Aber auf einmal gibt es junge Bayern, die sich ganz selbstverständlich einen Trachtenhut aufsetzen, aber mit der CSU nicht viel am Hut haben. Gerhard Polt, Helmut Dietl und Sepp Bierbichler haben eine bayerische Subkultur salonfähig gemacht. Und nun macht eine ganze Generation junger Bayern in Film, Theater und Musik die Furore, die früher die CSU in der deutschen Politik gemacht hat.
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Bayerischer Kult
Es gibt auf einmal viel Bayern außerhalb der CSU. Früher rannten die Menschen in Norddeutschland in die großen Säle, wenn Franz Josef Strauß kam. Heute rennen sie ins Kino, um Marcus H. Rosenmüllers "Wer früher stirbt ist länger tot" oder "Schwere Jungs" zu sehen. Ein Christian Stückl inszeniert in Salzburg, in Indien und am Münchner Volkstheater. Und der Schauspieler Maximilian Brückner war der Shooting-Star der Berlinale 2007.
Eine neue bayerische Heimatkultur ist Kult in Deutschland; und dieser Kult hat mit dem krachledernen Getöse, mit dem das Land einige Jahrzehnte lang vermarktet worden ist, nichts zu tun. Es gibt wieder, nicht nur zum Oktoberfest, viel mehr Tracht und Brauchtum als früher. Und wenn einer von auswärts glaubt, die Tracht sei eine Art Parteiuniform der CSU - dann zeigt man ihm einen Vogel.
Es ist so: Die CSU ist zwar die Partei, die einst das schöne Bayernland erfunden hat; sie hat aber geglaubt, es sei ausreichend, es einmal, und dann für immer, erfunden zu haben. Jetzt erfindet das Land sich neu, aber die CSU ist nicht dabei.
Das alles ist kein Anlass für Häme und Überheblichkeit, sondern für Dankbarkeit: Vergelt's Gott für alles. Die CSU hat Land und Leute in die Lage versetzt, sich von ihr zu emanzipieren. Das ist eine gewaltige Leistung, darüber darf man sich freuen.
Es soll nun so sein wie bei einer schönen bayerischen Beerdigung auf dem Dorf: Nach der Einsegnung holt die Blaskapelle neue Noten heraus, bläst die Melancholie wieder weg, und zieht an der Spitze der Trauergemeinde mit einem fröhlichen Lied ins Wirtshaus zum Leichenschmaus. Das Leben geht weiter.
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(SZ vom 26.09.2008/aho)
Vor dem ESC-Finale in Aserbaidschan
Die neueste Antwort
Danke für diesen schönen Kommentar!
Es gibt gottseidank noch Menschen, welche nicht nur in Schablonen denken, sondern die Schablonen neben einander legen und dann vergleichen.
"Le roi est mort-vive le roi!"
Das gilt auch für die CSU.
meint Prantl, man soll seine Eltern umbringen? Krude Logik, eher Wunschdenken deds Autors. Herr Prantl, Sie sollten das Interview von D. Hildebrandt lesen, gleich links auf Ihrer Homepage.
mit diesem Artikel mobilisieren sie die letzten Undankbaren, die nun erkennen, dass sie der CSU einiges verdanken. Damit haben sie per Nachruf die Renaissance hergestellt...
aber wirklich sprachlich auf so hohem Niveau, wie wir das von einem der letzten Stars der SZ erwarten dürfen...
Der Sommer war sehr groß.
(Für Christsoziale. Und sehr lang. Und manches fiel ihnen auch nur so in den Schoß.)
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren
(für die, die ihres Volkes Willen einfach überfuhren)
Und auf den Fluren lass die anderen Parteien los.
Verbiet` den letzten Wählern, treu zu sein;
Gieb ihnen noch zum Denken ein, zwei Tage
Dränge sie zu den Wahlurnen hin und jage
Die Toleranz in sture Schädel rein.
Wer jetzt kein Wahlvolk hat kriegt keines mehr
Wer jetzt nicht reinkommmt, der wird draußen bleiben
Wird schimpfen, weinen, lange Reden schreiben
Und wird in den Gazetten hin und her
Unruhig mit Kommentaren sich die Zeit vetreiben.
Dann regiert in Kürze die Linke das Land, von der Oppositionsbank aus. Immer wenn die Linke einem Vorschlag von CDU/CSU oder SPD zustimmt muss dieser geändert werden, denn man darf keinesfalls die gleichen Ansichten wie die Linke haben. Ein neues Gesetz, welchem auch die Linke zustimmt tritt folglich erst gar nich in Kraft. Na, das kann ja heiter werden.
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