Neue Missbrauchsvorwürfe gegen den Pfarrer Peter H.: Das Bistum hat nun Krisenseelsorger in die Gemeinden geschickt.
Im Münchner Ordinariat haben sie seit Tagen befürchtet, dass es so kommen würde. Dass es auch in Garching an der Alz Menschen gibt, an denen sich Pfarrer Peter H. vergangen hat. In Grafing, in Garching, zuletzt in Bad Tölz war der pädophil veranlagte H. eingesetzt gewesen. Nun ist die Befürchtung zur Gewissheit geworden: Mindestens ein Opfer gibt es auch in Garching, wo H. als Pfarradministrator arbeitete. Im Jahr 1998 missbrauchte er einen Jungen sexuell. Der Fall ist, so beurteilt es das Ordinariat, noch nicht verjährt.
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Im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche hat der frühere Münchner Erzbischof Kardinal Friedrich Wetter (hier bei seinem Abschieds-Festgottesdienst im Jahr 2008) Fehler eingeräumt. (© Archivfoto: dpa)
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Das Opfer soll zum Zeitpunkt des Übergriffs noch nicht einmal 14 Jahre alt gewesen sein. Außerdem geht das Ordinariat Hinweisen auf mindestens einen weiteren Missbrauchsfall in Garching nach. Die Akten wurden am Dienstag der zuständigen Staatsanwaltschaft München II übergeben. Deren Leiter, Eduard Mayer, bestätigt, dass die Anzeige eingegangen ist. Ob der Fall verjährt sei, müsse allerdings erst geprüft werden. Wegen des Missbrauchsfalls war am Dienstag der neue Weihbischof Wolfgang Bischof nach Garching an der Alz gereist. Er informierte am Abend den Pfarrgemeinderat und die Kirchenverwaltung und hielt einen Gottesdienst. "Vertrauensverlust, Angst und unaussprechliche Enttäuschung haben uns zusammengeführt", sagte er in seiner Predigt. "Wir stehen vor einem unglaublichen und erschütternden Scherbenhaufen."
Das Bistum hat am Mittwoch Krisenseelsorger nach Garching und nach Bad Tölz geschickt, wo H., so formuliert es ein Ordinariatsmitarbeiter, "eine Spur der Verwüstung hinterlassen hat". Die Kriseninterventionsteams sollen in Schulen gehen und dort Lehrern und Schülern für Fragen zur Verfügung stehen, sich um verunsicherte Eltern oder Mitglieder der Pfarrgemeinden kümmern. Zudem bleibt für die kommenden Tage Diakon Matthias Friedl in Garching, als offizieller Vertreter der Diözesanleitung.
Die Personalverwaltung gerät zunehmend unter Druck
Dort gab es früher offenbar keine Bedenken, Peter H. trotz seiner Vorgeschichte auch als Religionslehrer an Schulen zuzulassen. Fast die gesamten 1990er Jahre und von 2004 bis 2006 habe der Priester an der Realschule in Trostberg ausgeholfen, sagt Konrektor Klaus Langer. Ein, zwei Klassen habe H. in der Regel unterrichtet. "Da hat es nie etwas gegeben." Die Jugendgottesdienste seien "aus einem Guss" gewesen, das Kollegium sei über die Nachrichten schockiert. Auch an anderen Schulen soll H. Religionslehrer gewesen sein. In Bad Tölz hatte er allerdings Unterrichtsverbot. Dass er die Auflage des Ordinariats, nicht in Kontakt mit Jugendlichen zu treten, missachtete, dafür übernahm der zuständige Referent Prälat Josef Obermaier die Verantwortung und trat zurück.
Trotzdem gerät zunehmend auch die Personalverwaltung des Ordinariats unter Druck. In Bad Tölz bezeichnen manche Obermaier als Bauernopfer und fragen, ob auch im Personalreferat Konsequenzen gezogen worden seien. Ordinariatssprecher Bernhard Kellner verweist auf die Aufsichtspflicht, die Obermaier verletzt habe. Dem Personalreferenten des Erzbistums, Wolfgang Schwab, sei in diesem Fall nichts vorzuwerfen.
Allerdings gibt es Versetzungen in mindestens einem anderen Fall, die den Personalreferenten in Bedrängnis bringen. Ein Pfarrer wurde trotz bekannter sexueller Übergriffe bis Juni 2006 als Seelsorger in Kirchengemeinden des Bistums eingesetzt. Von September 1993 bis September 1995 wirkte der aus Bosnien stammende Priester in der Pfarrei Sankt Jakob im Freisinger Stadtteil Vötting. In dieser Zeit, so bestätigt es die Erzdiözese, habe er eine Angestellte mehrfach sexuell bedrängt, die allerdings keine Strafanzeige erstattete. Allerdings wandte sich eine Delegation der Pfarrei an die Bistumsleitung - und ließ sich dort zweierlei versprechen: dass der Pfarrer Vötting verlassen müsse und dass er aus dem Dienst des Erzbistums München und Freising entlassen werde. Erstere Zusage hielt die Diözese ein, letztere nicht. "Wir haben uns darauf verlassen, dass er weg kommt und man ihm auf die Finger schaut", sagt Irmengard Ortmeier, die damals als Mitglied der Vöttinger Kirchenverwaltung an dem Gespräch in München teilgenommen hatte.
In der Diözese will man nun recherchieren, ob dieses Versprechen tatsächlich ausgesprochen wurde. Tatsache ist: Der Priester war in Schöngeising, Putzbrunn und von 1999 an als Pfarradministrator in Königsdorf bei Bad Tölz eingesetzt. Dort wurde er 2006, im Alter von 63 Jahren, vom Ordinariat auf eigenen Wunsch in den Ruhestand versetzt - weil er Spenden zweckentfremdet hatte.
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(SZ vom 25.03.2010/dgr)
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Schlechte Wortwahl Herr Bischof. Scherben stinken nicht zum Himmel im Gegensatz zu Stoffwechselprodukten.
Ich kann mich als Pfarrer das ganze Leben lang aufführen wie ein Schwein und werde dann auf eigenen Wunsch mit 63(!) in den Ruhestand versetzt.
Solange diese "Herren" nicht empfindliche Sanktionen der Dienstaufsicht treffen, die durchaus empfindlich auch im Geldbeutel zu spüren sind, kann doch jeder Pfarrer seinen "Leidenschaften" frönen. Es passiert doch nichts, ausser vielleicht im schlimmsten Fall eine Versetzung. Wird der Fall doch irgendwann publik, winselt der Bischof eine Entschuldigung. Falls einer aus dem Ordinariat doch mal selbständig den Mund aufbekommt, geht es ihm um die Rettung der heiligen Mutter Kirche. Leute. so funktioniert das nicht. Ihr könnt euch noch sehr auf eure offensichtliche geistige Beschränktheit berufen, aber so dumm könnt nicht einmal ihr sein, dass ihr nicht merkt, dass ihr den Karren mit derartigen Äusserungen nur noch weiter in den Dreck zieht und alle Pfarrer, die sauber sind, einem Generalverdacht aussetzt.
Wir schaffen Gott ab, dann gibt es auch keinen Teufel, d.h. nichts Böses mehr in der Welt.
Die "Windfall Profite" wären, keine katholische Kirche, keine Piraten in Somalia, keine Tabiban und, und ....
was einen neben der Schändlichkeit der Taten und den unsäglichen Vertuschungsaktionen besonders aufregt ist die tatsache, dass damit viele Gläubigen, die aus ehrlicher Überzeugung Christen sind, fundamental erschüttert werden (manche im Blog mag das ja freuen, aber das ist ein anderes Thema). Und wenn man sieht, wie lax und nachsichtig man mit den Tätern umging ist es genauso erschütternd zu sehen, mit welcher Gnadenlosigkeit beispielsweise auf die Heirat (nicht das Zusammenleben) mit einem geschiedenen Partner reagiert wird, wenn man in einem sogenannten Tendenzbetrieb (kirchliche Schule Kindergarten etc) arbeitet. Da wird nicht versetzt, da wird rausgeschmissen und die wirtschaftliche Existenz des Betroffenen aufs Spiel gesetzt.
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