Missbrauch in Fürstenfeldbruck "Unsagbares Leid"

Der Stadtpfarrer bestätigt: In der Pfarrei St. Magdalena in Fürstenfeldbruck soll vor vier Jahren ein in der Jugendarbeit tätiger Kaplan mehrere Kinder sexuell missbraucht haben.

Von Gerhard Eisenkolb

In der Pfarrei St. Magdalena in Fürstenfeldbruck soll vor vier Jahren ein in der Jugendarbeit tätiger Kaplan mehrere Kinder sexuell missbraucht haben. Diese Vorwürfe hat Stadtpfarrer Michael Bayer am Montag bestätigt. Gleichzeitig entschuldigte er sich öffentlich bei den Opfern und ihren Familien. Der Geistliche reagierte mit dem Schritt an die Öffentlichkeit auf die Berichterstattung der Fürstenfeldbrucker SZ.

Diese hatte am Wochenende von der Verurteilung des Kaplans nach Missbrauchsvorfällen berichtet, die vor der Versetzung des Geistlichen nach Fürstenfeldbruck in der Pfarrei St. Quirin in München passiert waren. Unmittelbar nach dem Richterspruch wegen der Missbrauchsfälle musste der Kaplan die Pfarrei in Fürstenfeldbruck und die Diözese verlassen.

Er kehrte in seine ausländische Heimat zurück. Die Gläubigen in der Pfarrei waren nicht über die Hintergründe für den Weggang ihres Seelsorgers informiert worden. Wie viele Eltern misshandelter Kinder sich bisher bei ihm gemeldet haben, ließ Pfarrer Bayer offen. Aber er stellte fest, dass ihn das Schicksal der Betroffenen als Mensch zutiefst beschäme und berühre. Er stehe auf der Seite der tief verwundeten Seelen, denen durch einen Geistlichen unsagbares Leid zugefügt worden sei. Die neuen Anschuldigungen würden vollständig aufgeklärt.

Unterdessen räumte am Montag der Maristenorden in Mindelheim Missbrauchsfälle im Internat ein. In einer Erklärung heißt es, ein ehemaliger Leiter habe 2007 gehen müssen: "Der Grund war, dass zwei ehemalige Internatsschüler Frater G. anklagten, mit ihnen sexuellen Kontakt gehabt zu haben." Der Frater habe sich nach Angaben des Ordens schuldig bekannt, er wurde verurteilt.

Dem Vernehmen nach handelt es sich um eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung. Der Orden hatte Frater G. nach Bekanntwerden der Fälle nach Recklinghausen versetzt. Dort sei er nicht mehr in der Jugendarbeit tätig, sagte Internatsdirektor Albert Schuster. "Es tut Frater G. leid, was er getan hat", steht in der Erklärung.