Nun aber wird kein Pardon gegeben, jetzt hat er "'s Hackl auspackt", zuerst das Münchner Leibregiment mobilisiert, dann einst abgefallene Gebirgsschützen um sich gesammelt und zieht nun, verstärkt durch Ingolstädter Festungspioniere, in die Schlacht um Bayern. Thomas Goppel, vor einer Woche noch uneigennütziger Gründer des "Günther-Beckstein-Rettungsvereins", als ambitionierter Feldkaplan mit dabei.
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Alois Glück, der ewige Heckenschütze und als Strippenzieher der eigentlich Schuldige von Kreuth, verschwand gleich in der nächsten Deckung. Der amtierende, aber schwer angeschossene Bezirkschef Schneider musste mit an die Front und das Urteil des Standgerichts überbringen, wollte er selbst nicht auch aufs Brett geschnallt und mitrasiert werden.
Man wird die offene Feldschlacht suchen
Als dann in Huber der Erste, seinen Kopf befreit lächelnd unter dem Arm tragend, die Lazarettstraße verließ, da rüsteten auch die Niederbayern zum Kampf, wollten sie doch ihren Erwin nicht als alleiniges Bauernopfer hängen lassen. Diesem furor bavaricus hatten dann die fränkischen Plänkler nichts mehr entgegenzusetzen - auch der heftig widerstrebende Günther Beckstein wurde zur Richtstätte geführt und wird fortan der Obhut seiner Oberlehrerin Marga anvertraut sein. Und um den Himmel bei der Findung des neuen Ministerpräsidenten gnädig zu stimmen, wird vor dem Konklave mit Fraktionschef Georg Schmid noch das Rauchopfer gebracht.
Das war schnell und effizient gehandelt, wie in Stoibers bester Zeit. Doch das große Abräumen wird noch nicht vorbei sein. Noch werden die Truppen nicht demobilisiert werden, denn jetzt gilt es nach Berlin zu ziehen und die Rechnung mit Angela Merkel und der CDU zu begleichen.
Wochenlang haben die kadergeschulte Kanzlerin und ihre Vasallen den bayrischen Löwen, den die CSU so besitzergreifend im Wappen trägt, am Nasenring herumgeführt wie einen Tanzbären, haben sie Erwin Hubers politischen Einfluss auf Gartenzwergniveau heruntergehungert.
Dies wird nun ein Ende haben, denn ihre Erfolge und Selbstachtung wird sich die CSU in Berlin zurückholen müssen. Tambourmajor Ramsauer lässt schon die Trommeln rasseln, und man wird die offene Feldschlacht suchen, denn viel hat die CSU nicht mehr zu verlieren - Angela Merkel aber alles, was ihr vielleicht auch langsam bewusst wird. Denn auch das blonde Fallbeil hat die Guillotine noch nicht wieder eingepackt und in das Haus der bayrischen Geschichte zurückgebracht. Ein paar Rechnungen sind noch offen.
Michael Lerchenberg leitet die Luisenburg-Festspiele Wunsiedel. Auf dem Münchner Nockherberg war er das Double von Edmund Stoiber und verkörpert nun den Fastenprediger "Bruder Barnabas".
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(SZ vom 04.10.2008/ihe)
OB-Kandidatin Nallinger
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