Er soll seine Freundin erwürgt und zerstückelt haben. Zum Prozessauftakt legt der Mann ein Teilgeständnis ab - und spricht von Erinnerungslücken.

Ein wegen Mordes an seiner Freundin angeklagter Mann hat zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Kempten ein Teilgeständnis abgelegt. Der 28 Jahre alte ehemalige Zeitsoldat aus Füssen soll im August 2008 die 23-Jährige erwürgt und ihre Leiche in der Badewanne der gemeinsamen Wohnung zerstückelt haben. Danach vergrub er die Leichenteile im Wald.

Landgericht Kempten, dpa

Landgericht Kempten: Der 28-jährige Zeitsoldat soll seine Freundin umgebracht haben. (© Foto: dpa)

Anzeige

Vor Gericht räumte er die Tat ein, sagte aber, er könne sich nicht erinnern, wie und warum er die Frau erwürgt habe. "Als ich zu mir kam, lag sie plötzlich neben mir, meine Hände waren an ihrem Hals." Er habe sogar noch versucht, sie wiederzubeleben.

Die Staatsanwaltschaft vermutet als Motiv für die Tat die Trennung der in Thailand geborenen Frau von ihrem Lebensgefährten. Sie soll wenige Wochen zuvor einen anderen Mann kennengelernt und mit ihm intimen Kontakt gehabt haben.

Dem Angeklagten hatte sie von der Beziehung erzählt. "Sie hat mir gesagt, dass sie mit einem anderen Kerl im Bett war. Das hat mich natürlich getroffen." Dennoch sei es darüber nicht zum Streit, sondern zu einer Aussprache mit anschließender Versöhnung gekommen. "Ich war glücklich, wir haben gemeinsam Pläne für die Zukunft geschmiedet."

Ein Pilzsammler hatte eine Woche nach der Tat in einem Waldstück bei Füssen einen Plastiksack mit einer Leiche entdeckt, der Kopf, Arme und Beine fehlten. Als die Ermittler drei Tage später den Lebensgefährten festnahmen, führte er die Beamten zu den Verstecken der noch fehlenden Leichenteile. An vier verschiedenen Stellen rund um Füssen und Schwangau hatte er die in blaue Müllsäcke gehüllten Beine, Arme und den Kopf der Leiche vergraben.

Den Wald habe er bewusst als letzte Ruhestätte für seine Freundin gewählt, sagte der Angeklagte vor Gericht. "Wir haben uns versprochen, wenn einem von uns mal etwas passiert, dass sich der andere um die Beerdigung kümmert."

Weil er keinen Führerschein besitzt und die Leiche nur mit dem Fahrrad transportieren konnte, habe er sie in Stücke teilen müssen. Dazu habe er zuvor im Internet nach einer Anleitung zum Zerlegen von Leichen gesucht.

Das Gericht hat für den Prozess drei Verhandlungstage angesetzt. Elf Zeugen und vier Sachverständige sollen bei der Klärung helfen, ob es sich bei der Tat um Mord oder Totschlag handelt.

Leser empfehlen 

(dpa/bica/bavo)