Gräfenberg, Fürth, Weißenburg, Ansbach: Gegner der Neonazis glauben nicht mehr an Zufall, denn der braune Mob in Franken ist für sie zur ständigen Bedrohung geworden. Die Grünen fordern nun, dass auch Innenminister Herrmann endlich genauer hinschaut.
Natürlich hat Ruth Brenner wahrgenommen, was da passiert ist in Weißenohe vor einer Woche, als in der Nacht das Auto von Michael Helmbrecht demoliert wurde. Der Hochschullehrer ist das Gesicht des Gräfenberger Widerstands gegen Rechtsextremismus, dass es sein Auto war, an dem in der Nacht vor Silvester die Scheiben zerschlagen, die Reifen zerstochen und die Türschlösser mit Bauschaum besprüht wurden, halten die wenigsten für Zufall. Auch Ruth Brenner, Lehrerin aus Fürth und Sprecherin des dortigen Bündnis gegen den Rechtsextremismus, glaubt das nicht. Erst recht nicht, seit nun auch an ihrem Wagen die Reifen zerstochen wurden.
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Neonazi-Anschläge in Franken: Angefangen hat die Serie in Weißenburg - auf den Rollos des Jugendzentrums kann man dort plötzlich den Satz lesen, der zwei Monate später wie ein Programm wirkt: "Wir kriegen euch alle." (© Jan Stephan)
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Ruth Brenner macht einen gefassten Eindruck am Tag danach. "Es passt einfach ins Bild", sagt sie, und es klingt so, als habe sie sich in den vergangenen zehn Tagen - seit der Sache in Weißenohe bei Gräfenberg - innerlich gewappnet, dass genau so etwas passieren könnte.
Der Fall in der Stadt Fürth liegt anders als der im Örtchen Weißenohe, beide Male aber scheinen die Täter ihre Opfer sehr genau ausgeschaut zu haben. In Weißenohe ging Michael Helmbrecht gegen 1.30 Uhr zu Bett. Hätten die Täter sein Auto zuvor demoliert und durch seine Haustüre stinkende Buttersäure in die Wohnung eingeleitet, hätte Helmbrecht das merken müssen. Vier Stunden später teilte ihm eine Nachbarin mit, sein Auto sei schwer beschädigt worden.
In Fürth hatte Ruth Brenner ihr Auto auf einem Großparkplatz abgestellt. Keiner der dort geparkten Wagen war am nächsten Morgen demoliert, nur ihrer.
"Wir kriegen euch alle"
Der Satz "es passt einfach ins Bild" mag sich lakonisch anhören, für Bürger, die sich in der Region um Nürnberg gegen Rechtsextremismus engagieren, ist er in den letzten zwei Monaten zur ständigen Bedrohung geworden. Angefangen hat die Serie im Städtchen Weißenburg, etwa 50 Kilometer südlich von Nürnberg. Im November macht sich dort plötzlich der braune Mob breit: Über einer Straße hängt ein Plakat mit der Aufschrift "Die Demokraten bringen uns den Volkstod". Auf Handzetteln wird Hitler-Stellvertreter Heß gefeiert, auf der Bahnhofswand steht "Damals wie heute - Hitlerleute". Auf den Rollos des Jugendzentrums kann man den Satz lesen, der zwei Monate später wie ein Programm wirkt: "Wir kriegen euch alle."
Am 28. November 2011 gibt es eine Mahnwache gegen den neuen Rechtsextremismus in der Stadt. Als die Bürger ins Zentrum weiterziehen, bleibt Bernhard Endres, ein Gemeinderat aus Pleinfeld, zurück - als plötzlich etwa 15 vermummte Neonazis um die Ecke kommen und mit Feuerwerkskörpern schießen. Ein Böller schlägt direkt neben Endres, der im Rollstuhl sitzt, auf. "Ich war wie paralysiert", sagt der Gemeinderat.
Zwei Tage zuvor brennt in der Fürther Innenstadt das Auto einer Familie, die sich wie Ruth Brenner gegen Rechtsextremismus engagiert. Die Familie hat geholfen, die Ausstellung "Opfer rechter Gewalt in Deutschland seit 1990" nach Franken zu holen. Auf einem Spielplatz neben dem gelöschten Auto finden die Ermittler Reste von Brandbeschleuniger.
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... mir wäre deutlich wohler, wenn wir nicht nur keinen "signifikanten Anstieg" hätten, sondern wenn wir gar keine rechtsextremistische Gewalt verzeichnen könnten - und wenn wir ganz allgemein friedlicher, freundlicher und fröhlicher miteinander umgehen würden.
Wäre das nicht ein wunderschöner gesamtgesellschaftlicher Vorsatz für 2012? Ich bin dabei, wer macht mit?
Absoluter Blödsinn,
zwar ist es absolut untragbar, dass Autos angezündet werden und so das hart erarbeitet Eigentum von Menschen mutwillig zerstört wird, aber dort richtet sich der Angriff v.a. gegen den Gegenstand:
Die Sachbeschädigunge in Franken sind Drohungen, ja Morddrohungen!
Diese Anschläge sollen den Eigentümern sagen:
Wir wissen, wo Du wohnst und könnten dich oder Deine Angehörigen jederzeit auch persönlich angreifen.
Wenn sich unsere Politiker da auf Statistiken stützen, die solche Sachverhalte nicht einbeziehen, ist das eine Frechheit und schlichtweg saudumm:
Es ist nämlich davon auszugehen, dass in der Mehrheit der Fälle, in denen ein rechtsextremistischer Hintergrund vermutet wird, aber nicht bewiesen werden kann (und die somit aus der Statistik herausfallen) tatsächlich Rechtsextremisten am Werk waren.
Die Vermutung im jeweiligen Fall kommen ja nicht von ungefähr, insbesondere wenn auffällig oft unbescholtene Bürger angegriffen werden, die nichts mit zwielichtigen Gestalten zu tun haben - außer mit Rechtsradikalen, gegen die sie sich engagieren.
Dass die Opfer hier vom Staat allein gelassen werden, ist eine Schande für unser Land!
...wünsche ich mir über das alltägliche Verhalten der anderen extremistischen Seite, zb in den Regionen Hamburg oder Berlin.Dort sind die brennenden Autos schon fast nicht mehr zu zählen und was an Wände geschmiert wird an Stumpfsinn kaum zu überbieten."
Nach so eine platte und nicht haltbare Meinung.
Die bisherigen Polizeiergebnisse zu den Brandserien zeigen keinen Bezug zur Linken Szene.
Bisher wurden folgende Gruppen ermittelt:
- Versicherungsbetrüger die das eigene Auto anzünden.
- Neidbürger die auf keinen Fall der Linken Szene zugeordnet werden können, die es nur machen weil der Nachbar sich mehr leisten kann.
- Jugentliche aus allen Elternhäuser die das abfackeln als coole Mutprobe angesehen haben.
- Menschen die dem Ausländer seinen BMW/Mercedes nicht gönnen konnten
- Meschen die alte Rechnungen beglichen hatten - Nachbarschaftsstreit, Beziehungstaten usw.
Linker Terror - absolute Fehlanzeige bis heute.
Im Übrigen ist für mich der Bezug zwischen brennenden Autos und Mörder und Bombenleger eh indisskutabel.
"Frankens Widerstand"...recherche kann gut tun...
wünsche ich mir über das alltägliche Verhalten der anderen extremistischen Seite, zb in den Regionen Hamburg oder Berlin.Dort sind die brennenden Autos schon fast nicht mehr zu zählen und was an Wände geschmiert wird an Stumpfsinn kaum zu überbieten.
Aber da kann man bei der Süddeutschen wohl lange warten, ist ja schließlich alles im Sinne des Guten und hauptsache gegen den "braunen Mob".
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