker da auf Statistiken stützen, die solche Sachverhalte nicht einbeziehen, ist das eine Frechheit und schlichtweg saudumm:
Es ist nämlich davon auszugehen, dass in der Mehrheit der Fälle, in denen ein rechtsextremistischer Hintergrund vermutet wird, aber nicht bewiesen werden kann (und die somit aus der Statistik herausfallen) tatsächlich Rechtsextremisten am Werk waren.
Die Vermutung im jeweiligen Fall kommen ja nicht von ungefähr, insbesondere wenn auffällig oft unbescholtene Bürger angegriffen werden, die nichts mit zwielichtigen Gestalten zu tun haben - außer mit Rechtsradikalen, gegen die sie sich engagieren.
Dass die Opfer hier vom Staat allein gelassen werden, ist eine Schande für unser Land!
...wünsche ich mir über das alltägliche Verhalten der anderen extremistischen Seite, zb in den Regionen Hamburg oder Berlin.Dort sind die brennenden Autos schon fast nicht mehr zu zählen und was an Wände geschmiert wird an Stumpfsinn kaum zu überbieten."
Nach so eine platte und nicht haltbare Meinung.
Die bisherigen Polizeiergebnisse zu den Brandserien zeigen keinen Bezug zur Linken Szene.
Bisher wurden folgende Gruppen ermittelt:
- Versicherungsbetrüger die das eigene Auto anzünden.
- Neidbürger die auf keinen Fall der Linken Szene zugeordnet werden können, die es nur machen weil der Nachbar sich mehr leisten kann.
- Jugentliche aus allen Elternhäuser die das abfackeln als coole Mutprobe angesehen haben.
- Menschen die dem Ausländer seinen BMW/Mercedes nicht gönnen konnten
- Meschen die alte Rechnungen beglichen hatten - Nachbarschaftsstreit, Beziehungstaten usw.
Linker Terror - absolute Fehlanzeige bis heute.
Im Übrigen ist für mich der Bezug zwischen brennenden Autos und Mörder und Bombenleger eh indisskutabel.
"Frankens Widerstand"...recherche kann gut tun...
wünsche ich mir über das alltägliche Verhalten der anderen extremistischen Seite, zb in den Regionen Hamburg oder Berlin.Dort sind die brennenden Autos schon fast nicht mehr zu zählen und was an Wände geschmiert wird an Stumpfsinn kaum zu überbieten.
Aber da kann man bei der Süddeutschen wohl lange warten, ist ja schließlich alles im Sinne des Guten und hauptsache gegen den "braunen Mob".
Paging