Nach Asylsuche Bistum Augsburg stellt Mixa Ultimatum

Der Ton wird schärfer: Die Diözese verlangt, dass Mixa aus dem Bischofspalais auszieht. Unterdessen wird bekannt, dass er Seminaristen als "meine Lustmolche" bezeichnet haben soll.

Von Stefan Mayr

Die Diözese Augsburg hat dem zurückgetretenen Bischof Walter Mixa eine Frist gesetzt, um aus dem Bischofspalais auszuziehen. Er wurde zudem aufgefordert, sich einen Wohnsitz außerhalb der Diözese zu suchen. Mixa war am vergangenen Samstag überraschend ins Bischofshaus zurückgekehrt, obwohl Papst Benedikt XVI. fünf Wochen zuvor sein Rücktrittsgesuch angenommen hatte.

Mixa wohnt bis heute in dem Haus neben dem Dom - und löst damit im Bistum große Unruhe aus. "Die Leute sind verzweifelt, wütend und ratlos", sagt Regionaldekan Reinhold Lappat aus Buchloe, der Mixa unverhohlen kritisiert: "Wir können ihn nur bitten und hoffen, dass er endlich demütig ist und das Wohl der Kirche über sein eigenes setzt." Der "eigentliche Skandal" sei laut Lappat, "dass es hier nicht um die Kirche geht, sondern um Machtspiele". Der Regionaldekan fordert ein "Machtwort des Papstes". Er solle Mixa "klar sagen, er möge sich endlich zurücknehmen".

Jungpriester Christian Grau konkretisierte unterdessen Mixas "Grenzüberschreitungen" im Priesterseminar. So habe Mixa die Seminaristen mitunter als "meine Lustmolche" angesprochen. Sexuelle Übergriffe habe Grau nicht miterlebt, doch er berichtet von Berührungen an Armen, Brust und Bauch, die er als "unangenehm" empfand. Grau und neun weitere Kapläne hatten Mixa in einem offenen Brief direkt kritisiert. Bislang gab es auf das Schreiben noch keine Reaktion - weder von Mixa noch von Weihbischof Josef Grünwald, der die Diözese übergangsweise leitet.

"Eine menschliche Tragödie"

Die Bundestag-Grünen übten scharfe Kritik an der Freisinger Bischofskonferenz, weil diese Mixa als psychisch krank darstellte. Am Donnerstag hatte der Sprecher der bayerischen Bischöfe zum Fall Mixa gesagt: "Wir wünschen ihm weiter gute Genesung, sein Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik war ein wichtiger erster Schritt." Josef Winkler, der kirchenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, bezeichnete es als "unterirdisch", einen Kranken "öffentlich niederzumachen".

Alois Glück, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, bezeichnete die Causa Mixa als "eine tiefe menschliche Tragödie". Glück hoffe, "dass es mit der Hilfe Roms bald gelingt", den Fall abzuschließen. Dies müsse schnell geschehen, um einer Legendenbildung vorzubeugen. Nach Glücks Worten wäre es falsch, in diesen Fall eine Richtungsdebatte hineinzuinterpretieren. "Die Dynamik hat sich durch Bischof Mixas Verhalten entwickelt."