Nach Schüssen in Memmingen 37 Waffen des Vaters sichergestellt

Die Polizei hat in dem Haus, in dem der Memminger Schüler-Schütze mit seiner Familie lebt, insgesamt 37 Waffen beschlagnahmt. Sie waren nicht ausreichend gesichert. Ermittlungen gegen den Vater sind eingeleitet worden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Vater des Memminger Schüler-Schützen wegen Verstößen nach dem Waffen- und Sprengstoffrecht. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des 53-jährigen Sportschützen und legalen Waffenbesitzers wurden am Dienstagabend 37 Waffen sichergestellt, wie die Staatsanwaltschaft Memmingen mitteilte.

37 Waffen sichergestellt: Ein Polizist trägt eine Kiste mit beschlagnahmten Waffen weg.

(Foto: dapd)

Der 14 Jahre alte Sohn hatte in der vergangenen Woche in einer Memminger Hauptschule einen Schuss mit einer scharfen Waffe des Vaters abgefeuert und später auf einem Sportplatz um sich geschossen. Verletzt wurde niemand.

Bei der Durchsuchung der Wohnung in Memmingen stellte die Polizei Gewehre und Kurzwaffen sicher. Die Stahltür des Waffenraumes, in dem der Vater die erlaubnispflichtigen Schusswaffen lagerte, verfügte über keine ausreichende Schutzklasse, wie es hieß. Daher wurde dem Vater die Genehmigung zur Lagerung umgehend entzogen.

Sein Sohn hatte sich Zugang zu dem Waffenraum verschafft, indem er das elektronische Zahlenschloss an einem Möbeltresor des Vaters manipuliert hatte. Darin hatte der Vater den Schlüssel für den Waffenraum aufbewahrt.

Untersuchungen mit einem 3-D-Laserscanner am Tatort ergaben unterdessen, dass der Achtklässler deutlich mehr Schüsse abgegeben hat als bislang bekannt. So wurden auf dem Sportplatz, wo sich der Junge vor der Polizei verschanzt hatte, mehr als 70 Patronenhülsen gefunden. Bislang war lediglich von etwa 20 Schüssen die Rede gewesen.

Allein zwölf Einschüsse wurden festgestellt, die aus Schussabgaben in Richtung von Polizisten stammten. Von der Polizei wurde lediglich ein Warnschuss abgegeben.

Der Sohn befindet sich weiterhin in einer jugendpsychiatrischen Einrichtung und schweigt zur Tat. Spekulationen, wonach Liebeskummer der Grund für die Tat war, bestätigten sich nicht.