Müller nach Rom berufen Regensburg wartet auf den neuen Bischof

Für Gerhard Ludwig Müller ist es ein Karrieresprung, doch das Bistum Regensburg steht plötzlich ohne Bischof da: Müller wechselt als Chef der Glaubenskongregation in den Vatikan und ist bereits am Morgen nach Rom abgereist. Sein Stuhl bleibt erst einmal unbesetzt.

Jetzt ist es offiziell: Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller wechselt in den Vatikan. Wie die SZ bereits am Wochenende berichtete, hat Papst Benedikt XVI. den 64-Jährigen zum Präfekten der Glaubenskongregation ernannt. Müller übernimmt damit eines der wichtigsten Ämter in der katholischen Kirche.

Das neue Amt ist mit dem Titel des Erzbischofs verbunden, wie der Regensburger Prälat Michael Fuchs am Montag sagte. Müller folgt auf den amerikanischen Kardinal William Levada, der aus Altersgründen das Amt aufgibt. Als am Montagmittag das Bischöfliche Ordinariat in Regensburg zu Pressekonferenz rief, war Müller schon nach Rom gereist.

Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Damit ist der Regensburger Bischofsstuhl nun erst einmal unbesetzt. Bis zur Wahl von Müllers Nachfolger wird Weihbischof Reinhard Pappenberger die Diözese leiten. Er müsse nun die Wahl eines Diözesanadministrators innerhalb der nächsten acht Tage veranlassen. Dieser wird dann die Diözese Regensburg leiten, bis ein neuer Bischof ernannt ist, sagte Generalvikar Michael Fuchs.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat Bischof Müller für die Leitung der Glaubenskongregation im Vatikan "eine glückliche Hand" gewünscht. Müller habe die besten Voraussetzungen für sein neues Amt, sagte Zollitsch. "Er ist einer der profiliertesten Theologen der Gegenwart."

Müller steht seit fast zehn Jahren an der Spitze der Diözese Regensburg. Über einen Wechsel in den Vatikan war schon jahrelang wiederholt spekuliert worden. Müller polarisiert zwar wie kaum ein zweiter Bischof in Deutschland, ist aber ein weltweit anerkannter Theologe und hat in Rom bereits eine Reihe von Funktionen inne. Ende 2007 berief ihn Benedikt XVI. in die Glaubenskongregation, Anfang 2009 wurde er zudem Mitglied im Päpstlichen Rat für die Kultur.

Müller wolle das neue Amt mit gutem Schwung anpacken, betonte Fuchs. "Die Diözese gratuliert ihrem Bischof von Herzen zu dieser hohen Berufung." Soweit er das wahrgenommen habe, freue sich Müller "sehr auf diese neue Aufgabe, wiewohl es ihm nicht leichtfällt, Abschied zu nehmen von der Diözese", erläuterte der Prälat.

Wie sehr der Papst den Regensburger Bischof schätzt, zeigt auch, dass er Müller mit der Herausgabe seiner Gesammelten Schriften beauftragt hat. Müller, der wie Benedikt XVI. vor seiner Bischofsweihe Professor für Dogmatik war, richtete dazu im Jahr 2008 eigens das Institut Papst Benedikt XVI. ein.