Ein Regierungschef zum Liebhaben: Günther Beckstein ist in Bayern auch deshalb so populär, weil er genau dort seine Stärken hat, wo Stoiber schwächelte - und woran er schließlich scheiterte.
Als Günther Beckstein am Dienstag den Eid auf die Verfassung ablegte, läuteten in Bayern die Glocken. CSU-Mitglieder werden darin ein Zeichen des Himmels sehen, während der Rest der Menschheit eher der Erklärung zuneigen dürfte, dass es halt zufällig um zwölf Uhr mittags war, als der neue Ministerpräsident sein Amt antrat. Aber egal, welche Interpretation man bevorzugt: Für die CSU hat sich wieder einmal alles gefügt.
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In Beckstein hat der populärste CSU-Politiker das höchste Regierungsamt übernommen. Er ist der Anti-Stoiber, ein Mensch, der genau dort seine Stärken hat, wo Stoiber schwächelte und woran er schließlich scheiterte: Beckstein mag den Umgang mit Menschen, er verfügt über Humor und Selbstironie, er redet frei und ungezwungen, er gibt sogar zu, wenn er etwas nicht weiß.
Alles Eigenschaften, die nicht nur die CSU, sondern auch die bayerische Bevölkerung schmerzlich an Stoiber vermisst hat. Deshalb kann sich Beckstein schon seit Wochen kaum mehr vor Schulterklopfern retten. Egal, ob er wie ein Triumphator durch die Oktoberfestzelte zieht oder Bittsteller in seinem Büro empfängt. Die Bayern wollen endlich wieder einen Politiker zum Liebhaben, da kommt der strubbelige Günther gerade recht.
Erstes Warnsignal
Beckstein ist aber erfahren genug, um zu wissen, dass die erste Sympathiewelle ihn nicht ewig tragen wird. Das politische Schicksal seines Vorvorgängers Max Streibl zeigt, wie schnell die Stimmung umschlagen kann: Als dieser nach dem Tod von Franz Josef Strauß 1988 Ministerpräsident wurde, feierte ihn die CSU für seinen neuen, kooperativen Führungsstil. Nur fünf Jahre danach diente die Amigo-Affäre als Vorwand, um Streibl aus dem Amt zu jagen.
Insofern ist es ein erstes Warnsignal, dass CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann nur wenige Stunden vor Becksteins Vereidigung den CSU-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Zöller verbal niederknüppeln musste: Der hatte sich bereits Gedanken darüber gemacht, wie es nach dem mutmaßlichen Ende der Amtszeit Becksteins 2013 weitergehen könnte. "Jeder, der so dumm daherredet in den nächsten Wochen, kriegt eins auf die Nuss", drohte Herrmann, der noch durch die Diskussion um die Stoiber-Nachfolge geschädigt ist.
Wenigstens bis zu den Landtagswahlen im kommenden Jahr soll nun Ruhe herrschen in der CSU. Allzu große Veränderungen sind deshalb von Beckstein nicht zu erwarten, weder politisch noch personell: Eine umfassende Kabinettsumbildung wird es ebenso wie strukturelle Veränderungen in Ministerien erst nach den Landtagswahlen 2008 geben.
Dann aber wird sie mit Sicherheit wieder ausbrechen, die Debatte um den Generationswechsel in der CSU, zumal sich Beckstein selbst als Mann der Übergangs sieht. Am Ende der nächsten Legislaturperiode 2013 wird Beckstein 70 Jahre alt sein. Es wäre eigentlich normal, wenn er diesen Geburtstag als Pensionist feiern würde - aber sicher ist das nicht.
(SZ vom 10.10.2007)
OB-Kandidatin Nallinger
Die neueste Antwort
Ihr Beitrag ist gar nicht so schlecht. Es sind ein paar Zitate drin, die wirklich erwähnenswert sind. Im Übrigen ist die CSU bereits auf Kurs. Sie hat seit heute wieder einen Ministerpräsidenten, der in einem Hinterzimmer weggeputscht werden kann.
Der rechte Flügel der CDU ist wieder in neuem Licht erstrahlt. Beckstein und Huber, ein Gespann, das für neue Größen der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag wortgewandt kämpfen wird.
Gegen dieses Gespann können Herman und Mixa nicht antreten, zumal Beckstein ein Lutheraner ist.
Ihre Fähigkeit Fakten zu ignorieren und in jedem CSU Mitglied nur das Schlechteste zu sehen ist faszinierend. Wenn der Beckstein eine Homepage hätte, dann wäre diese nicht gut genug, wäre diese Homepage auch gut, dann könnte man ja dem Beckstein vorwerfen ein Blender zu sein und der sich nur um die Außenwirkung sorgt. Ist er beschieden, wird das als Schwäche gesehen, ist er Dominieren, könnte man ihm vorsichtshalber Arroganz vorwerfen. Selbst seine Ohren, Zahnlücken, Finger, ja selbst sein Name gibt Ihnen Anlass zur Kritik. Ich darf Sie doch zitieren:
"Mein Herz schlägt für ganz Bayern
09.10.2007 14:13:49 Bayer47:
dass mich Ihr Name und Ihre Rückständigkeit doch sehr an die Flintstones erinnert, insbesondere an Fred Feuerstein und dessen dilettantischen und unterwürfigen Kumpan Barnie Gröllheimer
Führen mit Demut und Mannschaftsgeist
(07.10.2007 13:53:05 Bayer47: An Günther Beckstein, den Basta-Politiker, Basta-Pauli-Ablehner, Basta-Brandmarker, Basta-...) Eines sollten Sie sich für immer merken: Ganz, ganz lange bevor Pauli einen Psychiater braucht, gehen Sie als Grossohren-Zombi durch. Sie sind ja noch nicht einmal in der Lage beim Reden mit Ihren Gichtfingern Ihre Zahnlücken abzudecken. Ich habe nichts gegen Ihr Aussehen, nur so verblendet und geistig verstaubt, wie Sie daherkommen und auf Kleine einschlagen (auch auf Söllner), haben Sie gefälligst auf das Ministerpräsidenten-Amt zu verzichten. Davor sollten Sie sich aber zusammen mit dem restlichen CSU-Pack wegen Anti-Vorbildfunktion bei allen Bayern für die letzten 9 Monate Vorführung des charakterlichen Totalverfalls entschuldigen.
Und so eine wie Sie meint noch hier CSU wieder auf Kurs zu bringen.
Lächerlich!
es muss heissen, "Provinzpolitik".
auch die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart. Und so wie ich Beckstein (und die deutsche Politik) kenne, wird es so weitergehen...Keine Leistungen, keine positiven (Arbeits) Ergebnisse...Nur Chaos und Gerangel. Dennoch, alles mit Eid und Schwur und alles auf die Verfassung, und mit Geläut...Das muss wohl so sein. Dramaturgie pur. Und alles...Aber auch wirklich alles...Nur für uns...?! Zum "puscheln" ist diese "Privinzpolitik".
Paging