Modellbauaffäre Haderthauer will aus Rücksicht auf seine Frau gehandelt haben

Bayerns ehemalige Sozialministerin Christine Haderthauer und Ehemann Hubert.

(Foto: dpa)
  • Im Prozess um die sogenannte Modellbauaffäre erklärt der angeklagte Hubert Haderthauer, aus Rücksicht auf seine Frau, die damalige Sozialministerin Christine Haderthauer, gehandelt habe.
  • Konkret geht es um den Grund, weshalb Haderthauer einem Vergleich mit seinem ehemaligen Geschäftspartner zugestimmt hat.
  • Haderthauer ist wegen Betrugs und Steuerhinterziehung angeklagt.

Am Freitag hat sich der derzeit vom Dienst suspendierte Ingolstädter Landgerichtsarzt Hubert Haderthauer erstmals zu den gegen ihn gerichteten Betrugsvorwürfen geäußert. Die Staatsanwaltschaft München II legt dem 59-Jährigen zur Last, im Rahmen seiner Geschäfte mit exklusiven, von psychisch kranken Straftätern produzierten Modellautos Steuern in Höhe von rund 44 000 Euro hinterzogen zu haben.

Zudem sehen es die Ermittler als erwiesen an, dass Haderthauer seinen früheren Geschäftspartner Roger Ponton um gut 84 000 Euro hintergangen hat. Während der Angeklagte bezüglich der zur Last gelegten Steuerhinterziehung zumindest teilweise ein Fehlverhalten einräumt, wies er den Betrugsverdacht von sich: "Ich kann nur betonen, dass ich zu keiner Zeit die Absicht hatte, Herrn Ponton zu täuschen."

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Haderthauer, der die gemeinsam betriebene Firma "Sapor Modelltechnik" ohne Kenntnis des Geschäftspartners 2008 weiterverkauft hatte, zahlte 2011 im Rahmen "einer Vereinbarung" an Ponton 20 000 Euro. Dafür schied Ponton rückwirkend zum Verkaufstermin aus der Firma aus und verzichtete auf weitere Ansprüche.

Wie Haderthauer sich nun erklärt

In seiner nun vorgetragenen Erklärung stellte Hubert Haderthauer klar, er habe den Vergleich nur akzeptiert, um Schaden von seiner Ehefrau, der damaligen Sozialministerin Christine Haderthauer, abzuwenden. "Ich wollte vorrangig vermeiden, dass der Konflikt mit Ponton öffentlich wird - auch angesichts der Stellung meiner Frau", sagte er.

In der Angelegenheit habe er "erhebliches Diffamierungspotenzial" entdeckt. Am Vortag bereits hatte Haderthauer klargestellt, dass die Modellbau-Geschichte - auch wenn seine Frau etliche Jahre in der "Sapor Modelltechnik" als geschäftsführende Gesellschafterin aufgeführt war - seine Angelegenheit gewesen sei. Der Modellbau sei faktisch sein "Baby" gewesen. Ponton unterdessen blieb am Freitag als Zeuge bei seinem Betrugsvorwurf.

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