Mainkofen in Niederbayern Sexualstraftäter aus Krankenhaus geflohen

Er sollte im Krankenhaus von Mainkofen in Niederbayern therapiert werden, doch am Wochenende gelang einem verurteilten Sexualstraftäter die Flucht. Der Mann sei gefährlich, warnt die Polizei - und er sei möglicherweise nicht alleine. Nun fahnden die Beamten mit Hochdruck nach dem Flüchtigen.

Ein Sexualstraftäter ist aus dem Bezirkskrankenhaus Mainkofen im niederbayerischen Landkreis Deggendorf geflüchtet. Der Mann sei als gefährlich einzustufen, teilte die Polizei mit.

Dem Bericht zufolge konnte der Mann bereits am Samstagnachmittag vom Klinikgelände fliehen. Gewalt habe er dabei nicht angewendet.

Möglicherweise sei er in Begleitung eines Mannes und zweier Frauen, alle im Alter von etwa 25 Jahren, unterwegs. Die drei Patienten waren ebenfalls in Mainkofen untergebracht. Von ihnen gehe allerdings keine Gefahr aus, sagte der Polizeisprecher zu Süddeutsche.de.

Der 1966 geborene Gesuchte hatte unter anderem wegen mehrerer Vergewaltigungen eine langjährige Freiheitsstrafe verbüßt und war nach einer Entscheidung des Amtsgerichts Deggendorf zunächst eine Therapie in der Forensischen Klinik in Straubing begonnen. Im September 2011 wurde er nach Mainkofen verlegt, um Lockerungsmaßnahmen zur Rehabilitierung durchzuführen, sagte Wolfgang Schreiber, der Ärztliche Direktor des Bezirksklinikums, zu Süddeutsche.de.

Auf dem Gelände wohnte der Mann in einem abgesicherten Haus. Er habe sich durchaus therapiemotiviert gezeigt, so Schreiber, und aktiv an den Gruppengesprächen teilgenommen. Aus diesem Grund habe eine Gutachterrunde die Sicherungsmaßnahmen gelockert, so dass er zu gewissen Zeiten Freigang auf dem Gelände gehabt habe.

Den Samstagnachmittag durfte der Sexualtäter einmal mehr zwischen 13 und 16 Uhr frei auf dem Klinikgelände verbringen - und nutzte die Gelegenheit zur Flucht. Zusammen mit einem anderen Patienten und zwei Frauen, die sich freiwillig für eine Therapie in Mainkofen entschieden hatten, verließ er den Bereich. Der Ärztliche Direktor Schreiber geht davon aus, dass der Gesuchte dies lange geplant hat.

Unterdessen sucht die Polizei mit Hochdruck nach dem Flüchtigen und hat bereits einige Zeugenhinweise vorliegen. Eine heiße Spur gibt es jedoch noch nicht, sagte der Polizeisprecher.

Die Bevölkerung wird um Mithilfe gebeten: Der gesuchte Mann ist den Angaben zufolge 1,78 Meter groß, hager, hat dunkelblonde Haare, eine ausgeprägte Stirnglatze. Bei seiner Flucht trug er eine Brille und war mit einer Jeans und einer schwarzen Lederjacke bekleidet.

Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 09 421 / 86 8 - 0 entgegen.