Der pädophile Pfarrer von Riekofen muss sich nun vor Gericht verantworten. Sein Bischof Gerhard Ludwig Müller ignorierte im Umgang mit ihm die Richtlinien der deutschen Bischöfe. Trotzdem fühlt er sich nicht verantwortlich.
Der katholische Priester Peter K. hat einen Ministranten sexuell missbraucht. An diesem Donnerstag steht er in Regensburg vor Gericht. Er wird sein Geständnis von seinem Anwalt verlesen lassen, dann wird der psychiatrische Gutachter K.s Sexualität erläutern. Eine "homoerotische Kernpädophilie" wird er dem Angeklagten attestieren.
Sieht keine Schuld bei sich: der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller (© Foto: ddp)
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Dass K. dem Opfer eine Aussage erspart, dürfte sich strafmildernd auswirken. Doch was heißt das schon, wenn man nach Paragraph 63 des Strafgesetzbuches verurteilt wird. Der 63er legt die unbegrenzte Unterbringung psychisch kranker Straftäter fest - darauf wird es hinauslaufen, wenn das Gericht dem Gutachter glaubt. Juristisch ist die Schuldfrage damit beantwortet. Aber wirklich nur juristisch. Über die moralische Schuld im "Fall Riekofen" werden die Menschen im Bistum Regensburg noch länger diskutieren.
Der Fall Riekofen. Benannt ist er nach einem kleinen Dorf im Landkreis Regensburg. Kirche, Fußballplatz, alte Bauernhöfe, eine oberpfälzische Idylle mit 800 Einwohnern. K. hat dort von 2004 bis zu seiner Festnahme im August 2007 als Seelsorger gewirkt. In dieser Zeit kam es laut Anklage zu 22 sexuellen Übergriffen an einem Buben.
Leitlinie ignoriert
Nach den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz zum Umgang mit pädophilen Geistlichen hätte K. nicht mehr in einer Pfarrei eingesetzt werden dürfen. Denn er hatte sich bereits fünf Jahre zuvor in Viechtach an Messdienern vergangen und war zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.
Mit Blick auf Männer wie Peter K. haben die deutschen Bischöfe im September 2002 in ihre Leitlinien geschrieben: "Geistliche, die sich des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger schuldig gemacht haben, werden nach Verbüßung ihrer Strafe nicht mehr in Bereichen eingesetzt, die sie mit Kindern und Jugendlichen in Verbindung bringen."
Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller, seit November 2002 im Amt, hat diese Maßgabe ignoriert. Er setzte K. als Pfarradministrator ein. Ein folgenschwerer Fehler, den der Bischof bis heute nicht eingestehen will. Vielmehr lässt er immer noch verbreiten, er habe nach den Leitlinien seiner Bischofskollegen gehandelt.
Dabei lassen sich dem Ordinariat des Bistums Regensburg durchaus Fehler im Umgang mit pädophilen Priestern nachweisen. Auch in einem anderen Fall ignorierte es die Leitlinien: Statt den Übergriff eines Pfarrers im niederbayerischen Falkenberg der Justiz zu melden, wie es die Bischöfe vorgeben, wollte es die Sache intern regeln. Müller war bereits Bischof. Zufällig bekam die Justiz Wind davon und nahm Ermittlungen auf. Der Falkenberger Pfarrer wurde verurteilt.
Verstoß gegen Bewährungsauflagen
In einem Biotop wie diesem brauchte Peter K., der heute 40 Jahre alt ist, keine allzu strenge Maßregelung zu befürchten. Schon während seiner dreijährigen Bewährungszeit nach dem Viechtacher Urteil durfte er in Riekofen mit Firm- und Kommunionkindern arbeiten. Das Ordinariat wird später feststellen, dass es K. nicht dazu beauftragt habe.
Dass er gegen die Bewährungsauflagen verstieß, wonach ihm Kontakt mit Kindern untersagt war, das war seinen Chefs im Ordinariat offenbar gleichgültig. Seinen Vorgesetzten, den damaligen Pfarrer von Riekofen, informierten sie erst gar nicht über K.s Vorstrafe. Unter den ehemaligen Kurskollegen kursierte nur ein Gerücht. "Es hieß, der Peter ist irgendwie krank, aber nichts Genaues wusste man nicht", erzählt ein ehemaliger Priesterseminarist. Er erinnert sich gut an K.
Ein auffällig unauffälliger Kerl sei der gewesen. Dem Auftreten nach viel älter als die anderen, nicht nur wegen des schütteren Haares. "Wenn der Peter mit 27 sein 50-jähriges Priesterjubiläum gefeiert hätte, wär' das keinem aufgefallen."
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Single Awareness Day
Die neueste Antwort
Der Staat bzw. das Land Bayern leistet aufgrund der Konkordatsverträge kräftige Zahlungen an die Bischöfe.
D.h. so einer wie dieser unsägliche Bischof Müller wird von allen Steuerzahlern mitfinanziert, nicht nur denen, die in der Kirche sind und Kirchensteuer zahlen. Und genau diese Nicht-Kirchenmitglieder, die die Bischöfe mit bezahlen, dürfen sich dann auch noch als unmoralische Ungläubige und sonst was beschimpfen lassen und haben keinerlei Mitspracherecht, wenn es darum geht, jemand mit so untragbarem Verhalten wie Müller abzusetzen. Toll, nicht?
*Ich wünschte aber, ihr wäret ohne Sorgen. Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen; wer aber verheiratet ist, der sorgt sich um die Dinge der Welt, wie er der Frau gefalle, und so ist er geteilten Herzens (1 Kor 7,32-33 EU) "
Da hab ich es als Jesus-Freak aber gut, denn Jesus sagt ja zu seinen Freunden: Macht euch keine Sorge....also mache ich mir über nichts Sorgen. hihihi :o)))
Ich weiß nicht welche Bibel Sie haben, in meiner steht z.b. folgendes:
Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht um des Himmelreiches willen. (Mt 19,12 EU)
Was die Frage der Ehelosigkeit angeht, so habe ich kein Gebot vom Herrn. Ich gebe euch nur einen Rat als einer, den der Herr durch sein Erbarmen vertrauenswürdig gemacht hat. Ich meine, es ist gut wegen der bevorstehenden Not, ja, es ist gut für den Menschen, so zu sein. (1 Kor 7,25f EU)
Ich wünschte aber, ihr wäret ohne Sorgen. Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen; wer aber verheiratet ist, der sorgt sich um die Dinge der Welt, wie er der Frau gefalle, und so ist er geteilten Herzens (1 Kor 7,32-33 EU)
Ein weiteres beispiel für die absolutistische Regentschaft des Gerhard Ludwig Müller.
Kaum eine Nanosekunde ist nach der Veröffentlichung des Interviews miit Robert Zollitsch verstrichen, bis das Sprachrohr des "rechten" Glaubens mit einer spitzen, dabei indes argumentfreien Replik zur Stelle war.
Ein Schelm, der dabei denkt, Bischof Müller empfehle sich dadurch für höhere Aufgaben.
Nicht nur schweigsam ist der sonst so wortgewaltige Bischof, nein, er lässt auch noch seinen Priesterrat eine Entschuldigung an sich selbst veröffentlichen.
Eher unwahrscheinlich, dass dies ohne seine Einwilligung passierte bedenkt man, dass sich Müller der Wirkung des öffentlichen Wortes sehr bewusst ist - lies er sich doch schon ohne Skrupel vom eigenen Pressesprecher zur Diskussion im Regionalfernsehen bitten.
Vielleicht aber hätte G.L. Müller doch im Elfenbeinturm der Akademie bleiben sollen - denn jetzt hört man nicht nur, was er zu sagen hat, sondern auch, wozu er schweigt.
es war aber eben gerade KEIN "normaler" Mann, sondern ein Pädophiler! Das Zölibat mag einen hetero- oder homosexuellen Priester vielleicht ab und an oder auf Dauer zu erotischen Verhältnissen mit ERWACHSENEN führen, die solange freiwillig keinem weh tun - aber niemals zu sexuellen Handlungen mit KINDERN/Jugendlichen!
Und da Pädophilie, wie alle übrigen sexuellen Perversionen UNHEILBAR sind, war das Verhalten von Bischof Müller unverantwortlich, verlogen und kriminell (und auch das des Pristers, denn dieser hätte ja uch von SELBER ablehnen koennen, wieder bei Kindern eingesetzt zu werden, wenn er ernsthaft sein damaliges Verbrechen in Viechtach "bereut" hätte...).
Paging