Nach Urteil gegen Holocaust-Leugner Bischof Williamson legt Berufung ein

Gerade erst hat ihn das Amtsgericht Regensburg wegen Volksverhetzung verurteilt, doch auch nach dem vierten Prozess gegen Holocaust-Leugner Williamson ist kein Ende der Auseinandersetzung in Sicht. Nun hat der Brite Berufung eingelegt.

Holocaust-Leugner Richard Williamson will seine Verurteilung wegen Volksverhetzung nicht hinnehmen. "Wir haben heute Berufung beim Landgericht Regensburg eingelegt", sagte am Montag der Münchner Anwalt des britischen Kirchenmanns, Andreas Geipel. Der 72 Jahre alte frühere Bischof der Piusbruderschaft war am vergangenen Mittwoch vom Amtsgericht Regensburg zu einer Geldstrafe in Höhe von 1800 Euro verurteilt worden.

Williamson hatte im November 2008 in einem nahe Regensburg aufgezeichneten Interview für das schwedische Fernsehen die Existenz von Gaskammern und den millionenfachen Mord an Juden bestritten. "Die Äußerungen waren ausschließlich für das schwedische Fernsehen vorgesehen und nicht für eine weitere Verwendung", betonte der Verteidiger. Dass Ausschnitte des Interviews später illegal ins Internet gestellt wurden, könne dem Briten nicht angelastet werden. Weder in Schweden noch in Williamsons Heimatland seien die Aussagen strafbar.

Mit der Berufung geht der Marathon-Prozess in eine weitere Runde. Bereits viermal haben sich Gerichte mit dem Fall befasst. Das Oberlandesgericht Nürnberg hatte ein erstes Urteil des Regensburger Landgerichts über 6500 Euro Strafe im vergangenen Jahr wegen eines Verfahrensfehlers aufgehoben. Die Staatsanwaltschaft erließ daraufhin einen überarbeiteten Strafbefehl, gegen den Williamson abermals Einspruch erhob.

Das Amtsgericht Regensburg folgte dem Antrag nun aber erneut. Die Richter reduzierten jedoch die Geldstrafe wegen der geringeren Einkünfte Williamsons. Der Brite ist von den Piusbrüdern suspendiert worden. Nach Angaben seiner Anwälte lebt er in London und hat kein eigenes Einkommen mehr.