Nach dem Skandal um den zweifach vorbestraften CSU-Rathauschef Hans Schröpf haben die Christsozialen die Oberbürgermeister-Stichwahl in Weiden deutlich verloren.
"Jetzt kommt Kurt!", skandierten begeisterte SPD-Anhänger im Weidener Rathaus, als Kurt Seggewiß, 49, der Überraschungssieger der Oberbürgermeisterstichwahl, am Sonntagabend strahlend und mit erhobenen Armen ins Rathaus kam. Die Sozialdemokraten feierten ihre Sensation:
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Überraschend deutlicher Wahlsieg in Weiden: SPD-Kandidat Seggewiß. (© Foto: dpa)
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Erstmals seit 31 Jahren wird die Stadt in der Oberpfalz künftig von einem SPD-Oberbürgermeister regiert werden. In der Stichwahl am Sonntag waren auf Seggewiß 58,37 Prozent der Stimmen entfallen - knapp 21 Prozent mehr als im ersten Wahlgang am 15. Juli.
Der ursprünglich als chancenreichster Bewerber gehandelte OB-Kandidat der CSU, der 53-jährige Zweite Bürgermeister Lothar Höher, erhielt in der Stichwahl lediglich 41,63 Prozent. Dies war sogar noch ein Zehntel Prozentpunkt weniger als vor zwei Wochen. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,21 Prozent, knapp sechs Prozent mehr als im ersten Wahlgang.
Begeisterte Anhänger, manche mit Freudentränen in den Augen, umarmten Seggewiß. "Trotz einer Materialschlacht der CSU wollen die Bürger den Wechsel", sagte Seggewiß, "und ich habe deutlich gemacht, dass der Neuanfang nur mit mir zu machen ist". Mit zahlreichen Zeitungsannoncen, Hunderten Telefonanrufen bei Wählern und dem Verteilen von 40000 Frühstückssemmeln am Wahlmorgen hatten die CSU und ihr Kandidat im Endspurt zu punkten versucht.
Lothar Höher sah als wesentlichste Ursache seiner Niederlage den im Mai zurückgetretenen Oberbürgermeister Hans Schöpf, 69. Der zweifach vorbestrafte CSU-Politiker hatte zahlreiche Affären und Skandale produziert. Die letzten sechs Jahre unter Schröpf "haben die Bürger verärgert und betroffen gemacht", erklärte Höher. Ihm sei nun die Quittung für die Verfehlungen des Ex-OB ausgestellt worden: "Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort".
Erste Glückwünsche kamen von der bayerischen SPD-Spitze. "Weiden wählt den Neuanfang mit der SPD", ließ Landesvorsitzender Ludwig Stiegler mitteilen, der selbst in Weiden daheim ist. "Der desolate Zustand der CSU in vielen Teilen Bayerns bleibt nicht folgenlos", erklärte der Fraktionschef im Landtag, Franz Maget. Kurt Seggewiß, bisher leitender Angestellter der Arbeitsagentur in Schwandorf, tritt am 1. September das OB-Amt an. Zumindest bis zur Kommunalwahl im März 2008 steht ihm im Stadtrat eine absolute Mehrheit der CSU gegenüber.
(SZ vom 30.7.2007)
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Die neueste Antwort
Mit zahlreichen Zeitungsannoncen, Hunderten Telefonanrufen bei Wählern und dem Verteilen von 40000 Frühstückssemmeln am Wahlmorgen hatten die CSU und ihr Kandidat im Endspurt zu punkten versucht. Das ist typische CSU-Heuchelei und Winselei um Posten. Über Jahre wurde bei dem 2-fach vorbestraften OB Schröpf von der CSU nach den Grundregeln auf keinen Fall einen Fehler zugeben und jeder deckt jeden verfahren und wenn es dann eng wird, kommt die Heuchelei und sogar mit 40 000 Frühstückssemmeln wird um den OB-Posten gewinselt. Weiden hat es richtig gemacht und die CSU-Duckmäusertruppe eine übergebraten, denn am nächsten Tag wären bereits wieder die CSU-Grundregeln angewandt worden.
Ohne Belag...Konnte ja nix werden!
Da hätts schon "a Weißbier und a Weißwurscht" gebraucht ;-))
Bei knapp 8 Mo Wahlbürgern bei der nächsten landtagswahl könnte es aber eien bundesweiten Preissprung für Semmeln, Brötchen, Schrippen, Schusterjungen... geben.
Sollte es uns wert sein, wenn Demokratie dafür funktioniert
Ein gewisser Anflug von Machtarroganz war in Weiden schon zu spüren. Schröpf hatte ein Herrschaftsdenken ohnegleichen aufgebaut!
Aus diesem Grunde mußte vor 31 Jahren die SPD, die damals ein Filzgestrüpp aufgebaut hatte, gehen. Und der jetzige Wechsel tut der Weidener Demokratie gut. So sollte es auch in Regensburg werden! Die Machtspiele, etwas anderes war es bekanntlich nicht, durchschaut der Wähler und wird mißtrauisch. Der Herr Schaidinger kann den von ihm alleine verursachten Rückstand an Akzeptanz nie mehr einholen. Er wird verlieren. Und das ist auch gut so.
Die für die bayrische Kommunalwahl am 02. März 2008 entscheidenden und ausschlaggebenden Fragen dürften sein:
Wieviele Semmeln benötige ich als angeschlagener CSU-Amtsinhaber, um im Endspurt zu punkten, erfolgreich zu punkten? Und welcher Art müssen solche Wahlsemmeln sein?
Die Geschichte der kommualen Demokratie in der nördlichen Oberpfalz lehrt zunächst: 40 000 sind nicht ausreichend.
Freilich blieb unrecherchiert, ob der Weidener CSU-Wahlkampfleiter leichtsinnigerweise Semmeln mit weißem Mehl hernahm - und das im schwarzen Bayern. Leere Kohlehydrate nimmt auch der bayrische Wähler nicht mehr zu sich. Weiß er doch nach mittlerweile 50 Jahren ernährungswissenschaftlicher Aufklärung, dass nur das volle Korn ihn in den Stand setzt, in aufrechter Haltung den an ihn gestellten duldenden Erwartungen gerecht zu werden. Anderweitig läuft er nach links - wie geschehen - aus dem Ruder.
Ebenso blieb das Verhältnis von Semmeln zu Enwohnern im Dunkeln. Bei gut 42 000 Einwohnern kann man überschlägig feststellen: Ein solches Verhältnis von 1:1 reicht bei weitem nicht aus. Das sehen die Einheimischen schnell mal ROT. Bei Regensburg - nur um ein Zahlenbeispiel zu nennen - müssten es bei knapp 150 000 Einwohnern schon etwa 300 000 Vollkornsemmeln sein, um - sagen wir - auf ein Verhältnis von 1:2 zu kommen.
Und dann sollten diese kernigen Semmeln keine Luftnummern sein: Schön anzuschauen, aber nichts drin, außer oberpfälzer Luft.
Da die bayerische Gesundheitspolitik auf Prävention, Vorsorge, Information und Aufklärung über eine gesunde - politische - Lebensweise setzt, erscheint es angeraten, die jeweiligen Wahlkampfmanager auch auf diesem Fachgebiet fit zu machen. Wahllos Semmeln zu verteilen führt zu Trotzreaktionen der Bedachten und emotionaler Ausübung ihres Wahlrechts, was die Frage nach der Gültigkeit einer solchen Wahl aufwirft.
Fragen über Fragen: Pauli übernehmen Sie!
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