Misshandlungen Landtag unterstützt ehemalige Heimkinder

Traumatisierten ehemaligen Heimkindern soll im Alter der Einzug ins Pflegeheim erspart bleiben. Dafür setzt sich der Sozialausschuss des Landtags ein. "Viele ehemalige Heimkinder kommen jetzt in ein Alter, in dem sie pflegebedürftig werden", sagte der CSU-Sozialexperte Joachim Unterländer am Donnerstag nach einer Anhörung. Viele hätten aber aufgrund der Erfahrungen in ihrer Kindheit grundsätzliche Angst vor Heimen. "Kein ehemaliges Heimkind soll gegen seinen Willen in ein Heim eingewiesen werden können", sagte die SPD-Abgeordnete Ruth Waldmann. Eine entsprechende Resolution des Ausschusses gebe es schon seit 2013. "Jetzt geht es darum, wie wir das umsetzen. Das wird die nächste Aufgabe sein." In Bayern haben sich etwa 2800 ehemalige Heimkinder bei der Anlaufstelle der Staatsregierung gemeldet, die sowohl allgemeine Beratung als auch Unterstützung bei der Beantragung von Entschädigung anbietet. Einig sind sich CSU und Opposition, dass die Beratungsstelle bis mindestens Ende 2018 weiterarbeiten soll. "Das Geld muss langfristig gesichert werden", verlangte Waldmann. Am Mittwoch hatte das Bundeskabinett die Aufstockung des Fonds "Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975" von 120 Millionen auf mehr als 300 Millionen Euro beschlossen. Das Geld, das zu gleichen Teilen von Bund, Ländern und Kirchen kommt, geht an ehemalige Bewohner von Kinder- und Jugendheimen, die Opfer von Misshandlungen wurden. Die Aufarbeitung sei mit der Aufstockung des Fonds aber nicht beendet, sagte Landtagspräsidentin Barbara Stamm. "Geld ist auch wichtig, aber die Zeit, um im Gespräch zu bleiben und sich mit den Menschen auseinanderzusetzen, ist entscheidend."