Die CSU lehnt es weiterhin ab, die Landesbank mit einem anderen Geldhaus zu fusionieren. Die SPD will Beckstein und Huber mit einem Fragenkatalog konfrontieren.
Im Streit um die Turbulenzen bei der bayerischen Landesbank hat die SPD Finanzminister Erwin Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein (beide CSU) mit einem umfangreichen Fragenkatalog konfrontiert. Er habe beiden Politikern mehrere Dutzend Fragen zukommen lassen, sagte SPD-Landtagsfraktionschef Franz Maget in München.
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CSU-Chef Erwin Huber (© Foto: dpa)
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Auch ein Untersuchungsausschuss sei für die SPD "nicht aus der Welt". Er werde Huber und Beckstein aber kein Ultimatum stellen, sondern ihnen auch bis nach den Kommunalwahlen am 2. März Zeit zum Antworten geben.
Mit Blick auf den Rücktritt von BayernLB-Chef Werner Schmidt am Dienstag sagte Maget, Schmidt habe "den Kopf gekostet", dass er die Strategie der CSU durchkreuzt habe. Maget warf der CSU erneut vor, sie habe die Zahlen zu den Milliardenbelastungen der Bank zumindest bis nach den Kommunalwahlen unter der Decke halten wollen.
Huber und Beckstein hätten die Öffentlichkeit bewusst in die Irre geführt. Mit dem Rücktritt Schmidts sei das Thema noch nicht erledigt, betonte er. Die Staatsregierung hat die Kritik der Opposition bereits mehrfach zurückgewiesen.
Die bayerische Staatsregierung lehnt eine Fusion der BayernLB mit einem anderen Kreditinstitut auch nach dem Rücktritt von Vorstandschef Werner Schmidt ab. "Ein Zusammenschluss zum Beispiel mit anderen Landesbanken birgt auch gewisse Risiken", sagte Wirtschaftsministerin Emilia Müller (CSU).
In der derzeitigen Situation sei die Selbstständigkeit das richtige. Die Staatsregierung hatte sich Ende 2007 gegen eine Fusion der BayernLB mit der LBBW ausgesprochen, die von den Sparkassen befürwortet wird. Müller sitzt im Verwaltungsrat der Landesbank.
In den vergangenen Tagen war spekuliert worden, dass eine mögliche Fusion mit der LBBW nach der bayerischen Landtagswahl im Herbst wieder auf die Tagesordnung kommen könnte. Die Sparkassen, denen wie dem Freistaat 50 Prozent der BayernLB gehören, befürworten eine solche Lösung. Schmidt stand einer Fusion mit der LBBW skeptisch gegenüber.
Der scheidende BayernLB-Chef hatte die Belastungen der Bank durch die Kreditkrise vergangene Woche auf 1,9 Milliarden Euro beziffert. Kurz zuvor hatte Bayerns Finanzminister Erwin Huber (CSU) erklärt, es gebe noch keine belastbaren Zahlen. Seither fordert die Opposition seinen Rücktritt.
Am morgigen Donnerstag befasst sich erneut der Haushaltsausschuss des bayerischen Landtags mit der Landesbank-Krise. Dabei wollen die Grünen erneut die Rolle Hubers in den Mittelpunkt rücken.
Huber sei früh über den jeweiligen Stand der zu erwartenden Verluste informiert gewesen, kritisierte der haushaltspolitische Sprecher der Grünen, Thomas Mütze, am Mittwoch. "Nur aus taktischen Gründen hat er sich also geweigert, den Landtag über das Ausmaß der drohenden Belastungen zu informieren."
- Opposition erneuert Rücktrittsforderung Huber verwickelt sich in Widersprüche 20.02.2008
- BayernLB Schach dem Huber 20.02.2008
- Bayerische Landesbank 650 Millionen Euro vom Freistaat? 17.02.2008
- Vor der Kommunalwahl Becksteins Hohes Lied auf die Kommunen 20.02.2008
- Versenkt Die Fehlinvestitionen der BayernLB 03.04.2008
(dpa/mako/grc)
Entspannter Vierbeiner
Die neueste Antwort
... da wird doch sicher auch die BayernLB ein paar staatliche Hilfen benötigen. Die Fusion, welche ja seit Jahren im Raum steht, und sich die Institute ja schon vor Jahren darauf vorbereitet haben, wäre ja immer noch das für den Bürger das beste - weil v.a. auch di eBank mehr Unabhängigkeit bekommen würde, und dadurch gezwungen wäre, vernünftig zu handeln. Aber solange die Bank an der kurzen Leine der CSU geführt wird, kann es doch nur schief gehen - und da werden noch ein paar mehr Milliarden fällig werden.
Was aber sicher vertuscht, unter den Teppich gekehrt oder klein geredet wird. Auf jeden Fall hat danach wieder keiner von irgendwas gewusst (nur Aussenstehenden war alles klar) und keiner ist schuld - und schon gar nicht Herr Huber, der immer sehr sorgsam seinen Aufsichtspflichten nachkommt - und schon deswegen nicht mitbekommen kann.
Der Sumpf der bayerischen Banken ist seit der HYPO Krise, die nur durch Zwangsfusion mit der BV und anschließendem Verkauf an die Unicredito einigermaßen unter dem Deckel gehalten werden konnte, doch lange bekannt.
Es ist ja mittlerweile bekannt, daß die 1.9 Mrd nicht reichen werden.
Nach den Wahlen wissen wir "mehr".