Genossen im Aufwind: Bei ihrer Klausur ergötzt sich die Bayern-SPD an ihrem Hoffnungsträger Christian Ude und an seinem Double. Doch eines wird bei all dem Frohsinn auch deutlich - dass die SPD und ihr möglicher Spitzenkandidat erst noch zueinander finden müssen.
Es ist nur eine kleine Schrecksekunde, aber sie ist spürbar: Gerade hat Markus Rinderspacher seine Landtags-Genossen im Ausflugsdampfer "Alte Liebe" am Würzburger Mainufer zum entspannten Fraktionsabend begrüßt, da riecht es schon wieder nach Arbeit: Man müsse doch noch einmal in die politische Sachdebatte einsteigen, sagt der Landtagsfraktionschef und kündigt dazu einen Gast an: Christian Ude.
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Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Beste im ganzen Land? Der Kabarettist Uli Bauer bei der SPD in seiner Paraderolle als Christian Ude. (© dpa)
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Christian Ude?
Natürlich war es nur ein Spaß. Statt Ude stolziert sein langjähriges Double vom Münchner Nockherberg, der Kabarettist Uli Bauer (siehe Interview rechts), auf die kleine Bühne im Schiff und startet eine furiose Show. "Liebe Genossinnen und Genossen", so möchte der Kunst-Ude seine SPD-Kollegen begrüßen, doch das will einfach nicht klappen.
Ein ums andere Mal verhaspelt sich der Kandidat bei dieser Anrede, Hustenanfälle schütteln ihn spätestens bei der zweiten Silbe, und die Botschaft dieses Running Gags ist allen auf dem Schiff sofort klar: Der neue Spitzenkandidat hier und die altgediente Fraktionsmannschaft dort, das sind zwei Welten, die erst noch zueinander finden müssen.
Bauer nutzt die Umbruchsituation und die unkonventionelle Kandidatenfindung der letzten Wochen weidlich aus. Immer wieder betont er spielerisch, er wolle die Bayern-SPD ja auf gar keinen Fall zu irgendetwas drängen - um genau das dann zu tun. Die in der SPD umstrittene Startbahn etwa für den Münchner Flughafen brauche er schon aus Eigennutz, betont Bauer-Ude. Er habe künftig schließlich auch außenpolitische Ambitionen und werde daher viel fliegen...
Das war dann also zumindest das angetäuschte erste Kennenlernen zwischen Ude und der Fraktion, in der vor allem viele Nicht-Münchner den neuen Kandidaten noch gar nicht so gut kennen. Kein Wunder: Ude hatte sich schließlich rar gemacht auf Landesebene.
Auch in Würzburg war Ude zwar Gesprächsthema Nummer eins, mancher wähnte, ihn als über den Dingen schwebenden Geist gespürt zu haben. Physisch anwesend war er anders als sein Nockherberg-Double dagegen nicht, weil die Fraktion der Partei den Vortritt lassen wollte. Udes Selbstausrufung zum Kandidaten ging während der Sommerpause so schnell über die Bühne, dass die Parteigremien noch gar nicht tätig werden konnten.
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Da kann sich die SPD Parteizeitung SZ noch so anstrengen, es wird nicht gelingen, dass Ude MP wird. Die Wähler sind nicht so dumm, dass sie sich von derartiger Parteinahme, wie die SZ sie vornimmt, blenden lassen. Die einzigen, die dies nicht merken, sind die Redakteure der SZ
Und so gehen jetzt schon eine ganze Menge Wähler dem Blender Ude auf den Leim.
Wenn es in München kein Medienwirksames Oktoberfest gäbe, wäre ein Ude so bekannt wie der Oberbürgermeister jeder Großstadt, nämlich wenig bekannt.
Und wenn man sich Udes Bilanz von 18 Jahren Udeismus in München anschaut,so ist diese ehrlich gesagt mies.
Wenn man aus dem Münchner Osten kommt dann kann man ein Lied von 18 Jahren Ude Herrschaft tagtäglich singen: ideologisch verursachte Verkehrsprobleme (da baut man z.B. die Messestadt und vergisst oder sagen wir verursacht vorsätzlich Verkehrprobleme da man die ohnehin schwache Verkehrinfrastruktur nicht sehen will/wollte), soziale Probleme gewachsenenen Stadtteilen vor die Füße gekippt (ich sage nur das unkontrollierte soziale Experiment mit der Messestadt) usw. usw..
Nein,auch wenn ich CSU nicht mag, aber eine SPD geführte Regierung in Bayern unter Ude wäre noch mehr Abwärtstrend da die SPD erst recht im Denken in den 70er Jahren stecken geblieben ist. Wer wie ich aus NRW kommt und Jahrzente lang die SPD erlebt/ertragen hat, der weiß wie es sich anfühlt wenn die 19.Jahrhundert-Ideologen (die die immer noch glauben ein Utopia errichten zu können) von der Kette gelassen werden.
Und nur einen Blender Seehofer gegen einen genauso gewieften Blender Ude auszutauschen hat keinen Wert.Da soll lieber alles beim alten bleiben (da weiß man was man wenigstens kriegt oder hat).Es ist eben die Wahl zwischen Pest und Colera.
Die Nominierung Udes zeigt aufs Neue, dass die SPD-Oberen in Bayern keinerlei Ahnung von den Befindlichkeiten der bayr. Bevölkerung ausserhalb des Großraums München haben. Ude ist für München ein hervorragender OB, er repräsentiert das München dieser Tage, wie es kaum ein anderer könnte. Andererseits kann ich ihn mir nicht in Niederbayerischen Bierzelten vorstellen, dazu ist er m.E. zu sehr abgehoben, ein "Salonsozialist" sozusagen. Die Sprache der einfachen Leute vom Land ist nicht sein Ding-im wahrsten Sinne des Wortes, er, der Schwabinger, der sich gerne mit den Schönen, den Wichtigen, den Weltgewandten umgibt.
Seinem Vorgänger, dem roten Schorsch, dem hätte man das eher zugetraut, er war ein Mann aus dem Volk u. hat das auch immer betont.
Die CSU hat diese Schwäche Ude´s bereits ausgemacht u. bezeichnet ihn als Zentralisten, der über den Münchner Tellerrand noch nie hinausgeschaut hat...-bin gespannt, wie das weitergeht!
die SPD hat sich Super-Ude doch vor die Füsse gescmissen. Was Machtgeilheit alles bewirken kann. Noch trauriger ist allerdings, dass diese Widersprüche in der SZ kaum aufscheinen, wundern tut mich das angesichts der kaum verhohlenen Sympathie für Ude allerdings nicht
daß die bayerische spd in ihrer mischung aus größenwahn und willensschwäche vor der erpressung udes einknickt und ihr bereits beschlossenes nein zur 3. startbahn in ein ja umwandelt. ich glaube nicht daß die spd die entstprechenden "e.i.e.r" hat ude zu nominieren und ihm ein "nein" beizustellen.
wenn allerdings ihm dann die grünen und die freien wähler von der stange gehen wirds wieder nix mit ministerpräsident ude, der von bahn 3 nach mykonos entschwebt....
nein zur 3. startbahn!!!!!!!!
ps: heute abend benefizkonzert von "keller steff" in attaching!
Paging