Mit einer spektakulären Aktion protestierten Greenpeace-Aktivisten gegen den Anbau von Genmais - bis die Polizei einschritt.

Mit einer Abseilaktion vom bayerischen Landtag haben Greenpeace-Aktivisten gegen den Anbau von Genmais protestiert. Am Morgen brachten die Umweltschützer ein 15 Meter langes und sechs Meter breites Protestbanner an der Fassade des Maximilianeums an.

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Genmais-Gegner lassen an der Fassade des Bayerischen Landtags ein 15 Meter langes Protestbanner herunter. (© Foto: ddp)

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Die Polizei beendete die Aktion nach etwa zwei Stunden und nahm die Demonstranten vorläufig fest. Zwei Fassadenkletterer der Polizei zwangen zwei an Seilen hängende Aktivisten dazu, ihren Platz neben dem Transparent zu räumen. Ein Sondereinsatzkommando holte elf weitere Aktivisten vom Dach des Parlamentsgebäudes, auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Insgesamt wurden 15 Umweltschützer festgenommen. Ihnen wird Hausfriedensbruch, der Verstoß gegen das Versammlungsgesetz sowie eine Ordnungswidrigkeit nach dem Bannmeilengesetz vorgeworfen, wie ein Polizeisprecher sagte.

Hintergrund der Aktion war laut Greenpeace die innerhalb der nächsten Wochen geplante Aussaat von Genmais "Mon810" des US-Agrarkonzerns Monsanto. Dieser soll den Angaben zufolge auf 3600 Hektar bundesweit angebaut werden, auch in Bayern seien einige Standorte geplant.

Greenpeace fordert die Politik dazu auf, den Anbau zu verhindern. Das genmanipulierte Gewächs produziere ein Insektengift, das nicht nur Ungeziefer schade, sondern auch wertvollen Bodenorganismen und Insekten, hieß es. Zwar könne nur Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) über den Anbau entscheiden. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zeige aber "Führungsschwäche", kritisierte Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter. "In Bayern gegen Gentechnik zu wettern, aber auf Bundesebene nichts gegen den Anbau zu tun, macht die CSU unglaubwürdig." Seehofer müsse sich für ein bundesweites Anbauverbot von Genmais einsetzen, fordern die Umweltschützer.

Auch die Grünen riefen die Staatsregierung zum Handeln auf. Wenn es ihr ernst wäre mit einem gentechnikfreien Bayern, müssten die Freilandversuche mit "Mon810" sofort und nicht erst Ende 2009 beendet werden. "Hier muss die Staatsregierung mit gutem Beispiel vorangehen", forderte Grünen-Fraktionschef Sepp Daxenberger.

Zudem müsse sie dafür sorgen, dass auch die CSU im Bundestag entsprechend abstimme. An die Bundeslandwirtschaftsministerin appellierten die Grünen, den Verkauf des Genmaises noch vor der diesjährigen Aussaat zu verbieten.

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(ddp-bay/bica)