Der Skandal um sexuellen Missbrauch am Internat des Benediktinerklosters Ettal weitet sich aus. In St. Ottilien hat sich nun ein erstes Opfer gemeldet.
Der Skandal um sexuellen Missbrauch am Internat des oberbayerischen Benediktinerklosters Ettal weitet sich aus. Das Erzbischöfliche Ordinariat München sei "tief erschüttert über Art und Ausmaß der Vorfälle", die den zuständigen Ombudsleuten in den vergangenen Tagen berichtet worden seien, sagte der Sprecher der Erzdiözese München und Freising, Bernhard Kellner.
Trat wegen der Missbrauchsvorwürfe gegen Mönche des Klosters Ettal zurück: Abt Barnabas Bögle. (© Foto: ddp)
Anzeige
Details sollten am Nachmittag auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben werden. Dabei wollten der bischöfliche Beauftragte für die Prüfung von Vorwürfen sexuellen Missbrauchs, Siegfried Kneißl, und Rechtsanwalt Burkhard Göpfert über den bisherigen Stand ihrer Arbeit berichten. Beide nehmen seit Dienstag Hinweise auf sexuellen Missbrauch im Kloster Ettal entgegen.
Im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen gegen Mönche des Klosters sind bereits Abt Barnabas Bögle sowie der Leiter der Klosterschule und Prior Maurus Kraß zurückgetreten. Beide übernahmen damit laut Erzbistum die Verantwortung für das Nichteinhalten der bischöflichen Leitlinien zum Umgang mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche.
Ein erstes Opfer
Nach anonymen Missbrauchsvorwürfen gegen das Benediktinerkloster St. Ottilien hat sich nun auch hier ein erstes Opfer gemeldet. Die Erzabtei teilte mit, am Mittwoch sei eine namentlich gezeichnete Beschuldigung gegen einen ehemaligen Angehörigen des Klosters eingegangen.
Aufgrund des Schreibens habe die Erzabtei erstmals mit einem Betroffenen Kontakt aufnehmen können. Beschuldigt werde ein in den 60er Jahren als Erzieher und Lehrer tätiges Ordensmitglied, das seit 1969 nicht mehr den Benediktinern angehöre. Die Beauftragte habe bereits Kontakt mit dem Opfer aufgenommen.
Die Abendzeitung hatte zuvor bereits über einen anonymen Brief eines angeblichen ehemaligen Schülers berichtet, demzufolge ein Pater Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre im früheren Klosterseminar Nacktfotos von Jungen gemacht haben soll. Der Ordensbruder habe Schüler beim Duschen fotografiert. Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat Vorermittlungen aufgenommen.
Die Erzabtei versicherte, sie werde auch weiterhin allen Hinweisen, Verdächtigungen, Aussagen und klaren Beschuldigungen nachgehen. Dabei werd sie wie auch bisher strikt nach den Leitlinien der Deutschen Ordensoberenkonferenz agieren. Die Öffentlichkeit werde weiter "im Rahmen des rechtlich Möglichen und des moralisch Vertretbaren über die Entwicklung informiert".
Auftauchende Fälle würden von der Erzabtei St. Ottilien offen und transparent behandelt, unter Wahrung der Persönlichkeitsrechte der Opfer und auch der Täter, denen zunächst eine Unschuldsvermutung zugestanden werden müsse.
- St. Ottilien unter Verdacht Klosterschüler nackt fotografiert 25.02.2010
- Missbrauch an katholischen Schulen "Wir stehen ganz am Anfang" 25.02.2010
- Missbrauchsskandal Abt des Klosters Ettal tritt zurück 24.02.2010
- Kloster Ettal Pater M. - ein Dokument namens "Bekennen" 22.02.2010
- Ettal Die dunkle Seite des Klosters 19.03.2010
- Elite-Internat am Bodensee Missbrauch auch in Salem 16.03.2010
- Missbrauchsskandal Schläge, Triebe, Ettal 12.03.2010
(ddp-bay/woja/jobr)
Entspannter Vierbeiner
Die neueste Antwort
Man falle nicht aus allen Wolken, wenn in diesen "Schlagzeilen" nichts Schlechtes über unsere Kirche zu lesen ist.
Ich bin gegen das Vergessen:
Welche Organisation hat vorbildliche Wohltäterinnen wie Elisabeth von Thüringen, Hildegard von Bingen, Birgitta von Schweden, Kreszentia von Kaufbeuren, Hedwig von Andechs, Maria Theresia von Jesus (Karolina) Gerhardinger, Mutter Teresa usw. vorzuweisen?
Welche Organisation hat vorbildliche Wohltäter wie Franz von Assisi, den Pfarrer von Ars, Vinzenz Pallotti, Don Bosco, Kaspar Stanggassinger, Maximilian Kolbe, Pater Rupert Mayer usw. hervorgebracht?
Wo gibt es so viele vorbildliche Menschen wie die Seligen und Heiligen unserer Kirche?
Welche Institution hat im Mittelalter die Hl. Geist-Spitäler errichtet und über Jahrhunderte Millionen von Kranken und Sterbenden bis zur Selbstaufgabe betreut?
Denken wir an die Trost und Hoffnung spendenden Seelsorgetätigkeiten von Millionen von katholischen Priestern in den 2 Jahrtausenden!
Hunderte von Millionen Christen tun seit Jahrtausenden Gutes um Gottes Lohn.
Gelobt sei Jesus Christus!
Liebe Bischöfe, Äbte und Erzbischöfliche Ordinariate,
"tief erschüttert" seid ihr also "über Art und Ausmaß der Vorfälle". Sagt mal, wo lebt ihr eigentlich? Ihr seid doch in eurer Mehrheit so um die 60 bis 70 Jahre oder älter und habt die Erziehung der 50-er, 60-er Jahre genossen, wenn ich bei dieser Erziehung von Genuss sprechen darf. Vielleicht wart ihr in einer Internats-Klosterschule mit hohen, nicht ganz undurchlässigen Mauern rundrum. Vielleicht war dort euer Tag rund um die Uhr im Griff von Ordensleuten und ihr konntet auch in den kurzen Pausen nach dem Mittag- und Abendessen nur gesittet durch den Klostergarten oder um den Sportplatz spazieren. Vielleicht wart ihr dort auch frei von jeglichem Ansatz eines persönlichen Bereichs, von einem kleinen Spind einmal abgesehen, der nur hin und wieder kontrolliert wurde. Vielleicht bekamt ihr an euch adressierte Briefe nur geöffnet und gelesen ausgehändigt und ihr musstet von euch geschriebene Briefe vor dem Abschicken zensieren lassen. Vielleicht wurde euch an jedem Morgen in der Klosterkapelle "Schuld, Schuld, Schuld" und "mea maxima culpa" eingetrichtert. Vielleicht wurde - wie es in den 50-er, 60-er Jahren fast flächendeckend üblich war - versucht, euch die Schlechtigkeit aus dem Leib zu prügeln, z. B. mit einem Minigolfschläger. Vielleicht ...
Liebe Bischöfe, Äbte und Erzbischöfliche Ordinariate, auch als gelernter Katholik kann ich mir selbst bei größter Anstrengung nicht vorstellen, dass ihr nicht solch Menschenverachtendes und Entwürdigendes er- und überlebt oder wenigstens davon gehört habt. Ich kann mit ebenso wenig vorstellen, dass jemand in diesem Klima gerade dann die Würde der Zöglinge entdeckt, wenn seine eigene Sexualität ins Spiel kommt. Vielleicht ist euer Tief-erschüttert-sein doch eher eine beichtfähige Größe.
Euer, einem Klosterinternat entflohener,
Geoch
Zitat:
"Nach anonymen Missbrauchsvorwürfen gegen das Benediktinerkloster St. Ottilien ... Beschuldigt werde ein in den 60er Jahren als Erzieher und Lehrer tätiges Ordensmitglied, das seit 1969 nicht mehr den Benediktinern angehöre."
St. Ottilien gehört zu Bischof Walter Mixas Augsburger Diözese. Also hatte der Oberhirte in seinem eigenen Gebiet einen von der sexuellen Revolution der Achtundsechziger verdorbenen Priester.
Genau so, wie von ihm vor ein paar Tagen erklärt.
Respekt vor so viel Weisheit und Einsicht. Oder wusste er gar schon davon, bevor nun die Sache in St. Ottilien öffentlich wurde?
"Für mich als erwachsenen Mann
mit diversen sexuellen Vorlieben und deren tabulosen Ausleben ist es ein unergründliches Rätsel, was an einem 10-14 jährigen Jungen sexuell erregend sein soll."
Wären Sie Ministrant gewesen, wüßten Sie wie es läuft! Wer schon als 10-Jähriger von Priestern missbraucht wurde und sich dann selbst für ein Priesteramt entschließt, hat gar nicht mitbekommen, dass Erwachsene untereinander Sex haben und wird daher auf das geliebte und bekannte Frischfleisch zurückgreifen! Bei Rsatzingers war es doch auch nicht anders, in jungen Jahren "buckeln" um dann in späteren Jahren "selbst austeilen zu können"!
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
Paging